Startseite
    Krankheitsverlauf
    Beruf
    Ich - Marie
    Schicksal
    Katastrophen
    Gedanken
    Besonders wertvoll
    Erinnerungen
    Familie und Freunde
    Hoffnung
    Zukunft
    Dies und das
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Fulda Mosocho Projekt - "gegen Genitalverstümmelung"
   Welthungerhilfe Zimbabwe
   Aktion gegen Hunger Zimbabwe
   DKMS
   Impfaktion in Afrika
   Deutsche Kinderkrebsstiftung
   Ärzte ohne Grenzen
   Elisabeth-Die Legende einer Heiligen
   
Letztes Feedback
   19.08.17 18:09
    Liebe Marie, meine Frau
   19.08.17 18:11
    ja das ist ein problem.
   20.08.17 12:20
    Hallo Marie, ich drücke
   22.08.17 08:19
    ja die unvernunft.......
   22.08.17 08:25
    Moin Marie, Hauptsache
   22.08.17 13:54
    ...Lungenentzündung ist

http://myblog.de/marie-adel-verpflichtet

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Schicksal

Gedanken, die niemals enden ....

Vielleicht beginnt Dein Leben erst dann wirklich, wenn Du gegen den Strom schwimmst, wenn Du den Mut findest, einen Traum zu verwirklichen, wenn Du im Leben etwas riskierst, wenn Du etwas tust, obwohl anscheinend alles dagegen spricht. Außer dieser Stimme in Dir, die sagt: "Mach es trotzdem..."

 

Morgen wird die Beerdigung sein. Ich weiß nicht genau, wie ich diesen Tag schaffen soll, aber irgendwie werde ich es packen. Für Hannes!

Eigentlich habe ich gedacht, dass Leben braucht mir mittlerweile keiner mehr erklären, aber heute denke ich, ich weiß so gar nichts, „vom Leben“.  Absolut gar nichts. Wie oft überlege ich mir, was wäre, wenn er nicht diese Strecke gefahren wäre, nicht gerade in diesem Augenblick. Dann wäre mein Leben jetzt völlig anders, es wäre wie immer. Aber dann schubst einen die Realität wieder eiskalt zur Seite und ich habe das Gefühl eine eiskalte Hand greift nach meinem Herzen. Ein Gefühl, was sich schlecht in Worte fassen lässt. Man versucht tief durchzuatmen, aber es gelingt nicht, es gelingt einfach nicht, etwas mehr Luft zu bekommen.

Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Tage, Wochen, Monate überstehen soll. Hannes hat mich immer wieder motiviert, mir gezeigt, dass es sich jeden Tag lohnt, diesen Kampf gegen diesen blöden Krebs niemals aufzugeben und sei er noch so hart. „Marie, Du hast diese Herausforderung angenommen und nun beiß´ Dich dadurch, ich weiß das Du das kannst und auch willst. Dein Leben liegt noch vor Dir und aufgeben ist nicht Deine Mission.“ Genau so hat er es immer wieder zu mir gesagt. Kann ich denn daran jetzt noch festhalten? Eigentlich stellt sich die Frage gar nicht. Ich muss daran festhalten. Für Hannes, für mich, für die Menschen, die mir nah stehen, für Menschen die mir wichtig sind, denen ich wichtig bin.

Ich glaube gäbe es einen Preis für absolute menschliche Verwirrung, ich hätte gerade sehr gute Chancen den 1. Platz zu ergattern. Meine Gedankengänge sind so verworren, erstaunt mich gerade selbst. Aber so lange ich es noch selbst merke, ist vielleicht noch nicht alles verloren.

Jetzt bin ich schon fast auf dem Weg nach Frankfurt. Sitze hier noch kurz und muss einfach einige Gedanken loswerden. Dieser Tag wird mir etwas Ablenkung bringen. Gestern habe ich noch alles für morgen organisiert. Manchmal frage ich mich selbst, wie ich das geschafft habe. Aber der Mensch hält manchmal mehr aus, wie man so denkt. Ziemlich robustes Lebewesen, so ein Mensch!

Viele meiner/unserer Freunde, Bekannten, Nachbarn treten mir sehr reserviert gegenüber. Aus Unsicherheit, Angst, genau das Falsche zu tun oder zu sagen. Dabei ist genau das Falsch. Nichts ist mehr falsch wie einfach nichts zu sagen! Jede Geste ist so sehr wichtig, auch wenn sie manchmal nicht ganz so glücklich gewählt wurde, aus Unsicherheit. Ich weiß, dass unsere Nachbarn es überhaupt nicht böse gemeint haben, als sie meinten, „naja, als Arzt hat man ja mit dem Tod zwangläufig zu tun und kann das besser verstehen und wegstecken.“ Das ist einfach so ein Irrglaube. Kann man nicht, ich weiß wovon ich rede. Aber ich habe es dann einfach erklärt, obwohl ich erst dachte, dass es keinen Sinn macht, dass es eben auch als Arzt nicht einfach ist. Ich glaube sie haben es verstanden. Bei anderen habe ich einfach das Gefühl, ich müsste eher sie in den Arm nehmen, wie umgekehrt. Einfach um die Angst zu nehmen, dass Falsche zu sagen oder zu tun. Ist schon eine schwierige Situation.

Morgen Abend nach der Beerdigung, treffe ich mich mit unseren gemeinsamen Freunden und Bekannten. Vielleicht wird das was ganz Besonderes. Diese Beerdigung wird anders, aber ich hoffe, dass wir da alle den nötigen Frieden finden können und so schlimm das auch alles ist und von Plausibilität ganz weit entfernt, hoffe ich das wir dem unausweichlichem Abschied etwas den Schrecken nehmen können.

Jetzt laufen mir die Tränen, endlich…….

17.2.17 05:57


Stark sein - wenn die Realität einen einholt

  

„„Denke Dir ein Bild, weites Meer, ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die offene See.

Du Siehst, wie es kleiner und kleiner wird.

Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.

Da sagt jemand: Nun ist es gegangen….Ein anderer sagt: Es kommt…..

Das „Gehen“ ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts anderes, als die Grenze unseres Sehens und unserer Wahrnehmung.

Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen!““

                                                         

Den gestrigen Tag habe ich irgendwie fern der Realität verbracht. Ich hatte das Gefühl, alles läuft irgendwie an mir vorbei. Die verschiedensten Gefühlsphasen, vom schmerzhaften Weinen, zur unsagbaren Wut auf alles und jeden, bis zum Verfall in die absolute Lethargie, war so ziemlich alles dabei. Nachdem ich dann irgendwann mal knapp 40 Stunden dauerwach war, und selbst da noch nicht wirklich dran denken konnte, „zu schlafen“, weil mich unbewusst irgendetwas daran hinderte (schwer zu erklären, aber ich hatte das Gefühl, schlafen kannste jetzt nicht), habe ich dann einfach eine Schlaftablette genommen. Ja, nicht gut für die Niere, aber mal ehrlich, diese Tablette wird da jetzt nichts kaputt machen. Jedenfalls habe ich dann mal ein paar wenige, nicht gerade sehr gute Stunden geschlafen. Manchmal möchte man einfach nur Gedanken und Gefühle, die einem nicht gut tun, abstellen. Schalter umlegen und neues Programm und nur noch das zulassen, was einem gut tut. Schön wäre es! Wie oft habe ich mich dabei ertappt, dass ich in die Versuchung kam, mein Handy in die Hand zu nehmen und meinem Bruder irgendetwas schreiben zu wollen, so wie wir das täglich mehrfach gemacht haben. Dann kam aber die schmerzliche Erkenntnis, geht ja nicht mehr. Das zu ertragen ist unsagbar schwer. Gewohnte, selbstverständliche Dinge, einfach nicht mehr tun zu können, weil sie eben nicht mehr greifbar sind. Eigentlich geht das gar nicht. Mir fehlt immer noch die Luft, um richtig durchatmen zu können, ich habe das Gefühl ich kippe jeden Moment um, ich bin dem ganzen Leben, „meinem Leben“ gerade nicht mehr gewachsen. Aber da gibt es z. B. völlig übermotivierte Nachbarn, die meinen einem dann sagen zu müssen, dass man als „Mediziner“ solchen Situationen ja besser gewachsen ist, wie der Otto-Normal-Verbraucher. Klar, man kommt ja damit automatisch besser klar, genauso wie man mit eigenen Erkrankungen automatisch besser klar kommt. Ziemlich primitive Denkweise, eine Denkweise, mit der ich gerade so ganz schlecht umgehen kann. Aber da großartig darauf eingehen, macht dann bei diesen Menschen auch sehr wenig Sinn. Sie würden es nicht mal verstehen.


Und da bin ja nicht nur ich, da sind unsere Eltern, meine Tochter, Großeltern, die Kinder meines Bruders. Die beiden tun mir so sehr leid, es ist einfach nur schlimm. Erst macht sich Frau „Siehste“ auf und davon zu ihrer neuen Liebe und lässt Mann und Kinder zurück und nun stirbt ihr Vater. Das können so kleine Seelchen gar nicht verkraften und schon gar nicht verstehen. Da geht so viel kaputt. Ich habe gestern mein Bestes gegeben, soweit das irgendwie möglich war. Aber ich bin eben nur die Godi. Wir haben eine tolle Beziehung zueinander, aber ich kann eben weder Mutter noch Vater ersetzen. Möchte ich auch nicht, denn das ist nicht richtig. Sie werden wohl dann zu ihrer Mutter gehen und in Süddeutschland leben. Ich darf gar nicht daran denken. Zumindest hoffe ich doch, dass sich ihre Mutter heute mal bemüht und zu ihren Kindern kommt. Da fehlen mir die Worte.


Unser Vater ist am Boden zerstört, so habe ich ihn noch nie erlebt. Unsere Mutter bewahrt selbst jetzt ihre Etikette und gestern Nachmittag habe ich sie dermaßen angebrüllt, weil mir einfach nur noch der Kragen geplatzt ist.  Als Retourkutsche habe ich dann mal wieder hören müssen, dass sie mich ganz sicher damals im Krankenhaus vertauscht hätten. Ja, so ein Satz tut unheimlich gut! Von der eigenen Mutter hat das dann nochmal eine ganz andere Aussagekraft. Aber mal ehrlich, irgendwie würde mir das sogar einiges erklären und ja, vielleicht sollte ich an diesem Gedanken zu gegebener Zeit arbeiten!!! Aber es ist schon so, gewissermaßen liebt man seine Eltern und gerade seine Mutter, als „Kind“ ja bedingungslos. Da ist schon was dran. Sehe ich auch immer, wenn ich in der Klinik mit dem Jugendamt wegen Kindswohlgefährdung zusammenarbeiten muss und es manchmal auch zum Kindesentzug kommen muss. Die Kinder nehmen vieles hin und entschuldigen auch vieles… Aber ich habe gegen meine Mutter gewonnen, ist nicht einfach, aber diesmal hat es irgendwie geklappt. Die Beerdigung werde ich in die Hand nehmen, ganz alleine und da lasse ich mir auch nichts reinreden. Keine dummen Förmlichkeiten, keine Etiketten oder sonst so ein Scheiß. Wer braucht das? Die Öffentlichkeit, die buckelige Verwandtschaft, die nach gefühlten Jahrhunderten, mal wieder aus ihren Gemächern gekrochen kommt. Sicher nicht ! Und wenn, ist es mir sowas von egal. Ich weiß sehr genau, was meinem Bruder gefallen würde und genau so wird es werden und kein bißchen anders.  Es wird schwer, aber ich bekomme das hin. Und wenn sich alle auf den Kopf stellen, sollen sie, es interessiert mich einfach nicht.


Ich habe ja schon immer ziemlich gern gesungen. Nicht sonderlich gut, aber sonderlich gern. Für den Kirchenchor und einige Soloparts hat es gereicht. ;-) Ansonsten ist es dann doch eher nur für den Hausgebrauch geeignet. Man will ja keinen damit belästigen. Ich weiß, dass mein Bruder das gerne mochte und ich weiß, dass er zwei Lieder ganz besonders gern hatte.  Zum einen „Amazing Grace“ und „das Leben ist schön“ von Sarah Connor.  Ich habe diese Lieder schon einmal gesungen bei der Beerdigung einer Freundin vor ca. einem Jahr und somit weiß ich auch, dass ich das hinbekommen kann, könnte, müsste. Ob ich das in dieser für mich besonders schweren Situation hinbekomme, weiß ich allerdings nicht. Es wird mich alle Kraft der Welt kosten, aber ich schaffe das irgendwie. Es wird keine Trauerkleidung geben. Am liebsten wäre mir weiße Kleidung.  Somit kann sich unsere Familie schon mal von dem Gedanken verabschieden, Hüte oder sonstiges unnötiges Gedöns zu tragen. Never! Und das war eben der Streitpunkt zwischen meiner Mutter und mir. Aber das setze ich mit allen mir verfügbaren Mitteln durch, dass die Beerdigung meines Bruders in seinem Sinne abläuft und nicht nach irgendeinem blöden Familienkram, nur damit die Region und der Familienstammbaum beruhigt ist. Die spinnen doch alle komplett. Auch wenn ich danach sicher degradiert werde, was mir ehrlich gesagt ein weiteres Mal egal ist. Hier geht es um meinen Bruder und um seine Kinder, die nicht den Schock ihres Lebens erhalten sollen, vor lauter Förmlichkeit. Das Ganze ist schon schrecklich genug.


Neulich haben wir noch darum gealbert. Wenn auch ein ernstes Thema, aber wir konnten da immer das Beste daraus machen. Er hat immer gesagt, dass er mal vor mir sterben würde, da er ja schließlich ein Mann wäre und Männer statistisch gesehen früher sterben.  Ich habe dann immer zu ihm gesagt, dass das ja wohl Blödsinn wäre, schließlich bin ich die, die Krebs hat und wenn es blöd läuft, ganz sicher ich vor ihm sterbe (er konnte mit meiner Selbstironie umgehen). Ich hasse es wenn er Recht behält. Schon immer! In dieser Situation ganz besonders. Verdammt, warum tut das so weh?


Heute habe ich mir frei genommen, ich wäre heute wohl eher eine medizinische Katastrophe, wie auch nur annähernd eine gute Ärztin. Außerdem muss ich heute noch so viel erledigen und organisieren, da ich morgen den ganzen Tag Winterprüfungen habe. Also ich prüfe mit anderen Prüfungsausschussmitgliedern der Ärztekammer angehende MFA´s (mediz. Fachangestellte) in der Nähe von Frankfurt. Somit muss ich Freitag schon sehr früh los, da die A5 immer ziemlich blöde ist und das gerade freitags. Istanbul ist abgesagt. Die Beerdigung ist wahrscheinlich am Samstag, dass weiß ich aber erst sicher bis heute Abend.


Es wird immer gesagt, im Laufe des Lebens durchläuft man mehrere Prüfungen und muss sich vielen Herausforderungen stellen. Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, frage ich mich, hört das auch mal auf?? So meiner eigenen Einschätzung nach, habe ich schon sehr viele Prüfungen und Herausforderungen durchlaufen, die letzte ist nicht mal abgeschlossen, da kommt schon die Neue? Bekommen die Einen mehr Lebensaufgaben gestellt wie die Anderen? War ja klar, dass ich dabei sein muss. Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede?? Ein Satz der in mir viele Fragen aufwirft. Gerade jetzt. Das Leben ist sicherlich schön, aber es ist eben nicht „immer“ schön. Ganz sicher nicht. Und das es nicht einfach ist, dass unterschreibe ich mittlerweile blind, ohne das Kleingedruckte dazu zu lesen. Es ist so verdammt viel schief gelaufen in den letzten Jahren und es nimmt irgendwie kein Ende. Ich sehe hier keinerlei Perspektiven mehr und kann auch nicht so tun, als ob ich mit allem zufrieden wäre und alles so hinnehme. Genau jetzt ist ein weiterer Punkt gekommen, der mir deutlich sagt, ich muss was verändern, ich muss mein Leben in andere Bahnen lenken, sonst stehe ich das nicht weiter durch. Ich führe nicht das optimale Leben, was andere vielleicht immer bei mir sehen. Da bin ich sehr weit entfernt davon. Zumindest führe ich nicht das Leben, welches mir meinen eigenen Seelenfrieden gibt. Aber daran werde ich arbeiten. Wie sagte mein Bruder immer, „irgendwann, wird es diesen einen Menschen geben, der Dich genau so akzeptiert, wie Du bist, mit all´ Deinen Katastrophen, Deiner Ungeduld, Deiner Warmherzigkeit und Liebe und Deinen Ecken und Kanten. Weil Dich genau das als Menschen ausmacht“ …….Ja, Hannes, vielleicht………….

 

Das Leben ist schön  - von Sarah Connor

Wenn der Tag gekommen ist
Und ich meine Augen schließe
Und mich mein Löwenmut verlässt.

Wenn der Tag gekommen ist
Und ich mit dem Wasser fließe,
Hoffe ich, dass ihr mich nicht vergesst.

Ich will keine Trauerreden,
Ich will keine Tränen sehen,
Kein Chor, der Hallelujah singt.
Ich will, dass ihr feiert,
Ich will, dass ihr tanzt,
Mit 'nem lächelnden Blick
Und 'nem Drink in der Hand.
’nem Heissluftballon,
Auf dem riesengroß steht:
Das Leben ist schön, auch wenn es vergeht.
Und wenn ihr schon weint, dann bitte vor Glück
Dann bin ich da oben
Und sing mit euch mit…

Sucht die schönsten Kleider 'raus
Und kommt in den hellsten Farben,
Wie tausend Lichter in der Nacht.
Jeden Einzelnen von euch
Werd’ ich immer bei mir tragen,
Auch wenn ich euch irgendwann verlass’.

Und genau so wird es werden!! Leider ist das Leben nicht immer beautiful!!

 

16.2.17 07:55


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]




Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung