Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Zauber meets Wahnsinn....

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn ich daran ziehe!"


Die meisten Menschen lieben die Natur, aber halten sich darin nur sehr selten auf. Um mich herum gibt es genug Wälder, freie Felder, Wiesen, viel "Natur" eben. Ich glaube die Magie der Natur und gerade des Waldes ist etwas ganz besonderes. Er erweckt eine Sehnsucht und wenn ich mich selbst frage, ob es diese Sehnsucht für mich gibt, ob sie Besitz von mir ergriffen hat, dann ist meine Antwort ganz klar, ja!

Er verkörpert Freiheit und frische Luft, welche ich immer mehr zum atmen brauche, um klar denken zu können, um mich selbst wieder zu spüren und um weiterleben zu können.

Ich möchte mich heute nur mal kurz melden, "ich bin noch da" und andere Individualitäten sind auch nicht geplant. ;-) In den nächsten Tagen werde ich dann wieder ausführlicher berichten, über die letzten Wochen, über den derzeitigen "Stand der Dinge".

Das Ende der Chemo vor ein paar Wochen, bedeutete ziemlich bald auch schon wieder der Anfang des neuen Folterprogramms. Leider geht es nochmal weiter, leider gibt es noch kein happy End. Kein Zauber des Neuanfangs, nein immer noch mittendrin im Wahnsinn. Ob das nochmal aufhört? Ich weiß es nicht. Was ich aber sicher weiß, dass ich immer weniger Kraft und Mut habe, mich diesem Wahnsinn weiter zu stellen.

Heute war ich beim HNO-Arzt zur Kontrolle und um meine Heidelberger "To Do Liste" abzuarbeiten. Die gönnen mir nichts, dass ist mal klar. ;-) Langeweile darf erst gar nicht aufkommen. HNO - ich wusste schon damals während meines Studiums, dass mir diese Fachrichtung suspekt war. Seit heute ist sie es dann noch um einiges mehr.

Ich weiß, ich weiß, es muss ja sein, aber Stimmbänder spiegeln und die Nasenscheidewand begutachen lassen, bis fast hoch ins "Gehirn" (echt wahr, da traute ich mich keine einzige Bewegung zu machen), ist nicht unbedingt eine der wundervollsten Erfahrungen. Beim Spiegeln der Stimmbänder wurden dann noch bestimmte Laute und Töne gefordert, Himmel, ich musste mich alleine schon anstrengen um nicht zu kotzen, als mir in meinem Hals rumgestochert wurde. Aber immerhin, keine auffälligen Knötchen! Auch ohne die geforderten Töne. ;-) Also Fazit, halsaufwärts alles im grünen Bereich, habert es also nur noch halsabwärts bis zum Bauchnabel. Der Rest geht dann auch wieder. Vielleicht bekomme ich den Zwischenteil ja auch wieder flott.

So, in den nächsten Tagen dann wieder mehr.......

****Schön, dass Ihr wieder da seid!! ****

6 Kommentare 21.6.18 00:01, kommentieren

Königlich

„Mit dem Verstand kann ich begreifen, dass ich glücklich bin, aber nur mit dem Herzen kann ich es fühlen! Manchmal höre ich den Wunsch: „bleib wie Du bist.“ Ich verstehe ihn als liebevolles Zeichen, dass jemand mich liebt und schätzt, wie ich bin. Trotzdem lächle ich ein wenig über diesen Wunsch, denn ich verändere mich immer wieder, ein Leben lang. Ich weiß, dass meine Seele auflebt, wenn ich in Bewegung bin und Veränderung zulasse. Ich weiß, wie wichtig es ist, loszulassen und Neues zu wagen. Ich weiß, dass es mir gut tut, alte Wunden heilen zu lassen und zuversichtlich nach vorne zu blicken!“

 

 

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 Jetzt sind es schon fast vier Wochen, seit ich zur letzten Chemo antrat. Wie schnell doch vier Wochen vergehen, wie schnell und unbemerkt einige Wochen „Leben“ vorüberziehen, unbemerkt und unbewusst, dabei hatte ich mir vorgenommen, mein künftiges Leben bewusster wahrzunehmen. Aber wie das so ist, kaum lebt es sich wieder etwas besser, sind viele Dinge einfach wieder selbstverständlich. Aber vieles ist es eben auch nicht. Weniges sollte selbstverständlich sein und da gibt es so vieles.

Die Angst, mein ständiger Begleiter, obwohl ich nie sehr ängstlich war, ist dies nun anscheinend zum Standardprogramm geworden. Ob ich sie wieder los werde? Es fängt schon ganz lapidar beim täglichen Duschen an, Angst haben, irgendetwas zu fühlen oder zu tasten, einen Knubbel oder einen vergrößerten Lymphknoten, selbst ein belangloser Pickel verursacht schon ein komisches Gefühl. Mittlerweile bin ich zum Schnellduscher mutiert, damit ich mich nur nicht zu lange mit mir selbst beschäftige. Es tut mir ständig irgendwas weh, dass bin ich seit Monaten gewohnt und daran hat sich auch bisher wenig geändert. Ich bin dauermüde und erschöpft und übel wird es mir auch noch ziemlich oft.  Ja, ich weiß, es dauert bis zu 1-2 Jahre nach der letzten Chemo, um einigermaßen wieder hergestellt zu sein. Gut, aber da könnte es bei mir ja auch in vier Wochen klappen. ;-) Wie war das mit der Geduldsfrage?

Das viele drum herum, um mich selbst oder auch um viele Dinge um mich herum, sind natürlich auch sehr anstrengend. Hin und wieder bin ich kurz davor, meine Koffer zu packen und auf nimmer wiedersehen zu verschwinden. Das würde mir sicherlich das eine oder andere Problem lösen oder zumindest vereinfachen.

In zwei Wochen geht es wieder frisch, fromm, fröhlich, frei, nach Heidelberg. Die intensive Fleischbeschauung steht an und ja, nach meinen inneren Werten wird sicherlich auch ganz intensiv Ausschau gehalten. ;-) Dann darf ich gespannt sein, was das Orakel verkündet. Ich weiß gerade selbst nicht was ich fühle und verbiete mir auch selbst ganz intensiv darüber nachzudenken. Gelingt nicht immer. In manchen Nächten wache ich ziemlich panisch auf, um primär festzustellen, ich lebe noch, aber wirklich befreit bin ich nicht.

Rundherum geht natürlich alles weiter, so wie vorher auch. Ich versuche nicht zu viel zu tun, was mir nicht immer gelingt, allerdings versuche ich auch nicht allzu vielen auf die Nerven zu gehen. Auch das gelingt nicht immer. Schwierig.

Letzte Woche war ich im tiefsten Bayern zur Konfirmation von meinem Neffen. Aufregung, Kopfschütteln, Wundern und auch Fassungslosigkeit standen da an der Tagesordnung. Im Grunde nichts Neues, wenn meine Familie im Spiel ist und obendrauf noch meine Ex-Schwägerin Frau „Siehste“ das Oberkommando führt. Da bleibt kein Auge trocken, sei es vor Verzweiflung oder übermäßiger Ermunterung. Leid tut es mir nach wie vor um die Kinder. Aber ich kann da leider nichts dran ändern. Glücklicherweise hatte meine Mutter ihren persönlichen Focus an diesem Wochenende, mal nicht auf mich gerichtet, sondern auf Frau „Siehste“. So war ich zum Glück Nebensache und hatte öfters mal meine Ruhe.

Frank und Marc waren auch dabei. Frank ist ebenfalls Pate von meinem Neffen und war ein guter Freund von Hannes. Somit hatte ich wenigstens auch etwas Ablenkung und meine zwei persönlichen Bodyguards passten, so wie fast immer, ziemlich gut auf mich auf. Das ist zwar wirklich schon ganz nett, aber in manchen Situationen auch schon mal echt nervig und unnötig. Obendrauf war dann noch mein Vater mit Hündin Fiene dabei. Alles in allem eine sehr lustige Kombination. Meine Mutter am dauermeckern, mein Vater in Anbetracht der Tatsache, dass es eine „vegane“ Konfirmation war, sehr besorgt an diesem Wochenende dem Hungertod zu erliegen und Frank und Marc eigentlich immer recht cool dabei. Im Grunde alles wie immer.

Zu meinem großen Leid, lautete am Sonntag der dresscode: Trachtenmode. Das war mir im Vorfeld schon ein arger Dorn im Auge. Allerdings hatte ich mir vor 2-3 Jahren mal ein Dirndl angeschafft, da ich mal auf einer bayrischen Hochzeit eingeladen war. Seitdem hatte ich das Ding allerdings nie wieder getragen. Mir nun nochmals so etwas zu kaufen, um es dann ebenfalls nie wieder anzuziehen, war mir dann doch zu blöd und es siegte dann doch wieder mein Geiz in solchen Dingen. ;-) Also habe ich mich in das vorhandene Exemplar reingewurschtelt. Gut, ich hatte reichlich Platz. Die Ereignisse der letzten Monate haben eben doch Spuren hinterlassen, bzw. haben sie verschwinden lassen. Aber so ein Dirndl lässt sich ja, durch die Schürze, ganz gut zusammenbinden. Und eigentlich fand ich das Endresultat auch gar nicht so schlecht. Naja, jedenfalls bis ich morgens dann runter in die Hotellobby kam, wo Frank und Marc schon warteten.

Und Männer sind eben Männer, schwul oder nicht schwul, nach einem obligatorischen höflichen, „ach ja, sehr chic Marie!“, kam dann, „also, da obenrum musst Du aber noch ein bißchen was reinstopfen.“ Tzzzzzzzz. Ja und auch mein Vater ist und bleibt wohl für immer ein Mann. Als wir dann aus dem Hotel kamen, wo er schon mit Fiene wartete, kam als erstes, „ach sehr gut schaust Du aus, allerdings fehlt da obenrum aber noch was.“ Ja, vielen Dank auch meine Herren! ;-)

Nach der Kirche, habe ich mich schleunigst umgezogen, nicht das mein Dekolleté noch weiter zum öffentlichen Ärgernis mutierte.

Der Tag verlief ansonsten, bis auf einige Motzanfälle meiner Mutter, ganz friedlich und harmonisch. Trotz merkwürdiger Essensvarianten, ist niemand verhungert. Allerdings hätte ich die Zeremonie mit den Klangschalen von meiner Ex-Schwägerin nun nicht unbedingt gebraucht. Als es dann am späten Nachmittag nach Hause ging, waren wir wohl alle recht froh, dass überstanden zu haben. Ich bin mir sicher, Hannes hatte da seine Hände im Spiel, sonst wäre sicherlich die eine oder andere Situation eskaliert. ;-)

Kaum war dieses Wochenende einigermaßen überstanden, stand mein Geburtstag vor der Tür. Ehrlich gesagt, bin und war ich nie der Mensch, der sehr großen Wert auf diesen Tag gelegt hatte und seit Hannes nicht mehr da ist, ist mir dieser Tag noch viel unwichtiger geworden. Eigentlich würde ich ihn gerne ganz aus meinem Kalender streichen. Aber gut, ich weiß, dass meine Freunde es gut meinen und sich natürlich freuen, dass ich noch da bin und wir diesen Tag gemeinsam verbringen können. Und undankbar möchte ich natürlich auch nicht sein.

 Ich freue mich schon, dass für mich wichtige Menschen, gerade an diesem Tag bei mir sein wollen. Allerdings zu viel Trubel, brauche ich einfach nicht. Mein Vater, Frank, Marc und zwei Freundinnen kamen mittags zu mir und da das Wetter es zu ließ, saßen wir auf meiner Terrasse und hatten eigentlich einen ganz lustigen Nachmittag. Jedenfalls war das so, bis meine Mutter erschien.

Sie ist ja eine nicht ganz normale Mutter, dass dürfte ja schon von einigen bemerkt worden sein. ;-) Daher war es für mich schon ein Schreck an sich, dass sie überhaupt kam. Ich glaube in den letzten Jahren hat sie nicht besonders oft an meinen Geburtstag gedacht. Aber kann man als Mutter ja auch mal vergessen, wann man seine Kinder auf die Welt gebracht hat. ;-) Nun gut, vielleicht lag es auch daran, dass ich mit Hannes meistens um unseren Geburtstag herum, ein paar Tage unterwegs war. Das war unser jährliches Ritual, 3-4 Tage Schott- oder Irland. Das wird es wohl nie wieder geben. Dafür erinnert sich meine Mutter nun an meinen Geburtstag. Tja, ich würde wohl lieber wieder in die andere Variante tauschen.

Allerdings Überraschung hin oder her, es war mir gleich klar, dass es nicht ganz so entspannt weiter gehen würde. Erstens ist es immer noch eine merkwürdige Situation, wenn mein Vater und meine Mutter aufeinander treffen. Zumal wir das am Wochenende vorher, auf der Konfirmation auch schon zur Genüge hatten, zweitens gibt es immer irgendwelchen Trubel, wenn Frau Baronin unangemeldet irgendwo aufschlägt.

Die nächste Merkwürdigkeit war dann das Geschenk. Klingt jetzt im höchsten Grade undankbar, soll es natürlich keineswegs sein, aber meine Mutter und Geschenke, sind Dinge, die einfach nicht besonders gut zusammen passen. Somit lag mein ungutes Bauchgefühl wohl gar nicht so falsch. Sehr hoheitsvoll überreichte sie mir also ein kleines Päckchen, welches ich natürlich auch gleich öffnen musste. Heimlich verschwinden lassen, war also nicht drin. Leider konnten mir mein Vater und meine Freunde da auch nicht großartig helfen. Frank schaute schon recht amüsiert, während mein Vater merklich die Luft anhielt.

Ja, was soll ich sagen, in dem Päckchen befand sich eine kleine weiße Dose und darin wiederum, befanden sich „taadaa“ meine „Milchzähne“. Alles schön und gut, aber was soll ich damit? Sie schenkt mir etwas, was mir eigentlich ja sowieso gehörte. Und nun ja, meine Milchzähne, also ich weiß nicht so recht.

Gut, vielleicht sollte ich nach dem entsprechenden Zaubertrank forschen und siehe da……..fünf zermörserte Milchzähne, mit den Blättern der uralten Eiche, bei Mitternacht gepflückt, zerhackt und vermischt, dazu drei goldene Haare einer Jungfrau, sowie sieben Schuppen eines Drachens, mit 10 Tropfen der kleinen Quelle im Wald verquirlen. Das Ganze auf einer kleinen Feuerstelle, mitten auf der Lichtung im Wald bei Vollmond erhitzen und aufkochen, und dann um Mitternacht, ohne Abzusetzen langsam schlürfen.………, genau dass wird wohl des Rätsels Lösung sein und dann bin ich geheilt und gesund für immer.

Allerdings wird es mir wohl gleichzeitig die Unsterblichkeit bescheren. Will ich das? Nein. Unsterblich sein, wäre so eine Aufgabe, der ich sicherlich nicht gewachsen wäre. Also habe ich das kleine weiße Döschen in meinem Nachttischchen verbannt. Hoffen wir mal, dass sich das nicht rumspricht und die sagenumworbenen Milchzähne für die Unsterblichkeit dieser Welt, in meinem Nachttischchen lungern. Am Ende trachten noch einige Unholde nach meinen Milchzähnen. Ja, ja, aber dazu bräuchten sie auch noch das Rezept des Zaubertrankes, und das verrate ich natürlich ganz sicher nicht. ;-)

So war das, an meinem Geburtstag vor ein paar Tagen. Mein Vater kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, Frank verließ ziemlich zügig den Garten und lachte sich vor dem Haus kaputt, Marc, der sich immer gut im Griff hat, wollte die Situation irgendwie entschärfen, brachte aber nichts taugliches zu Stande. Meine Freundinnen schauten recht komisch und fanden meine ollen Zähne wohl eher eklig. So ganz toll finde ich sie selbst auch nicht.

Da es keine Begeisterungsstürme gab, verließ meine Mutter dann recht schnell wieder die Arena. Allerdings hatten wir dann noch einen recht lustigen Abend und wie das so ist, wer den Schaden hat, braucht ja bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. ;-)

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