Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Von Kamelen und Löwinnen ..... Sommerurlaub 2019 Teil 2

"Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt...."


.........Es war einfach schön mal wieder ein paar unbeschwerte Tage alleine mit meiner Tochter verbringen zu können. Am ersten Tagen unternahmen wir nicht ganz so viel. Ich hatte uns ein kleineres, etwas außerhalb, gelegenes Hotel gebucht. Den übermäßigen Touristentrubel mochte ich noch nie sehr gerne. Außerdem störte mich generell das unflädige Verhalten einiger Bevölkerungsgruppen. Ich möchte hier jetzt keinen an den Pranger stellen, aber die Häufung bestimmter Nationalitäten war und ist leider sehr auffallend.

Wie so oft stellte sich meine Entscheidung, „weniger ist mehr“, auf meine Hotelauswahl, im Nachhinein als guten Entschluss heraus. Meine Auswahl war gut und der Komfort für unsere Belange ausreichend. Im Grunde hatten wir sowieso geplant unsere Urlaubstage mit einigen Ausflügen zu gestalten.


Die arabische Mentalität ist und war gewöhnungsbedürftig und meine Tochter war bereits nach den ersten Stunden schon fast bedient. Ich muss dazu sagen, sie ist da auch nicht sonderlich belastbar und ihr Geduldsfaden relativ dünn. Manchmal würde ich mir für sie ein wenig mehr Empathie und Nächstenliebe wünschen und hoffe, dass sich dies irgendwann noch ein wenig mehr manifestieren wird. Aber die Frage wäre natürlich immer noch, wo fangen Empathie und Nächstenliebe an und wo ist das gesunde Maß überschritten. Möglicherweise ein Zustand oder eine Grenze, welche ich selbst nicht so ganz beziffern kann.


Eine Reise in ein arabisches bzw. orientalisches Land ist immer anders. Kennt man die arabische Mentalität, ist es im Groben einzuschätzen. Privatsphäre und einen gesunden Abstand kennen dort die wenigsten oder sagen wir es so, eigentlich kennt es dort wirklich keiner. Selbst dieser Teil der Bevölkerung, welche beispielsweise einige Jahr im Ausland, bevorzugt Deutschland, studierte, fällt in der Heimat in seine alt eingesessenen Muster zurück. Ist man dann noch als Frau oder so wie wir, als Mutter und Tochter alleine unterwegs, wird’s schon manchmal unangenehm. Aber letztendlich konnten wir uns doch ganz gut durchsetzen.


Reisegruppen mag ich im Prinzip gar nicht. Ich erkunde gerne auf eigene Faust und stelle das tägliche Programm selbst zusammen. Auch das in einem solchen Land ein Kampf gegen Windmühlen. Natürlich wurden, auch in unserem Hotel, Ausflüge jeglicher Art angeboten. Das ist sicherlich nicht ganz schlecht, aber allerdings nicht das wonach ich oder wir suchten. Reisegruppen mit den unterschiedlichsten Menschen sind bestimmt manchmal ganz bereichernd und amüsant, sei es der typische Socken-Sandalen-Tourist oder eben die pingelige Tante von nebenan. Doch nach solchen Konfrontationen war es uns absolut nicht. Diesmal suchten wir einfach etwas Ruhe und eigene Erfahrungen und Erlebnisse, um Land und Leute und vor allem Lebensumstände, besser kennenzulernen.


Letztendlich schafften wir es dann auch, einen seriösen Guide zu finden. Unsere Gruppengröße betrug, mit sechs Personen, einen akzeptablen Rahmen. Die Mentalitäten waren nett und wir verstanden uns auf Anhieb. Unseren drei-Tages-Trip begannen wir mit einer Segelbootstour. Im Grunde war dies nur die Alternative zum Bus. ;-) Zwischendurch gab es einen mehrstündigen Halt im Mittelmeer. Schön war es, freilebende Delphine zu beobachten, welche unser Schiff begleiteten. Auch hatten wir die Gelegenheit im Meer mit den Delphinen zu schwimmen. Stellt man sich immer so einfach vor, allerdings hätte man das den Delphinen vielleicht vorher erzählen sollen. ;-) Sie schwammen zwar immer mal recht nah an uns vorbei, allerdings so richtig anfassen und festhalten, war eher nicht möglich. Tja, mein Flipper-Kindheitstraum wurde also nicht wahr. ;-) Aber trotzdem war es ein sehr schönes Erlebnis und wenn ich ehrlich bin, fand ich das eigentlich genau so in Ordnung, denn genau das bedeutet doch im Grunde: „Freiheit ohne Zwang“.


Als wir dann wieder an Land anlegten, wurden wir mit einem kleinen Bus zu einem kleinen Beduinendorf gebracht. Bus ist dort nicht gleich Bus. Das sei damit mal so gesagt. Das einzige was wirklich funktionierte war die Klimaanlage, allerdings auch nur in zwei Stufen: Sieden oder Schockfrosten. ;-) Leider ließen sich die Schiebefenster nicht wirklich öffnen. Jedenfalls hatte ich da so meine Bedenken, dass bei Betätigung nicht gleich die ganze Scheibe auf mich fiel. Da ich da auch relativ frei von Talenten bin, hatte ich vorsorglich mal meine Finger davongelassen.


Unsere Übernachtungen in den nächsten zwei Nächten fanden in doch relativ komfortablen Beduinenzelten statt. Es war schon so, dass es einigermaßen vernünftig für Besucher hergerichtet war. Ich fand´s gut, meine Tochter war anfangs skeptisch und doch auch etwas pingelig. Da hätte ich mir dann doch wieder meine relativ gutmütige Toleranzgrenze als Erbmasse gewünscht, aber nun gut, so ganz lassen sich die Gene ihres Vaters doch nicht eliminieren. Leider kommen diese doch immer mal wieder ungefragt zum Vorschein, meistens natürlich dann, wenn ich es so gar nicht brauchen kann.


Als wir dann unsere Schlafplätze soweit hergerichtet und ich natürlich vorsorglich das Bett meiner Tochter auf irgendwelche ungebetenen Gäste untersuchte und Entwarnung geben konnte, zwei entfernte Käfer verschwieg ich vorsichtshalber erfahrungsgemäß mal, war erstmal wieder alles paletti. In einem Erdofen wurde dann Fladenbrot gebacken und es gab Oliven, Tomaten und viele Dinge, die einfach aber sehr, sehr lecker waren. Und genau so hatte ich mir das auch vorgestellt. Unsere Mini-Reisegruppe gestaltete sich auch als sehr angenehm und unkompliziert, was mein Allgemeinbefinden doch sichtlich anhob.


Am nächsten Tag ging es schon früh los. Natürlich war die Körperhygiene ein wenig spartanisch angesiedelt, aber ach Gott, ganz so schlimm war das auch mal nicht. Zwei Tage ließen sich schon mal mit einer Minimalversorgung in der körperlichen Reinigung, aushalten.An diesem Tag stand eine ausgiebige Quad-Wüstentour auf dem Programm, da hieß es natürlich, der frühe Vogel fängt den Wurm, obwohl ich weder Vogel noch Wurm wahrnehmen konnte. ;-) Die Hitze war nicht ganz unerheblich und umso höher die Sonne stieg, desto heißer wurde es natürlich. Die Vorausläufer der Sahara waren sehr beeindruckend. Kakteen, Aleo Vera und ganz viele Geckos, Schlangen und auch Vogelspinnen begegneten uns. Quad fahren ist cool und wenn man nicht sonderlich auf Verkehrsregeln schauen muss, also im Grunde dort eigentlich gar nicht, eine wirklich sehr tolle Geschichte. Nach ca. 1,5 Stunden legten wir immer Stopps ein, denn anstrengend war die ganze Sache schon und bei diesen Temperaturen war natürlich eine ausreichende Wasserzufuhr unumgänglich. Abends waren wir dann von oben bis unten eingestaubt, ziemlich erschöpft, aber auch relativ glücklich. Ein schöner Tag mit vielen besonderen Eindrücken.

 


Am Folgetag unternahmen wir dann noch eine größere Kamelsafari, wobei mir da nicht immer so ganz klar war, wo sich bei manchen Teilnehmern das Kamel wirklich befand. Oben oder unten. ;-) In einer Oase durften wir an den Tagesabläufen der Beduinen teilhaben. Ein für uns sicher fast unvorstellbares Leben, allerdings und da bin ich mir sicher, um ein vieles sorgenfreier und dadurch einfacher.


Zurück im Hotel genossen wir zwischendurch auch tatsächlich mal einen Strandtag, welcher uns auch richtig gut tat. Wir unterhielten uns viel und mir wurde deutlich, dass wir nun an einer Schwelle standen, wo die Kindheit meiner Tochter enden wird und ich sie schweren Herzens, aber natürlich auch mit dem nötigen Halt, ins Erwachsenenalter entlassen musste. Das wäre dann wohl diese Phase mit dem lachenden und weinendem Auge. ;-) Zum einen bin ich froh, das aus ihr das geworden ist, was sie ist. Eine junge, sehr selbstbewusste Frau, welche sicherlich heute schon besser weiß, als ich es selbst jemals wusste, wohin ihr Lebensweg im Grunde gehen wird.


Wir führten viele Mutter-Tochter oder einfach Freundinnen Gespräche, nicht immer ganz diskussionsfrei. Aber ich denke das macht die ganze Sache rund und natürlich. Zu erfahren, dass man als Elternteil ein aktives Sexleben von seinem Kind abgesprochen bekommt und dies überhaupt nicht in deren Vorstellungskraft liegt, dass man mit Mitte vierzig evtl. noch nicht ganz entfernt von gut und böse ist, war mir schon ein wenig neu. Ich ließ sie in dem Glauben und werde mir mal wohl künftig Clubmitgliedschaften in Golfsclubs näherbringen und Golf spielen in Erwägung ziehen. Wer braucht schon mit Mitte vierzig noch Sex. Sex im Alter soll ja bekanntlich Golf spielen sein. ;-)


 

Unser Abreisetag gestaltete sich dann relativ entspannt, unser Rückflug nach Rom war ebenfalls komplikationslos, ebenso unser Kurzaufenthalt dort. Wir nutzen diesen Zwischenstopp, um noch ein paar italienische Spezialitäten einzukaufen und kamen dann etwas müde, aber dennoch mit der Übereinstimmung, dass uns dieser Urlaub wieder ein wenig fester verbunden hat, in Frankfurt an.


So hätte auch dieser Urlaub wirklich harmonisch geendet, wäre da nicht mein dummes Gefühl, das noch irgendein i-Tüpfelchen zum Abschluss fehlen würde, gewesen. Kaum standen wir bei der Kofferausgabe, erklang auch schon über Lautsprecher „Flug……aus Rom…Frau Dr. …….bitte melden Sie sich umgehend am Informationsschalter!“ Meine Tochter und ich schauten uns erschrocken an, als wir realisierten, dass wir bzw. ich gemeint war.

 Mit dem schlimmsten rechnend, trabten wir im Galopp zum Informationsschalter, um dort die Nachricht zu erhalten, dass ich umgehend meine Mutter anrufen sollte. Sie hatte bereits fünfmal angerufen…….. Ich bedankte und entschuldigte mich parallel beim Bodenpersonal des Informationsschalters, denn ich konnte mir gut ausmalen, welchen Affentanz meine Mutter dort abgelegt hatte.

Gut, im Grunde war mir klar, dass sicherlich nicht der nun schon oftmals prophezeite Weltuntergang bevorstand, sondern es wohl wirklich nur wieder eine ihrer Lappalien war. Allerdings, wie das so ist, es könnte ja tatsächlich auch mal etwas wirklich Wichtiges dahinterstecken. Dies zu beurteilen ist mir leider im Vorfeld noch nie gelungen. Aber gut, da ich vermeiden wollte, dass sie die Mitarbeiter weiterhin belästigte bzw. die Leitung für wirklich wichtige Dinge blockierte, rief ich sie halt an.

Die ganz große Überraschung gab es natürlich nicht und blieb somit aus. Erleichtert, dass es sich um keinen Notfall handelte war ich schon, gleich gefolgt von einer nicht aufzuhaltenden Wutattacke, da sie mich nur an meine „Pflichten“ Abends bei ihrem Bridgeclub erinnern wollte. Da ich ja am Abreisetag nicht ans Telefon gegangen war, musste sie es halt so versuchen. Natürlich, ganz logische Erklärung. Die Option, mich einfach nach unserer Landung ganz normal anzurufen, lag ihr wie immer wohl fern. Frau Gräfin ist ja wichtig und braucht Ihren gewissen Aufmerksamkeitspegel. Alles wie immer.

Ich kenne ja solche Mittel und Wege meiner Mutter mittlerweile schon zur Genüge. Dennoch regt es mich immer wieder aufs Neue auf. Meine Überlegung, mich einfach in den nächsten Flieger zu setzen und mit dem Fallschirm in der kanadischen Wildnis abzuspringen, lagen mir sehr nahe. Da ich aber im Fallschirmspringen und mit wilden Bären momentan nicht so gut in Übung war, ließ ich es lieber bleiben und wir fuhren dann ordnungsgemäß in die Höhle der Löwin!


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Fazit: Ein unvergesslicher beeindruckender Urlaub, mit vielen harmonischen, gemeinsamen Momenten. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren immer mal wieder gemeinsame Zeit für eine Zeit außerhalb der Regel, finden werden.

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Eine lange Zeit ist nun vorüber, seit ich wirklich aktiv bloggte. Gesundheitlich geht es mir zur Zeit so la la….. Es geht mir nicht sonderlich schlecht und ich würde sagen, es ist ok. Allerdings merke ich auch fast täglich, dass ich eben noch nicht ok bin. Beim letzten Screening wurde eine Nierenbiopsie mitgemacht, welche nicht so ganz zufriedenstellend war. Blöde Situation gerade. Anfang Dezember wird das nächste Screening laufen und dann werden wir entscheiden, je nachdem, wie die Ergebnisse sich outen. Evtl. muss nochmal überlegt werden, ob wieder eine Chemo durchgeführt werden muss. Eine andere Alternative gibt es nicht, falls die neuen Ergebnisse weiterhin fragwürdig oder noch schlechter sein sollten.

Alternativ bliebe nur noch eine Nierenentfernung, aber das wäre natürlich auch nur die allerletzte Option, denn so ganz ohne Niere, wäre es schon schwierig und eine ständige Dialysepflichtigkeit, bis zu einer Transplantation, sollte sich ein passendes Organ finden, für mich momentan noch undenkbar.Mittlerweile hänge ich seit drei Jahren in diesem Dilemma.

Ich will nun nicht wirklich jammern, denn ich glaube, ich hatte auch ganz viel Glück dabei. Ich hoffe, dass Anfang Dezember meine Ergebnisse im Toleranzspielraum sind und ich weiterhin genau wie in den letzten Monaten, so erstmal weiterleben kann. Wirklich Lust, mich wieder in die Mühlen der Ärzte und deren unzähligen Ideen zu begeben habe ich nicht.

Ich arbeite derzeit als angestellte Ärztin in einer gynäkologischen Praxis mit Belegbetten in einem ortsnahen Klinikum. Das ist schon sehr umfangreich und mit meinen ganzen zusätzlichen Funktionen, Ämtern etc. ein sehr angespannter Tagesablauf. Trotzdem mache ich es gerne. Allerdings habe ich mich seit einigen Wochen dazu entschieden, einiges abzulegen, um ein wenig mehr Freiraum für mich zu haben, denn das liebe Hamsterrad ist schon wieder ordentlich am Rollen.

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Ich wünsche Euch von Herzen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Vor allem Zeit und die Sicht auf die wirklich wichtigen Dinge, ohne Hektik, ohne Konsumterror. Zeit für Euch, Zeit für Eure Lieben und zum lieben, den einen mehr, den anderen weniger. ;-) Ich melde mich natürlich immer mal wieder und bin bis heute froh, Euch hier gefunden zu haben.

Eure Marie

5 Kommentare 17.11.19 17:35, kommentieren

Urlaub, Sonne, Meer und mehr ;-) Sommerurlaub 2019, Teil 1

„Keine Kinder machen frei, aber einsam. Kein Lachen, kein Toben und kein Spielen. Keine Unordnung, keine Wutausbrüche, kein Streit, aber auch keine grenzlose, bedingungslose Liebe, kein Vertrauen. Niemand der Dich fragt, warum der Himmel blau ist, ob Hühner einen Bauchnabel haben oder warum die Vögel nicht vom Himmel fielen, obwohl sie nicht getankt hätten. Meine beste Entscheidung, meine Tochter!“


 Am letzten Sonntag im Juli starteten meine Tochter und ich in unseren lang ersehnten, nochmals gemeinsamen, Sommerurlaub. Nachdem wir ihn kurzfristig nochmals verschieben mussten, war nun endlich der Tag unserer Abreise gekommen. Der Tag begann früh, aber ohne jegliche Hektik. Ich war gerade im Badezimmer, als mein Handy klingelte und nur kurz draufschielte bis ich sah, dass meine Mutter versuchte anzurufen. Um 6 Uhr, sonntags! Ich ignorierte es und ging nicht dran. Urlaub! Tage, welche früh morgens mit einem Anruf meiner Mutter begannen, versprachen erfahrungsgemäß keine guten Tage zu werden. Meistens entpuppten sie sich dann als Katastrophentage, die ich nur noch in schlecht oder schlechter einteilen konnte. Somit zog ich es vor, unseren ersten Urlaubstag erst gar nicht dieser drohenden Gefahr auszusetzen. Das sich dies acht Tage später als Fehler erwies, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem wir unsere sieben Sachen endlich im Auto verstaut hatten und auf der Autobahn Richtung Frankfurt waren, begann er endlich, unser Urlaub! Und Vorfreude ist ja bekanntlich die beste Freude und so trällerten wir, mehr schlecht als recht, einige der leidigen Songs im Radio mit und hatten schon auf der Anreise zum Flughafen unseren Spaß.


Ich liebte es einfach, unbeschwert, jedenfalls fast, mit meinem wertvollsten und liebsten Menschlein, meiner Tochter, ein paar Tage mit Sommer, Sonne, Meer und mehr, verbringen zu können. Solche Zeiten waren in den letzten knapp drei Jahren viel zu wenig möglich gewesen und daher war es für uns wertvoller denn je. Heute zurückblickend, hoffe ich sehr, dass wir immer mal wieder kurze gemeinsame Zeitspannen finden werden, fern von jeglichen Verpflichtungen und dem allgemeinen täglichen Wahnsinn. Mein Hochfrequenzleben braucht immer mal eine kleine Entspannungsphase und wenn ich eines in den letzten Monaten gelernt habe, dann das es einfach nötig ist, sich Phasen der Ruhe und Entspannung, zu ermöglichen.

Am Flughafen angekommen, wurde mein Auto am Terminal 1 von einer „Park and Fly“ Firma übernommen. Das klappte soweit komplikationslos. Das Auto wurde übernommen und eingeparkt und nach der Rückkehr wieder an mich übergeben. Somit sparten wir uns viel Zeit. Der Frankfurter Flughafen gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsflughäfen. Ich finde ihn einfach furchtbar. Viel zu groß, viel zu laut, viel zu viele Menschen, einfach von allem viel zu viel.


Unseren Check-in Schalter fanden wir auf Anhieb, soweit uns klar war, in welche Richtung wir laufen mussten. Leider hatte das Bodenpersonal es nicht so drauf. Vielleicht lag es am Sonntag, vielleicht hatten wir einfach nur Pech. Es dauerte und dauerte, aber irgendwann schafften wir es dann doch, unsere Koffer aufzugeben. Da wir keinen Direktflug hatten, mussten wir in Rom zwischenlanden und von dort dann nach Tunis weiterfliegen. Sicherlich ein „no go“ für Greta Thunberg, aber mit dem Schiff wollten wir dann doch nicht anreisen. ;-) Somit hofften wir, dass unsere Koffer richtig verladen wurden und irgendwann dann mit uns in Tunis ankommen würden. Nicht auszudenken, wenn sie irgendwo anders gelandet wären. Beim Rückflug nicht so dramatisch, allerdings beim Hinflug hätte das ein gewisses Katastrophenpotential mit sich gebracht.


Der Start in Frankfurt hatte schon so seine gewissen Tücken. Mit einer Stunde Verspätung bekamen wir dann endlich die Starterlaubnis. Leider wütete ein Unwetter über Rom, so dass keine Flugzeuge starten und landen durften. Der Landeanflug über Rom gestaltete sich sehr turbulent und wir waren froh, dass der Pilot den Flieger nach kurzzeitigem Abdriften durch eine Sturmböe, wieder unter Kontrolle bekam. Währenddessen war es mucksmäuschenstill an Board. Ja super, dem Krebs weitgehend von der Schippe gesprungen und dann in Rom bruchgelandet. Aber der göttliche Segen war anscheinend unser Begleiter. ;-)

Durch die verspätete Starterlaubnis blieb uns in Rom etwas weniger Zeit, um unseren Anschlussflug zu erreichen. Aber wir schafften es dann doch noch, knapp zwar, aber letztendlich saßen wir im richtigen Flieger und landeten knappe 90 min später, diesmal relativ sanft, in Tunis.


Die Hitze haute uns beinahe aus den nicht vorhandenen Socken, aber was hatten wir erwartet? Mitten im Hochsommer, dem Äquator ein ganzes Stück näher, im Wüstenklima? Eisberge waren es jedenfalls nicht. Die Hitze flimmerte und es blieb einem im ersten Moment tatsächlich erstmal die Luft weg.

Unsere Koffer hatten wir relativ schnell und ich war durchaus begeistert. Allerdings waren wir nun in einem Land, in welchem eine sehr hohe Armut und Arbeitslosigkeit herrscht. Somit versuchten natürlich einige Einheimische unser Gepäck für uns zu tragen. Da ich gerade mit Geld wechseln und Getränke organisieren beschäftigt war und meine Tochter auf solch eine Situation nicht vorbereitet war, schnappte sich einer unsere Koffer und trug sie dann zu unserem Bus. Dieser „ganz-umsonst-Service“, von dem meine Tochter ausging, entpuppte sich natürlich als Trinkgeldersuchen. Scharf war unser Kofferboy keineswegs auf tunesische Dinar, nein, der Euro war dann doch sehr viel lukrativer. ;-) Aber das sah ich dann auch nicht sonderlich eng. Im Grunde wusste ich ja was uns erwarten würde.


Die arabische Kultur und Mentalität ist völlig anders, als wir es hier so gewohnt sind. Ich kenne sie von einigen meiner Aufenthalte in Ägypten und Tunesien vor einigen Jahren. Von daher überraschte mich das alles nicht ganz so sehr. Diskretion und Privatsphäre sind dort ein Fremdwort.


Die Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel war relativ ernüchternd. Die Armut in diesem Land ist allgegenwärtig und Hygiene oder Müllentsorgung größtenteils eine Katastrophe.


So viel Müll überall, ein Wahnsinn und allem voran, Plastik. Flaschen und Tüten, wohin man schaute. Das warf auf die ohnehin schon sehr karge Landschaft einen weiteren großen Schatten. Es ist eigentlich nicht in Worte zu fassen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Müll, Müll und nochmal Müll.


Überall fanden sich Häuser, in denen es für uns nicht möglich wäre, dort zu wohnen. Teils eingefallen oder anderweitig zerstört, dass dicke schwarze Stromkabel hing lose über dem Balkon. Überall sprangen Kinder herum und spielten. Ernüchternd.


In den etwas mehr belebten Straßen fanden sich Imbisse. Dort wurde das Fleisch direkt gegrillt, allerdings befand sich das verwendete Fleisch in Glasvitrinen daneben, ohne Kühlung, der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt und darauf wiederum, tummelten sich dicke schwarze Fliegen.


Ich denke schon, dass das menschliche Immunsystem lernen kann mit vielem zurechtzukommen. Ansonsten wäre unsere Erdbevölkerung wohl um schon einiges geschrumpft. Allerdings wäre dieser Fleischkonsum für einen Mitteleuropäer wohl eher mit einigen Problemen behaftet. Unsere Idee, hin und wieder mal auf eigene Faust etwas Essen zu gehen, zerschlug sich auf dieser Fahrt.


Die Fahrkünste in Nordafrika sind aufregend. Ich bin mir nicht sicher, wie oft ich kurz vor einem akuten Herzstillstand stand. Der Stärkste und Schnellste überlebt. Verkehrsregeln? Fehlanzeige!

 

Glücklicherweise erreichten wir dann doch noch unser Hotel. Ziemlich erschöpft, ziemlich durchschwitzt und hundemüde. Nach einem kurzen Abendessen, duschten wir erstmal und gingen dann noch lange am Strand spazieren. Unser Urlaub hatte nun richtig begonnen.


Teil 2 folgt……………….

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Ihr Lieben, heute möchte ich mich nach doch längerer Pause zurückmelden. Ich hoffe es geht Euch gut. Gesundheitlich hat sich doch einiges bei mir getan. Dazu werde ich aber demnächst ausführlich berichten. Es sei vorerst soweit gesagt, dass es mir weitgehend gut geht, leider ist noch nicht alles im grünen Bereich, aber ich bin guter Dinge. Passt auf Euch auf, Eure Marie!

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