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Ich - Marie

At the end of the rainbow

Träume werden nicht dadurch Wirklichkeit, dass wir sie träumen. Aber manche Wirklichkeit gäbe es nicht, hätten wir keine Träume.“

Als Kinder haben wir immer nach dem Schatz am Ende des Regenbogens gesucht, gefunden haben wir ihn bis heute nicht. Ich glaube, sollte ich ihn jemals finden, wird es wohl das Ende meines Lebens sein. Aber bis jetzt scheint der Schatz noch nicht gefunden werden zu wollen. Der Regenbogen, ein Stückchen Unendlichkeit.

 

 

Und an Tagen, wo mir sowieso schon die Kraft fehlt, verlangen alle so viel von mir. Manchmal will ich etwas einfach nicht wissen, weil ich es im Innern schon längst weiß und keine Ahnung habe, wie ich damit umgehen soll.

An manchen Tagen wünsche ich mir meine Unbeschwertheit meiner Kindheit zurück. Ohne Vorahnung, dass ein „Hoch“ ganz schnell in ein „Tief“ abstürzen könnte. Aus dem Moment lernen und ein wenig naiv durch das Leben gehen. Kindermomente!

Heute ist das anders, ich bin weder naiv, noch ahnungslos. Ich erwarte schon fast gar nicht mehr, dass irgendetwas gradlinig verläuft. Irgendetwas ist immer oder kommt anders. Es ist mittlerweile schon soweit, dass ich mich nicht mal mehr auf bevorstehende „schöne“ Dinge freuen kann, weil ich gleich wieder erwarte, dass etwas dazwischen kommen könnte.

Aus meinem emotionalen Tief habe ich mich immer noch nicht befreien können. Es gelingt mal in kurzen Momenten, dass es mir besser geht, aber eigentlich geht´s mir grad nicht sonderlich gut.

Die Therapieabstände liegen nun schon bei vier Wochen, eigentlich für die Art der Chemotherapie zu lang, drei Wochen wäre das Ideal. Aber drei Wochen sind einfach zu wenig, um die nötige Kraft für die nächste Chemo zu haben. Viele kämpfen genauso wie ich, jammern aber sicher nur halb so viel.

Immer mal wieder, wenn ich die Kinderonkologie besuche und mit den Kindern dort ein wenig Zeit verbringe, wird mir klar, wie ungerecht das Leben sein kann. Was heißt sein kann, es ist einfach ungerecht. Ich für meinen Teil kann behaupten, ich weiß, dass das Leben schön ist und das ich schon einiges erlebt habe, dass es sich lohnt immer wieder an das Gute und Schöne zu glauben, auch wenn bei weitem nicht immer alles gelingt und nicht immer alle Träume in Erfüllung gehen. Auch das die Gradlinigkeit der Vorsätze, ganz oft ins strudeln kommt und Umwege unumgänglich sind.

Aber diese Kinder wissen noch gar nichts vom Leben, sind da in eine Sache hineingeraten, die einfach nur schlimm und schrecklich ist. Diese Momente wenn ich dort zu Besuch bin und im Gemeinschaftsraum mit ihnen sitze sind wertvoll und oft auch sehr traurig. Die Frage „Marie, muss ich sterben“, ist eine Frage, die oft gestellt wird, die ich aber nicht beantworten kann und nicht will, auch wenn ich die Krankheitsverläufe meistens kenne. Diese Kinder besitzen noch ihre kindliche Naivität, sehen das Sterben als etwas fast normales und nichts schlimmes an. Was es im Grundsatz ja eigentlich auch ist. Sterben gehört eben zum „Leben“ dazu, aber halt erst, wenn man alt ist und nicht früher. Sie sind so wahnsinnig tapfer. Tapferer wie ich es jemals sein werde.

Ich komme mir mit meiner eigenen Schwarzmalerei gerade selten blöd vor. Dabei ist die Prognose selbst ja nicht so schlecht zur Zeit. Wenn nur diese Nebenwirkungen nicht so gewaltig ausfallen würden. Von Chemo zu Chemo merke ich mehr, dass ich mich immer weniger erhole, dass mir immer mehr die Kraft fehlt. Die anfängliche Immuntherapie hat mir ziemlich viel abverlangt und sicherlich die Energie geraubt, die ich genau jetzt sehr nötig gebrauchen könnte. Die neue „Chemo“, welche nun seit sechs Wochen läuft ist anders, die Nebenwirkungen sind sicherlich nicht ganz so intensiv, wie ich es von den Monaten vorher schon kennenlernen durfte. Zum Glück! Es reicht aber dennoch und gerade bei diesen teilweise sehr unerträglichen Temperaturen, ist dies nicht so einfach. Aber ich merke nun, dass ich völlig kraftlos bin und diese neue Chemo mich sehr auszerrt. Ich kann das schlecht beschreiben, aber diese Kraftlosigkeit bzw. dieses Gefühl, manchmal nicht einen Fuß vor den anderen setzen zu können, ist für mich sehr belastend.

Einladungen kann ich gerade nur sehr spontan und kurzfristig annehmen, da ich nie weiß, wie geht es mir morgen, dass weiß ich gerade nicht mal mehr am selben Tag, da es einfach sehr schwankt. Es gibt wohl wirklich schlimmeres und ich hoffe das diese Phase dann mit der letzten Chemo wieder besser wird. Wenn ich mir überlege, dass ich in diesem Zyklus nun noch vier Chemos vor mir habe, ist das gerade nicht sehr aufbauend. Es wird mir von mal zu mal mehr klar, mit was ich es da eigentlich zu tun habe. Klar es hilft gegen Krebs, aber es fordert auch dafür einen gewissen nicht unerheblichen Teil meines Lebens. Es laugt mich so dermaßen aus.

Unbeschreiblich einfach. Am Donnerstag, war ich seit langer Zeit mal wieder im Wald oben bei meinen Eseln. Im Normalfall brauche ich für diesen Weg 20 min. Zur Zeit bin ich 1,5 Stunden unterwegs und habe dann auch noch das Gefühl ich hätte einen Marathon hinter mir. Das geht wirklich so gar nicht. Eine für mich absolut unerträgliche Situation.

Ich hatte diesen Eintrag schon gestern begonnen und bin dann während des Schreibens eingeschlafen. Das war dann auch eine relativ neue Situation.

Aber hach, ich kann seit gestern wieder einigermaßen essen. Also für meine Verhältnisse einigermaßen. Meine erste Wahl gestern morgen fiel auf ein Mettbrötchen mit Zwiebeln. Völlig krank, aber es war gut. ;-) Anschließend war es mir zwar ein wenig grumelig im Magen, aber ich habe es ganz gut vertragen. Das war schon echt ein Highlight.

Heute war ein schlimmer Tag, obwohl er erst ganz schön anfing. Den Nachmittag habe ich leider in der Notaufnahme verbracht, dass Positive, ich war mal nicht die Hauptdarstellerin. Dafür aber mein Vater. Mein Vater hat seit einigen Jahren immer mal wieder Herzprobleme. Bisher war aber alles im grünen Bereich. Sicherlich auch ein Zeichen des jahreslangen beruflichen Stresses. Heute war es dann leider so, dass es ihm sehr schlecht ging und ich keine andere Möglichkeit sah, wie ihn akut in der Notaufnahme vorzustellen. Zum Glück hat mich trotz meiner momentanen Selbstmitleidsphase meine ärztliche Intuition nicht ganz verlassen. Leider traue ich mir im Moment noch nicht selbst zu wieder Auto zu fahren, da mir öfter nochmal schwarz vor Augen wird. Ich konnte aber Frank erreichen und wir beide fuhren schnell zu meinem Vater. Meiner Vermutung nach, mit den Untersuchungsergebnissen, welche ich selbst ermitteln konnte, lag ein akuter Herzinfarkt recht Nahe. Glücklicherweise bestätigte sich das in der Klinik nicht. Aber es war dennoch höchste Eisenbahn. Er bekam vier Bypässe gelegt. Ich bin so froh, dass es gut ausgegangen ist und jetzt einfach nur fertig, ich bin grad nur noch am heulen. Ich bin mit meinen Nerven absolut am Ende.

Und genau das sind solche Tage und Momente, wo mir Hannes so wahnsinnig fehlt. Wo es einfach nur weh tut und ich mich sehr verloren fühle.

Danke Frank, dass Du so schnell da warst. Du bist der beste Freund, den ich mir wünschen kann, auch wenn ich es Dir oft nicht leicht mache und ich eine ziemlich sture Nuss sein kann. Ohne Dich wäre das heute vielleicht nicht ganz so gut ausgegangen. Nicht auszudenken.

So, und nun tief durchatmen und alles wird jetzt hoffentlich wieder gut.

Ich hätte vor einigen Tagen Haus und Hof blind verwetten können, in dem ich behauptete mein Fliederbaum würde lila blühen. Davon war ich felsenfest überzeugt. Es ist nicht so, dass er schon seit mindestens 12 Jahren vor meinem Haus steht. ;-) Ernüchternd musste ich feststellen, er blüht weiß. Sehr weiß! Naja, wenn der weiße Flieder wieder blüht....;-)

 


 

16.7.17 22:44


Wunder gibt es immer wieder ;-)

 
„Die Zeit zum Träumen und Erinnern ist wertvoll und eine Gabe, die ich zu schätzen weiß. Sie ist die Nahrung meiner Hoffnungen und Wünsche!“
 
 

Ja, ich schaffe es noch trotz aller negativen Dinge zu „träumen“, meine Gedanken für einen Moment ausblenden zu können, um mich an vergangene Zeit zu erinnern und daraus Mut und Kraft zu schöpfen. So lange mir das noch erhalten bleibt und ich darin Kraft finde, wird es immer weitergehen, auch wenn manche Tage von Dunkelheit geprägt sind.

Ich hatte in den letzten zwei Wochen eine kleine Blockade und war da auch selbst wirklich nicht mit mir zufrieden. Aber ich glaube, dass ich diese Phase nun erfolgreich überwunden habe.

Der Zufall geht manchmal Wege, das kommt die Absicht erst gar nicht hin! Das ist schon so. ;-)) Und das ist auch gut so! Und genau das braucht das Leben!

Und es gibt Wunder, immer und immer wieder! Das ist eine Sache, da glaube ich fest daran. Meine Tochter ist zur Zeit in London. Es ist alles gut, aber mehr Wunder braucht es grad für mich nicht!

Schöne Pfingsten!


4.6.17 11:47


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