Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Urlaub, Sonne, Meer und mehr ;-)

„Keine Kinder machen frei, aber einsam. Kein Lachen, kein Toben und kein Spielen. Keine Unordnung, keine Wutausbrüche, kein Streit, aber auch keine grenzlose, bedingungslose Liebe, kein Vertrauen. Niemand der Dich fragt, warum der Himmel blau ist, ob Hühner einen Bauchnabel haben oder warum die Vögel nicht vom Himmel fielen, obwohl sie nicht getankt hätten. Meine beste Entscheidung, meine Tochter!“


 Am letzten Sonntag im Juli starteten meine Tochter und ich in unseren lang ersehnten, nochmals gemeinsamen, Sommerurlaub. Nachdem wir ihn kurzfristig nochmals verschieben mussten, war nun endlich der Tag unserer Abreise gekommen. Der Tag begann früh, aber ohne jegliche Hektik. Ich war gerade im Badezimmer, als mein Handy klingelte und nur kurz draufschielte bis ich sah, dass meine Mutter versuchte anzurufen. Um 6 Uhr, sonntags! Ich ignorierte es und ging nicht dran. Urlaub! Tage, welche früh morgens mit einem Anruf meiner Mutter begannen, versprachen erfahrungsgemäß keine guten Tage zu werden. Meistens entpuppten sie sich dann als Katastrophentage, die ich nur noch in schlecht oder schlechter einteilen konnte. Somit zog ich es vor, unseren ersten Urlaubstag erst gar nicht dieser drohenden Gefahr auszusetzen. Das sich dies acht Tage später als Fehler erwies, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem wir unsere sieben Sachen endlich im Auto verstaut hatten und auf der Autobahn Richtung Frankfurt waren, begann er endlich, unser Urlaub! Und Vorfreude ist ja bekanntlich die beste Freude und so trällerten wir, mehr schlecht als recht, einige der leidigen Songs im Radio mit und hatten schon auf der Anreise zum Flughafen unseren Spaß.


Ich liebte es einfach, unbeschwert, jedenfalls fast, mit meinem wertvollsten und liebsten Menschlein, meiner Tochter, ein paar Tage mit Sommer, Sonne, Meer und mehr, verbringen zu können. Solche Zeiten waren in den letzten knapp drei Jahren viel zu wenig möglich gewesen und daher war es für uns wertvoller denn je. Heute zurückblickend, hoffe ich sehr, dass wir immer mal wieder kurze gemeinsame Zeitspannen finden werden, fern von jeglichen Verpflichtungen und dem allgemeinen täglichen Wahnsinn. Mein Hochfrequenzleben braucht immer mal eine kleine Entspannungsphase und wenn ich eines in den letzten Monaten gelernt habe, dann das es einfach nötig ist, sich Phasen der Ruhe und Entspannung, zu ermöglichen.

Am Flughafen angekommen, wurde mein Auto am Terminal 1 von einer „Park and Fly“ Firma übernommen. Das klappte soweit komplikationslos. Das Auto wurde übernommen und eingeparkt und nach der Rückkehr wieder an mich übergeben. Somit sparten wir uns viel Zeit. Der Frankfurter Flughafen gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsflughäfen. Ich finde ihn einfach furchtbar. Viel zu groß, viel zu laut, viel zu viele Menschen, einfach von allem viel zu viel.


Unseren Check-in Schalter fanden wir auf Anhieb, soweit uns klar war, in welche Richtung wir laufen mussten. Leider hatte das Bodenpersonal es nicht so drauf. Vielleicht lag es am Sonntag, vielleicht hatten wir einfach nur Pech. Es dauerte und dauerte, aber irgendwann schafften wir es dann doch, unsere Koffer aufzugeben. Da wir keinen Direktflug hatten, mussten wir in Rom zwischenlanden und von dort dann nach Tunis weiterfliegen. Sicherlich ein „no go“ für Greta Thunberg, aber mit dem Schiff wollten wir dann doch nicht anreisen. ;-) Somit hofften wir, dass unsere Koffer richtig verladen wurden und irgendwann dann mit uns in Tunis ankommen würden. Nicht auszudenken, wenn sie irgendwo anders gelandet wären. Beim Rückflug nicht so dramatisch, allerdings beim Hinflug hätte das ein gewisses Katastrophenpotential mit sich gebracht.


Der Start in Frankfurt hatte schon so seine gewissen Tücken. Mit einer Stunde Verspätung bekamen wir dann endlich die Starterlaubnis. Leider wütete ein Unwetter über Rom, so dass keine Flugzeuge starten und landen durften. Der Landeanflug über Rom gestaltete sich sehr turbulent und wir waren froh, dass der Pilot den Flieger nach kurzzeitigem Abdriften durch eine Sturmböe, wieder unter Kontrolle bekam. Währenddessen war es mucksmäuschenstill an Board. Ja super, dem Krebs weitgehend von der Schippe gesprungen und dann in Rom bruchgelandet. Aber der göttliche Segen war anscheinend unser Begleiter. ;-)

Durch die verspätete Starterlaubnis blieb uns in Rom etwas weniger Zeit, um unseren Anschlussflug zu erreichen. Aber wir schafften es dann doch noch, knapp zwar, aber letztendlich saßen wir im richtigen Flieger und landeten knappe 90 min später, diesmal relativ sanft, in Tunis.


Die Hitze haute uns beinahe aus den nicht vorhandenen Socken, aber was hatten wir erwartet? Mitten im Hochsommer, dem Äquator ein ganzes Stück näher, im Wüstenklima? Eisberge waren es jedenfalls nicht. Die Hitze flimmerte und es blieb einem im ersten Moment tatsächlich erstmal die Luft weg.

Unsere Koffer hatten wir relativ schnell und ich war durchaus begeistert. Allerdings waren wir nun in einem Land, in welchem eine sehr hohe Armut und Arbeitslosigkeit herrscht. Somit versuchten natürlich einige Einheimische unser Gepäck für uns zu tragen. Da ich gerade mit Geld wechseln und Getränke organisieren beschäftigt war und meine Tochter auf solch eine Situation nicht vorbereitet war, schnappte sich einer unsere Koffer und trug sie dann zu unserem Bus. Dieser „ganz-umsonst-Service“, von dem meine Tochter ausging, entpuppte sich natürlich als Trinkgeldersuchen. Scharf war unser Kofferboy keineswegs auf tunesische Dinar, nein, der Euro war dann doch sehr viel lukrativer. ;-) Aber das sah ich dann auch nicht sonderlich eng. Im Grunde wusste ich ja was uns erwarten würde.


Die arabische Kultur und Mentalität ist völlig anders, als wir es hier so gewohnt sind. Ich kenne sie von einigen meiner Aufenthalte in Ägypten und Tunesien vor einigen Jahren. Von daher überraschte mich das alles nicht ganz so sehr. Diskretion und Privatsphäre sind dort ein Fremdwort.


Die Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel war relativ ernüchternd. Die Armut in diesem Land ist allgegenwärtig und Hygiene oder Müllentsorgung größtenteils eine Katastrophe.


So viel Müll überall, ein Wahnsinn und allem voran, Plastik. Flaschen und Tüten, wohin man schaute. Das warf auf die ohnehin schon sehr karge Landschaft einen weiteren großen Schatten. Es ist eigentlich nicht in Worte zu fassen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Müll, Müll und nochmal Müll.


Überall fanden sich Häuser, in denen es für uns nicht möglich wäre, dort zu wohnen. Teils eingefallen oder anderweitig zerstört, dass dicke schwarze Stromkabel hing lose über dem Balkon. Überall sprangen Kinder herum und spielten. Ernüchternd.


In den etwas mehr belebten Straßen fanden sich Imbisse. Dort wurde das Fleisch direkt gegrillt, allerdings befand sich das verwendete Fleisch in Glasvitrinen daneben, ohne Kühlung, der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt und darauf wiederum, tummelten sich dicke schwarze Fliegen.


Ich denke schon, dass das menschliche Immunsystem lernen kann mit vielem zurechtzukommen. Ansonsten wäre unsere Erdbevölkerung wohl um schon einiges geschrumpft. Allerdings wäre dieser Fleischkonsum für einen Mitteleuropäer wohl eher mit einigen Problemen behaftet. Unsere Idee, hin und wieder mal auf eigene Faust etwas Essen zu gehen, zerschlug sich auf dieser Fahrt.


Die Fahrkünste in Nordafrika sind aufregend. Ich bin mir nicht sicher, wie oft ich kurz vor einem akuten Herzstillstand stand. Der Stärkste und Schnellste überlebt. Verkehrsregeln? Fehlanzeige!

 

Glücklicherweise erreichten wir dann doch noch unser Hotel. Ziemlich erschöpft, ziemlich durchschwitzt und hundemüde. Nach einem kurzen Abendessen, duschten wir erstmal und gingen dann noch lange am Strand spazieren. Unser Urlaub hatte nun richtig begonnen.


Teil 2 folgt……………….

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Ihr Lieben, heute möchte ich mich nach doch längerer Pause zurückmelden. Ich hoffe es geht Euch gut. Gesundheitlich hat sich doch einiges bei mir getan. Dazu werde ich aber demnächst ausführlich berichten. Es sei vorerst soweit gesagt, dass es mir weitgehend gut geht, leider ist noch nicht alles im grünen Bereich, aber ich bin guter Dinge. Passt auf Euch auf, Eure Marie!

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11.8.19 17:07

Letzte Einträge: Ein Kalender zum Advent, Geduld, Ich hab´ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd ^^, Life is a journey, Und wiedermal wird es Weihnachten....

bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


padernosder (11.8.19 17:49)
Hallo Marie,

da lesen "wir" also wieder etwas von Dir und sind gleich mittendrin in der "Hölle"! ;-)

Gnadenlose Hitze, Müll und Elend auf der einen Seite, Tourismus auf der anderen. Ich will dieses Thema nicht ausweiten. Lieber nehme ich Anteil an Deiner Freude, daß Du mit Deiner Tochter endlich einen langersehnten Urlaub antreten konntest.

Bei "Rom - Tunis" in 90 Minuten, da mußte ich an "Hannibal" denken, der für den umgekehrten Weg mit seinen Elefanten unwesentlich mehr Zeit brauchte. ;-) Die Reste des "alten Karthago" habe ich leider noch nicht gesehen.

Ohne dem Kommenden vorgreifen zu wollen, hoffe ich, daß euer Urlaubsziel genau das bot, was ihr euch erhofft habt! Bis bald!


gebsy (11.8.19 19:58)
Danke, liebe Marie!
Spannend und informativ wie immer, bist Du in unserer Mitte
Dass es mit Deiner Mutter noch spannt, tut mir echt leid für Euch
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt …


Maccabros (12.8.19 06:25)
Das klingt nach einer recht schönen Zeit.

Hoffe der Rest regelt sich noch...


LG

Maccabros


Faradei (12.8.19 11:05)
Marie, schön, dass du da bist - egal wo.


Mirco / Website (13.8.19 04:02)
Einfach großartig, endlich mal einen Reisebericht von jemanden anderem zu lesen.
Müll, ist ein Problem, dass viele Länder dieser Welt betrifft. Da wir es nur selten zu Gesicht bekommen, machen sich die meisten Menschen nur wenige Gedanken darüber - leider! Ich freue mich schon auf Teil 2, denn ich bin mir sicher, es gibt in Tunesien auch sehr viele positive Dinge zu erspähen. Das Problem mit dem Koffern, ist ganz einfach zu lösen. Für eine Reisezeit bis zu zwei Wochen reicht ein 40L Rucksack - also Handgebäck. Ja wirklich, auch für eine Frau ist so ein Rucksack vollkommen ausreichend.
Ich empfehle Osprey Farpoint 40(42L).

Viele Grüße aus Ningbo

Mirco


pally (13.8.19 19:03)
Hallo Marie, schön, Dich wieder in unserer Mitte zu haben.
Dein Urlaubs-Bericht - Teil I - klingt schon ein wenig abenteuerlich. Aber andere Länder, andere Sitten! Vor einigen Jahren war meine Tochter in Indien, da herrschte das gleiche Chaos. Kühe zwischen fahrenden Autos u. verbrennendem Müll, Kinder, die gern behilflich sein wollen, für Euros versteht sich,Stände mit Fleisch u.Fischs am Straßenrand, und das alles auch bei sengender Hitze. Für uns unvorstellbar, im dem Land eine Selbstverständlichkeit. Hygiene ist nicht in allen Ländern das A und O. Aber Du und Deine Tochter werdet Euch schon mit dem Gegebenen arrangieren. Ihr werdet sehen, es wird ein unvergesslicher Urlaub werden. Bis zum Teil II herzliche Grüße, pally

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