Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Frohe Weihnachten....und etwas von mir...^^

"Die Geburt Jesu ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, dass immer bleibt." (Martin Luther)
 
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Wieder ist ein Jahr vergangen und gerade in diesem Jahr empfinde ich den Lauf der Zeit als unheimlich zügig. Nun, zum Jahresabschluss möchte ich doch eine kleine Zusammenfassung machen:
 
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Das erste halbe Jahr gestaltete sich nach wie vor etwas turbulent. Chemos und kleinere Operationen folgten in regelmäßigen Abständen. Die Chemos forderten immer wieder viel Durchhaltevermögen von mir, eine Eigenschaft die wohl irgendwo in mir lag, aber sich doch nicht immer auf den Plan rufen ließ. Aber letztendlich wurde dann doch im frühen Sommer die vorerst letzte Chemo eingeläutet.
 
Zusätzlich musste ich mich Ende Mai noch einer größeren Operation unterziehen, wobei nochmal ein verdächtiger Bezirk meiner noch vorhandenen Niere, sowie ein Teilstück meines Magens entfernt wurde. Leider hatte sich ein nicht unbeachtliches Ulcus im Magengrund gebildet. Seitdem ist Essen eine Herausforderung geworden und verlangt mir immer wieder, bis heute so einiges ab. Aber dazu mal präziser in einem separaten Eintrag. Während des Sommers erholte ich mich dann doch recht gut von dieser Operation, machte einen wunderschönen Sommerurlaub mit meiner Tochter und fing auch wieder an regelmäßig und im vollem Umfang zu arbeiten.
 
Alles lief recht gut, es gab ganz gute, aber ich denke, wie bei jedem anderen auch, mal weniger gute Tage. Natürlich wich Heidelberg mir nicht von den Fersen, allerdings fing ich auch ein wenig an zu schludern. Leider haben sich meine Blutwerte bis heute nicht wesentlich gebessert, so dass die Tumormarker weiterhin Alarm schlagen und somit meine Ärzte in Sorge sind. Ja gut, ganz beruhigt bin ich selbstverständlich auch nicht, wie denn auch, schließlich waren die letzten drei Jahre voller Katastrophen und es wurde immer wieder irgendwas gefunden.
 
Es fällt schwer zu glauben das alles gut sein könnte. Dennoch klammere ich mich an den kleinsten Strohhalm und leider stecke ich auch nicht allzu wenig den Kopf in den Sand. Im Januar wird dann die nächste größere Untersuchung anstehen und dann sehen wir mal weiter. Mein Arbeitsalltag ist in den letzten Wochen relativ umfangreich geworden und manchmal nimmt mein Hamsterrad aus der Zeit vor meiner Erkrankung wieder Gestalt an.
 
Mein Privatleben befindet sich gerade im Umbruch und ich glaube das ist eine gute Grundlage, jedenfalls gibt mir dies Kraft und Halt. Danke dafür!
 
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Ich wünsche Euch von Herzen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest, mit der nötigen Ruhe für Euch selbst und die wirklich wichtigen Dinge welche Euch gut tun. Zeit ist kostbar und was vergangen ist, lässt sich nicht mehr aufholen. Aber, am allermeisten wünsche ich Euch Gesundheit und die Kraft, alltägliches zu meistern, ob gut, ob schlecht. Startet gut in das neue Jahr und beginnt es mit einem guten Gefühl, dass alles gut wird!
 
Bis bald, Eure Marie
 
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Hier nochmal meine kleine Weihnachtsgeschichte, auch in diesem Jahr wird sie wieder in unserer Gemeinde als Krippenspiel vorgetragen. Naja, und wie sollte es anders sein, bin ich natürlich dieses Jahr wieder im Boot.....
 
Erzähler:
 
Wie an jedem Tag, versammelten sich die Engel, um in die Welt geschickt zu werden, und um dort als Schutzengel ihre Arbeit bei den neugeborenen Kindern aufzunehmen. Jedes Kind, das geboren wird, bekommt seinen eigenen Schutzengel. Jeder Engel, der sich auf den Weg machte, wusste wohin er musste. Petrus rief immer jeden einzelnen der Engel zu sich und erklärte ihm seine künftige Aufgabe. Natürlich waren die Aufgaben der Engel unterschiedlich, denn jedes Kind ist anders, manche sind laut, manche sind leise, manche sind stürmisch oder schüchtern, aber es gibt auch manchmal kranke Kinder. Die einen Engel haben alle Hände voll zu tun und wiederum andere langweilen sich ein bisschen. Und dann gab es noch Jonathan. Er war erst vor kurzer Zeit wieder zurückgekehrt ins Wolkenland, da sein Kind, welches er beschützte so sehr krank war, dass es starb. Darüber war er sehr traurig, aber er hoffte, dass er bald wieder einem Kind ein guter Begleiter sein konnte. Nach und nach flogen die meisten Engel davon.
 
Jonathan wartete noch immer, er galt immer als etwas stur und eigensinnig und meistens verschlief er, wenn es im Wolkenland etwas zu tun gab. Aber dann hörte er das „Klingeling“, und genau bei diesem „Klingeling“ wusste er, nun ist Eile geboten und er musste schleunigst zum Himmelstor, da eine neue Aufgabe auf ihn wartete.
 
Im Zwiegespräch Jonathan und Petrus:
 
Petrus: „Jonathan, heute habe ich eine besondere Aufgabe für Dich. Es ist noch nicht ganz klar, wo das Kind geboren werden wird, für das Du ab sofort verantwortlich sein wirst.“
 
Jonathan: „Aber Petrus, wie soll ich dann rechtzeitig am richtigen Ort sein, wenn das Kind auf die Welt kommt?“
 
Petrus: „Keine Sorge, dort hinten siehst Du einen großen hellen Stern mit einem langen Schweif. Folge ihm. Er wird langsamer und langsamer werden und wenn der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort erreicht ist, wird er stehen bleiben.“
 
Jonathan: „Warum bekomme ich so eine schwierige Aufgabe?“
 
Petrus: „Weil ich mir sicher bin, dass Du es kannst und das genau Du der richtige kleine Engel für diese Aufgabe bist. Dort wird ein König geboren, der den Menschen Glaube, Hoffnung und Liebe schenken wird.“
 
Jonathan: „Ein König? Ich bin nur ein kleiner Engel, wie soll ich auf einen König aufpassen?“
 
Petrus: „Es ist ein kleiner König, genau richtig für einen kleinen Engel, Du wirst sehen, dass Du der Richtige dafür bist. Und nun mach Dich auf den Weg.“
 
Erzähler:
 
Der kleine Engel schritt durch das Himmeltor, kletterte ein Stückchen die Himmelsleiter hinunter und flog dem hellen Stern entgegen. Anfangs hatte dieser Stern ein ganz schönes Tempo drauf, aber dann wurde er etwas langsamer und siehe da, plötzlich blieb er stehen. Jonathan war erst unsicher und wusste nicht so recht weiter. Aber dann fasste er sich seinen ganzen Mut zusammen und schwebte langsam auf die Erde hinunter.
 
Jonathan: (im Selbstgespräch) „Na sowas“, dachte Jonathan laut. „Nirgends ein Schloss oder ein Palast. Es war doch von einem neuen König die Rede. Sowas blödes, jetzt habe ich mich doch wieder verflogen und bin am Ende dem falschen Stern gefolgt. Besondere Aufgabe, dass ich nicht lache.“
 
Erzähler:
 
Jonathan war traurig und auch ein bisschen wütend auf sich selbst. Nichts konnte er gut genug machen. Er setzte sich auf einen Felsen, verschränkte die Arme und schaute ratlos in den Sternenhimmel. Auf einmal bemerkte er neben sich eine kleine Maus.
 
Im Zwiegespräch Jonathan und Fridolin (Maus):
 
Jonathan: „Wer bist Du denn?“
 
Maus: „Ich bin Fridolin und wer bist Du?“
Jonathan: „Ich bin der kleine Schutzengel Jonathan, Du bist eine Maus, warum machst Du keinen Winterschlaf?“
 
Fridolin: „Ach weißt Du, irgendwie konnte ich nicht in den Schlaf finden, meine Mäusefamilie liegt hier unter uns eingekuschelt zusammen und schläft und ich kann einfach nicht einschlafen. Da bin ich nach oben gekrabbelt, habe mich ein bisschen in der Gegend umgesehen und dann habe ich mir die Sterne betrachtet.“
 
Jonathan: „Du hast es gut, Du hast Deine Mäusefamilie und weißt wo Du hingehörst, aber ich, ich soll einen König finden und künftig an seiner Seite sein. Aber siehst Du hier irgendwo einen kleinen König, ein Schloss oder einen Palast?“
 
Fridolin: „Nein, dass sehe ich nicht. Hier gibt es nur einfache Häuser und Hütten, dort vorne ist eine kleine Gastwirtschaft und hinten im Hof ein paar ärmliche Ställe. Wo soll denn Dein König sein?“
 
Jonathan: „Ja da fragst Du mich was. Wahrscheinlich hat Petrus mir das gesagt, aber ich kann mir das immer so schlecht merken und weiß nur noch, dass ich dem großen hellen Stern folgen sollte und wenn er stehen bleibt, sollte dort mein König geboren werden.“
 
Fridolin: „Warte, dort vorne in den Ställen wird gerade ein Kind geboren. Aber ich glaube nicht, dass das Dein Königskind ist. Die Eltern sind arm und kamen auf einem Esel aus einem weitentfernten Dorf.“
 
Jonathan: „Das ist aber komisch, dann wird sicher hier noch ein kleiner Schutzengel unterwegs sein.“
 
Fridolin: „Ich konnte keinen sehen, weißt Du was, wenn Du Deinen König nicht findest, dann beschütze Du doch einfach dieses Kind. Es darf doch nicht sein, dass ein Kind ohne Schutzengel auf die Welt kommt.“
 
Jonathan: „Das ist gar keine so schlechte Idee, dann lass uns mal zum Stall laufen und falls doch ein anderer Engel eingeteilt wurde, kann ich ja immer noch verschwinden.“
 
Erzähler:
 
Die Beiden liefen zum Stall hinüber und schauten durch zwei große Astlöcher in den Stall. Dort sahen sie den Esel und einen Ochsen im Stroh liegen. Nicht weit davon, lag einer kleiner Junge in einer notdürftig zusammengezimmerten Krippe. Daneben saßen Josef und Maria.
 
Plötzlich wurde der große Stern noch heller und drei Könige aus dem Morgenland kamen in den Stall. Sie brachten dem kleinen Kind Gold, Myrrhe, Weihrauch und viele Früchte, verbeugten sich und küssten seine kleinen Händchen. Jonathan und Fridolin staunten nicht schlecht.
 
Rundherum auf den Feldern standen die Hirten mit ihren Schafen und schauten hinauf zu dem hellen großen Stern. Dann kamen auch sie zu dem Stall und brachten dem Kind all` ihre Sachen, die sie bei sich hatten, Wasser, Brot, Käse und Milch. Dann knieten auch sie nieder.
 
Im Zwiegespräch, Fridolin und Jonathan:
 
Jonathan: „Du Fridolin, ich glaube, ich bin doch nicht dem falschen Stern gefolgt. Ich glaube das hier ist mein kleiner König. Ein König, der den Menschen Glaube, Hoffnung und Liebe bringen soll, sie darin bestärken und auch belehren wird.“
 
Fridolin: „Jawohl, das ist Dein kleiner König und Du bist nun sein Schutzengel, ich bin so stolz auf Dich, Jonathan.“
 
Jonathan: „Ich ganz alleine darf ihn beschützen. Nie hätte ich gedacht, dass ich so eine aufregende große Aufgabe bekomme. Ich danke Dir Fridolin, für Deine Hilfe und wünsche Dir nun einen gesegneten Winterschlaf.“
 
Erzähler:
 
Jonathan flog langsam und behutsam in den Stall und wich ab sofort dem kleinen Königskind, welches den Namen Jesus bekam, nicht mehr von der Seite. Fridolin war sichtlich berührt und tapste auf seinen kleinen Mausepfötchen zurück zu dem großen Felsen. Dann schlüpfte er durch das Mauseloch in den kleinen engen, etwas matschigen Gang und kroch weit unter die Erde, in das Mäusenest zu seinen Eltern und Geschwistern. Es dauerte nicht lange und er schlief tief und fest ein.
 
Im nächsten Frühjahr, als die Sonne langsam die Erde erwärmte, wurde er wieder wach. Er kroch nach oben, blinzelte in die Sonne und war sich gar nicht mehr so sicher, ob das alles nicht einfach nur ein wunderschöner Traum gewesen war.
 
Frohe Weihnachten!  
  
    © Marie Luise v. .. *********************************************

5 Kommentare 24.12.19 15:50, kommentieren

Von Kamelen und Löwinnen ..... Sommerurlaub 2019 Teil 2

"Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt...."


.........Es war einfach schön mal wieder ein paar unbeschwerte Tage alleine mit meiner Tochter verbringen zu können. Am ersten Tagen unternahmen wir nicht ganz so viel. Ich hatte uns ein kleineres, etwas außerhalb, gelegenes Hotel gebucht. Den übermäßigen Touristentrubel mochte ich noch nie sehr gerne. Außerdem störte mich generell das unflädige Verhalten einiger Bevölkerungsgruppen. Ich möchte hier jetzt keinen an den Pranger stellen, aber die Häufung bestimmter Nationalitäten war und ist leider sehr auffallend.

Wie so oft stellte sich meine Entscheidung, „weniger ist mehr“, auf meine Hotelauswahl, im Nachhinein als guten Entschluss heraus. Meine Auswahl war gut und der Komfort für unsere Belange ausreichend. Im Grunde hatten wir sowieso geplant unsere Urlaubstage mit einigen Ausflügen zu gestalten.


Die arabische Mentalität ist und war gewöhnungsbedürftig und meine Tochter war bereits nach den ersten Stunden schon fast bedient. Ich muss dazu sagen, sie ist da auch nicht sonderlich belastbar und ihr Geduldsfaden relativ dünn. Manchmal würde ich mir für sie ein wenig mehr Empathie und Nächstenliebe wünschen und hoffe, dass sich dies irgendwann noch ein wenig mehr manifestieren wird. Aber die Frage wäre natürlich immer noch, wo fangen Empathie und Nächstenliebe an und wo ist das gesunde Maß überschritten. Möglicherweise ein Zustand oder eine Grenze, welche ich selbst nicht so ganz beziffern kann.


Eine Reise in ein arabisches bzw. orientalisches Land ist immer anders. Kennt man die arabische Mentalität, ist es im Groben einzuschätzen. Privatsphäre und einen gesunden Abstand kennen dort die wenigsten oder sagen wir es so, eigentlich kennt es dort wirklich keiner. Selbst dieser Teil der Bevölkerung, welche beispielsweise einige Jahr im Ausland, bevorzugt Deutschland, studierte, fällt in der Heimat in seine alt eingesessenen Muster zurück. Ist man dann noch als Frau oder so wie wir, als Mutter und Tochter alleine unterwegs, wird’s schon manchmal unangenehm. Aber letztendlich konnten wir uns doch ganz gut durchsetzen.


Reisegruppen mag ich im Prinzip gar nicht. Ich erkunde gerne auf eigene Faust und stelle das tägliche Programm selbst zusammen. Auch das in einem solchen Land ein Kampf gegen Windmühlen. Natürlich wurden, auch in unserem Hotel, Ausflüge jeglicher Art angeboten. Das ist sicherlich nicht ganz schlecht, aber allerdings nicht das wonach ich oder wir suchten. Reisegruppen mit den unterschiedlichsten Menschen sind bestimmt manchmal ganz bereichernd und amüsant, sei es der typische Socken-Sandalen-Tourist oder eben die pingelige Tante von nebenan. Doch nach solchen Konfrontationen war es uns absolut nicht. Diesmal suchten wir einfach etwas Ruhe und eigene Erfahrungen und Erlebnisse, um Land und Leute und vor allem Lebensumstände, besser kennenzulernen.


Letztendlich schafften wir es dann auch, einen seriösen Guide zu finden. Unsere Gruppengröße betrug, mit sechs Personen, einen akzeptablen Rahmen. Die Mentalitäten waren nett und wir verstanden uns auf Anhieb. Unseren drei-Tages-Trip begannen wir mit einer Segelbootstour. Im Grunde war dies nur die Alternative zum Bus. ;-) Zwischendurch gab es einen mehrstündigen Halt im Mittelmeer. Schön war es, freilebende Delphine zu beobachten, welche unser Schiff begleiteten. Auch hatten wir die Gelegenheit im Meer mit den Delphinen zu schwimmen. Stellt man sich immer so einfach vor, allerdings hätte man das den Delphinen vielleicht vorher erzählen sollen. ;-) Sie schwammen zwar immer mal recht nah an uns vorbei, allerdings so richtig anfassen und festhalten, war eher nicht möglich. Tja, mein Flipper-Kindheitstraum wurde also nicht wahr. ;-) Aber trotzdem war es ein sehr schönes Erlebnis und wenn ich ehrlich bin, fand ich das eigentlich genau so in Ordnung, denn genau das bedeutet doch im Grunde: „Freiheit ohne Zwang“.


Als wir dann wieder an Land anlegten, wurden wir mit einem kleinen Bus zu einem kleinen Beduinendorf gebracht. Bus ist dort nicht gleich Bus. Das sei damit mal so gesagt. Das einzige was wirklich funktionierte war die Klimaanlage, allerdings auch nur in zwei Stufen: Sieden oder Schockfrosten. ;-) Leider ließen sich die Schiebefenster nicht wirklich öffnen. Jedenfalls hatte ich da so meine Bedenken, dass bei Betätigung nicht gleich die ganze Scheibe auf mich fiel. Da ich da auch relativ frei von Talenten bin, hatte ich vorsorglich mal meine Finger davongelassen.


Unsere Übernachtungen in den nächsten zwei Nächten fanden in doch relativ komfortablen Beduinenzelten statt. Es war schon so, dass es einigermaßen vernünftig für Besucher hergerichtet war. Ich fand´s gut, meine Tochter war anfangs skeptisch und doch auch etwas pingelig. Da hätte ich mir dann doch wieder meine relativ gutmütige Toleranzgrenze als Erbmasse gewünscht, aber nun gut, so ganz lassen sich die Gene ihres Vaters doch nicht eliminieren. Leider kommen diese doch immer mal wieder ungefragt zum Vorschein, meistens natürlich dann, wenn ich es so gar nicht brauchen kann.


Als wir dann unsere Schlafplätze soweit hergerichtet und ich natürlich vorsorglich das Bett meiner Tochter auf irgendwelche ungebetenen Gäste untersuchte und Entwarnung geben konnte, zwei entfernte Käfer verschwieg ich vorsichtshalber erfahrungsgemäß mal, war erstmal wieder alles paletti. In einem Erdofen wurde dann Fladenbrot gebacken und es gab Oliven, Tomaten und viele Dinge, die einfach aber sehr, sehr lecker waren. Und genau so hatte ich mir das auch vorgestellt. Unsere Mini-Reisegruppe gestaltete sich auch als sehr angenehm und unkompliziert, was mein Allgemeinbefinden doch sichtlich anhob.


Am nächsten Tag ging es schon früh los. Natürlich war die Körperhygiene ein wenig spartanisch angesiedelt, aber ach Gott, ganz so schlimm war das auch mal nicht. Zwei Tage ließen sich schon mal mit einer Minimalversorgung in der körperlichen Reinigung, aushalten.An diesem Tag stand eine ausgiebige Quad-Wüstentour auf dem Programm, da hieß es natürlich, der frühe Vogel fängt den Wurm, obwohl ich weder Vogel noch Wurm wahrnehmen konnte. ;-) Die Hitze war nicht ganz unerheblich und umso höher die Sonne stieg, desto heißer wurde es natürlich. Die Vorausläufer der Sahara waren sehr beeindruckend. Kakteen, Aleo Vera und ganz viele Geckos, Schlangen und auch Vogelspinnen begegneten uns. Quad fahren ist cool und wenn man nicht sonderlich auf Verkehrsregeln schauen muss, also im Grunde dort eigentlich gar nicht, eine wirklich sehr tolle Geschichte. Nach ca. 1,5 Stunden legten wir immer Stopps ein, denn anstrengend war die ganze Sache schon und bei diesen Temperaturen war natürlich eine ausreichende Wasserzufuhr unumgänglich. Abends waren wir dann von oben bis unten eingestaubt, ziemlich erschöpft, aber auch relativ glücklich. Ein schöner Tag mit vielen besonderen Eindrücken.

 


Am Folgetag unternahmen wir dann noch eine größere Kamelsafari, wobei mir da nicht immer so ganz klar war, wo sich bei manchen Teilnehmern das Kamel wirklich befand. Oben oder unten. ;-) In einer Oase durften wir an den Tagesabläufen der Beduinen teilhaben. Ein für uns sicher fast unvorstellbares Leben, allerdings und da bin ich mir sicher, um ein vieles sorgenfreier und dadurch einfacher.


Zurück im Hotel genossen wir zwischendurch auch tatsächlich mal einen Strandtag, welcher uns auch richtig gut tat. Wir unterhielten uns viel und mir wurde deutlich, dass wir nun an einer Schwelle standen, wo die Kindheit meiner Tochter enden wird und ich sie schweren Herzens, aber natürlich auch mit dem nötigen Halt, ins Erwachsenenalter entlassen musste. Das wäre dann wohl diese Phase mit dem lachenden und weinendem Auge. ;-) Zum einen bin ich froh, das aus ihr das geworden ist, was sie ist. Eine junge, sehr selbstbewusste Frau, welche sicherlich heute schon besser weiß, als ich es selbst jemals wusste, wohin ihr Lebensweg im Grunde gehen wird.


Wir führten viele Mutter-Tochter oder einfach Freundinnen Gespräche, nicht immer ganz diskussionsfrei. Aber ich denke das macht die ganze Sache rund und natürlich. Zu erfahren, dass man als Elternteil ein aktives Sexleben von seinem Kind abgesprochen bekommt und dies überhaupt nicht in deren Vorstellungskraft liegt, dass man mit Mitte vierzig evtl. noch nicht ganz entfernt von gut und böse ist, war mir schon ein wenig neu. Ich ließ sie in dem Glauben und werde mir mal wohl künftig Clubmitgliedschaften in Golfsclubs näherbringen und Golf spielen in Erwägung ziehen. Wer braucht schon mit Mitte vierzig noch Sex. Sex im Alter soll ja bekanntlich Golf spielen sein. ;-)


 

Unser Abreisetag gestaltete sich dann relativ entspannt, unser Rückflug nach Rom war ebenfalls komplikationslos, ebenso unser Kurzaufenthalt dort. Wir nutzen diesen Zwischenstopp, um noch ein paar italienische Spezialitäten einzukaufen und kamen dann etwas müde, aber dennoch mit der Übereinstimmung, dass uns dieser Urlaub wieder ein wenig fester verbunden hat, in Frankfurt an.


So hätte auch dieser Urlaub wirklich harmonisch geendet, wäre da nicht mein dummes Gefühl, das noch irgendein i-Tüpfelchen zum Abschluss fehlen würde, gewesen. Kaum standen wir bei der Kofferausgabe, erklang auch schon über Lautsprecher „Flug……aus Rom…Frau Dr. …….bitte melden Sie sich umgehend am Informationsschalter!“ Meine Tochter und ich schauten uns erschrocken an, als wir realisierten, dass wir bzw. ich gemeint war.

 Mit dem schlimmsten rechnend, trabten wir im Galopp zum Informationsschalter, um dort die Nachricht zu erhalten, dass ich umgehend meine Mutter anrufen sollte. Sie hatte bereits fünfmal angerufen…….. Ich bedankte und entschuldigte mich parallel beim Bodenpersonal des Informationsschalters, denn ich konnte mir gut ausmalen, welchen Affentanz meine Mutter dort abgelegt hatte.

Gut, im Grunde war mir klar, dass sicherlich nicht der nun schon oftmals prophezeite Weltuntergang bevorstand, sondern es wohl wirklich nur wieder eine ihrer Lappalien war. Allerdings, wie das so ist, es könnte ja tatsächlich auch mal etwas wirklich Wichtiges dahinterstecken. Dies zu beurteilen ist mir leider im Vorfeld noch nie gelungen. Aber gut, da ich vermeiden wollte, dass sie die Mitarbeiter weiterhin belästigte bzw. die Leitung für wirklich wichtige Dinge blockierte, rief ich sie halt an.

Die ganz große Überraschung gab es natürlich nicht und blieb somit aus. Erleichtert, dass es sich um keinen Notfall handelte war ich schon, gleich gefolgt von einer nicht aufzuhaltenden Wutattacke, da sie mich nur an meine „Pflichten“ Abends bei ihrem Bridgeclub erinnern wollte. Da ich ja am Abreisetag nicht ans Telefon gegangen war, musste sie es halt so versuchen. Natürlich, ganz logische Erklärung. Die Option, mich einfach nach unserer Landung ganz normal anzurufen, lag ihr wie immer wohl fern. Frau Gräfin ist ja wichtig und braucht Ihren gewissen Aufmerksamkeitspegel. Alles wie immer.

Ich kenne ja solche Mittel und Wege meiner Mutter mittlerweile schon zur Genüge. Dennoch regt es mich immer wieder aufs Neue auf. Meine Überlegung, mich einfach in den nächsten Flieger zu setzen und mit dem Fallschirm in der kanadischen Wildnis abzuspringen, lagen mir sehr nahe. Da ich aber im Fallschirmspringen und mit wilden Bären momentan nicht so gut in Übung war, ließ ich es lieber bleiben und wir fuhren dann ordnungsgemäß in die Höhle der Löwin!


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Fazit: Ein unvergesslicher beeindruckender Urlaub, mit vielen harmonischen, gemeinsamen Momenten. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren immer mal wieder gemeinsame Zeit für eine Zeit außerhalb der Regel, finden werden.

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Eine lange Zeit ist nun vorüber, seit ich wirklich aktiv bloggte. Gesundheitlich geht es mir zur Zeit so la la….. Es geht mir nicht sonderlich schlecht und ich würde sagen, es ist ok. Allerdings merke ich auch fast täglich, dass ich eben noch nicht ok bin. Beim letzten Screening wurde eine Nierenbiopsie mitgemacht, welche nicht so ganz zufriedenstellend war. Blöde Situation gerade. Anfang Dezember wird das nächste Screening laufen und dann werden wir entscheiden, je nachdem, wie die Ergebnisse sich outen. Evtl. muss nochmal überlegt werden, ob wieder eine Chemo durchgeführt werden muss. Eine andere Alternative gibt es nicht, falls die neuen Ergebnisse weiterhin fragwürdig oder noch schlechter sein sollten.

Alternativ bliebe nur noch eine Nierenentfernung, aber das wäre natürlich auch nur die allerletzte Option, denn so ganz ohne Niere, wäre es schon schwierig und eine ständige Dialysepflichtigkeit, bis zu einer Transplantation, sollte sich ein passendes Organ finden, für mich momentan noch undenkbar.Mittlerweile hänge ich seit drei Jahren in diesem Dilemma.

Ich will nun nicht wirklich jammern, denn ich glaube, ich hatte auch ganz viel Glück dabei. Ich hoffe, dass Anfang Dezember meine Ergebnisse im Toleranzspielraum sind und ich weiterhin genau wie in den letzten Monaten, so erstmal weiterleben kann. Wirklich Lust, mich wieder in die Mühlen der Ärzte und deren unzähligen Ideen zu begeben habe ich nicht.

Ich arbeite derzeit als angestellte Ärztin in einer gynäkologischen Praxis mit Belegbetten in einem ortsnahen Klinikum. Das ist schon sehr umfangreich und mit meinen ganzen zusätzlichen Funktionen, Ämtern etc. ein sehr angespannter Tagesablauf. Trotzdem mache ich es gerne. Allerdings habe ich mich seit einigen Wochen dazu entschieden, einiges abzulegen, um ein wenig mehr Freiraum für mich zu haben, denn das liebe Hamsterrad ist schon wieder ordentlich am Rollen.

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Ich wünsche Euch von Herzen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Vor allem Zeit und die Sicht auf die wirklich wichtigen Dinge, ohne Hektik, ohne Konsumterror. Zeit für Euch, Zeit für Eure Lieben und zum lieben, den einen mehr, den anderen weniger. ;-) Ich melde mich natürlich immer mal wieder und bin bis heute froh, Euch hier gefunden zu haben.

Eure Marie

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