Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Lebenszeichen

**Die Hoffnung ist in das Gelingen verliebt**

Ihr Lieben,

es geht mir im Moment relativ gut und ich habe Euch natürlich nicht vergessen. Wie könnte ich denn...

In den letzten Monaten war vieles anders, neu und turbulent.

Ich werde in den nächsten Wochen einen ausführlichen Eintrag verfassen.

Aber macht Euch erstmal keine Sorgen. Es gibt mich noch und wenn alles weiterhin wenigstens so bleibt wie im Moment, dann wird sich daran auch vorerst nichts ändern.
Alles andere halten wir sowieso nicht in den Händen. ;-)

Natürlich lese ich regelmäßig Eure Beiträge und bin von den schönen Bildern und Geschichten, Versen und Gedichten immer wieder aufs Neue begeistert.

Passt auf Euch auf!

Bis ganz bald,
Eure Marie

9 Kommentare 11.7.20 09:55, kommentieren

Die Gedanken sind frei....Handlungen nicht immer ^^

 

Und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

 
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 Es gibt Zeiten, da läuft alles weitgehend gradlinig, jedenfalls im überschaubaren Anteil des täglichen Lebens. Der Wecker klingelt, aufstehen, Zähne putzen, duschen, Kaffee trinken, zur Arbeit fahren, arbeiten, arbeiten, arbeiten, nach Hause fahren, duschen, schlafen. Doch dann gibt es auch wieder diese Tage, die einem extrem viel abverlangen, diese Tage, welche schon beim ersten Klingeln des Weckers zu einer Zumutung werden.

Mein Leben ist turbulent. Nicht erst seit gestern. Es hat sich nicht in den letzten Monaten oder Jahren so entwickelt, nein, im Grunde ging das wohl schon recht früh los. Meine Eltern, unterschiedlicher hätten sie wohl nicht sein können, lebten mehr oder weniger ihr Eigenleben. Erziehung wurde zwar sehr großgeschrieben, oblag aber meistens Fremden, Nannys, Hauslehrern in den Ferien und und und. Das hatte natürlich diesen gewissen Vorteil, dass man superleicht Erziehungsdefizite dem Personal in die Schuhe schieben konnte.

Der grundlegende Nachteil für mich selbst war immer eine greifbare Bezugsperson. Dennoch hatte ich meine Patentante fest an meiner Seite und im Laufe meines Lebens, bis zu ihrem Tode, wurden wir, in vielen unzähligen Momenten, zu Verbündeten. Sie war Schwester, Freundin, Mutter und Oma für mich zugleich. 50 Jahre trennten uns, dennoch stand sie immer fest im Leben und war nie weltfremd. Eine der Optionen, welche sich meine Mutter hier und da mal hätte auf die Agenda schreiben können.

Nicht nur unsere Seelen befanden sich im Einklang, nein wir trugen auch noch einen identischen Namen. Ich glaube das war zum Zeitpunkt meiner Geburt einfach und meine Eltern hatten sich wohl vorab nicht sonderlich viele Gedanken darüber gemacht, dass eines der Zwillinge tatsächlich ein Mädchen hätte sein können. Jungs standen hoch im Kurs und waren grundlegend erwünscht, ein Mädchen fiel grob gesehen durchs Raster. Jedenfalls erklärt mir dies bis heute, warum das Verhältnis zu meiner Mutter immer besonders mühsam und kompliziert war. Mein Vater hatte sowieso nie sonderlich viel zu sagen oder zu entscheiden und so wurde es eben der Name meiner Patentante.

Eigentlich kam ich mit meinem Namen immer gut zurecht, es hätte mich definitiv schlechter treffen können. Ein wirklich sehr befremdlicher Moment war die Beerdigung meiner Patentante, als dann dort, auf dem Grabstein, mein Name stand. Es hatte etwas seltsam, ungewöhnliches und bescherte mir ein unbehagliches Gefühl, zumal ich da gerade noch an einem sehr undurchsichtigen Punkt meiner Krebserkrankung stand. Ab diesem Zeitpunkt war ich dann noch die einzige „Marie Luise ……“

Ich erinnere mich noch genau daran, als ich, gestützt von Frank und Gabi, als letzte zu ihrem Grab ging. Ohne Blumen. Denn sie konnte Blumen nicht leiden. Genau wie ich liebte sie Bäume, Wälder, Berge, Felder, Wiesen, wilde Gärten und Pflanzen, Kakteen und alles was die Natur auf natürliche Weise so mit sich brachte, aber in einer Vase oder einem Grab irgendwelchen Blumen beim verwelken zuzuschauen, dass mochten wir beide nicht.

Sie fehlt mir noch bis heute. Bis zum Schluss hatten wir uns in regelmäßigen Abständen getroffen und selbst als meine Krebserkrankung ans Licht kam, war sie immer an meiner Seite. Manchmal lachten wir, aber ganz oft weinten wir auch zusammen. Sie gab mir Kraft und den Halt, welchen ich mir sicherlich von meiner Mutter bis heute manchmal wünschen würde, aber leider nie hatte.

Die Sache mit dem Heiraten lag ihr immer ein wenig auf der Seele. „Denk daran Marie, nicht gleich ja sagen, wenn Du einen Antrag bekommst! Immer ein bisschen Bedenkzeit einräumen, dass macht die ganze Sache magischer!“ Natürlich, die Heiratsanträge kamen ja schließlich in regelmäßigen Abständen bei mir ins Haus geflattert oder wurden auch hin und wieder mit einem Boten hoch zu Ross überbracht. ;-) Da konnte ich ja auch schon mal den Überblick verlieren. Aber sie war sich sicher, irgendwann würde es soweit sein. Ja, dann will ich mal abwarten, was die Prinzen in den fernen Burgen so mit mir vorhaben! Möglicherweise kommt mal einer daher, sieht mich und denkt sich: „naja, ach Gott, warum eigentlich nicht?“ ;-)

Diese Heiratssache, „wir heiraten wenn wir Kinder bekommen“, wäre alterstechnisch bei mir schon mal vom Tisch. Somit scheidet die Eizelle gegen Ring Variante schon mal aus. Somit hoffe ich, für den Fall der Fälle, dann doch auf die wahre Liebe und ggf. eine Heirat aus Liebe und weil es sich gut und richtig anfühlt.

Meine Freundin war bei ihrem Heiratsantrag alles andere als entzückt, da es eine sehr formale Sache war. Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob dies nicht letztendlich doch eine kalkulierte Sache ihres jetzigen Ehemannes war, denn die Geschäfte liefen genau in diesem Jahr recht günstig und ich würde nichts darauf verwetten, dass nicht genau dies ein klitzekleiner Grund gewesen sein könnte, um evtl. eine etwas günstigere Steuerklasse zu erhaschen. Aber psssst, das bleibt dann mal unter uns.

So ganz dahintergekommen, ob die beiden mittlerweile, mit einem Kind und zwei Hunden, wirklich glücklich sind, bin ich noch nicht. Selbst bei unseren unzähligen Rotweinabenden, bin ich noch keinen Schritt weitergekommen. Dabei würde es mich schon interessieren.

Ihre Theorie und leider auch Praxis einer guten Ehe: Kind, Hund, Ehemann und eine Affäre für die geheimen Wünsche. Kind, Hund, Ehemann kann ich gedanklich noch unterstützen, bei der zusätzlichen Affäre bin ich dann raus. Nicht nur gedanklich, sondern auch rein aus Überzeugung für mich selbst. Ich weiß das schon länger, mit der Affäre und wurde auch schon oft als Alibi genutzt oder benutzt?? Passend wäre wohl beides. Allerdings gibt es eine goldene Regel zwischen uns, sie kann tun und lassen was sie möchte, allerdings würde ich nicht lügen, käme es darauf an. Das weiß sie und nimmt dieses kleine Restrisiko in Kauf. Wahrscheinlich auch ein kleines Puzzleteil einer glücklichen Ehe. ;-)

Solche Tatsachen machen es mir nochmal etwas schwerer, an den Zauber und die Magie einer Ehe zu glauben, aber wie das so ist, die Gedanken sind frei und manchmal könnte sogar ein kleiner Zierkohl schon Grund genug sein, über eine gemeinsame Zukunft gewissenhaft nachzudenken und diesem: „sie lebten glücklich und zufrieden bis zu ihrem gemeinsamen Ende“, eine realistische Chance einräumen. Mal sehen wie und wohin die Würfel fallen werden ;-)

In diesem Sinne, wünsche ich Euch einen guten Beschluss für das nun fast vergangene Jahr. Reflektiert die vergangenen Monate für Euch und versucht auch aus negativen Erlebnissen und Erfahrungen noch etwas Gutes zu ziehen. Manchmal gibt es ganz unerwartet einen kleinen Sonnenstrahl, der einem zeigt, es geht alles weiter, nicht immer gleich, manchmal einfach etwas anders. Für das neue Jahr wünsche ich Euch nur das allerbeste, Gesundheit an erster Stelle und immer einen gesunden Blick für das Wesentliche!


***Alles Liebe, Eure Marie***

7 Kommentare 28.12.19 15:13, kommentieren