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Familie und Freunde

"Dinner for one"...war gestern ^^

"Gönn´Dir öfter mal eine Auszeit! Es ist nicht egoistisch. Es ist manchmal einfach absolut notwendig!"

 

Heute ist der Winter wieder eingebrochen und das am Ostermontag. In zwei Wochen beginnt der Mai und man fühlt sich gerade wie kurz vor Weihnachten. Naja, im Prinzip ist es mir egal, aber die Sonne und die Wärme der letzten Tage waren schon ganz nett und irgendwie bekommt man da einfach ein besseres Gefühl. 

Eigentlich wollte ich gerade ins Bett, aber ich glaube, ich muss noch etwas über die letzten Tage nachdenken. Meine Tochter war ein paar Tage da, nun werden wir uns wohl erst wieder im Sommer sehen, vielleicht klappt es mal zwischendurch für ein Wochenende. Leider war hier sehr viel los über die Feiertage, so dass wir eigentlich viel zu wenig Zeit hatten. Aber manches lässt sich eben nicht ändern. Die beiden Kinder von meinem Bruder waren auch da und dadurch war ziemlich viel Trubel angesagt. Ich will nicht sagen, dass mich die Gesamtsituation der letzten Tage dezent überfordert hat, aber ich glaube manchmal ist es schon so richtig eingerichtet wie es eben ist und so wurde mir einmal mehr deutlich, dass ich definitiv nicht der Typ Frau bin, der gut mit Situationen und der daraus konsultierenden Konflikte einer Großfamilie gut klar kommt.

Um es auf den Punkt zu bringen, ich war teilweise wirklich kurz davor meine Koffer zu packen und abzuhauen. Gut, ich bin nur ein Kind gewöhnt, dazu noch ein relativ vernünftiges und ruhiges. Das in Kombination mit zwei doch sehr aufmüpfigen Teenagern, konnte eigentlich nicht wirklich gut gehen. Das die Situation für die Beiden nach wie vor schwierig ist, ok, gar kein Thema, dass deren Mutter halt auch „anders“ ist, wissen wir ja alle, aber dennoch kann man von einer 15 Jährigen und einem knapp 13 Jährigen erwarten, dass da doch ein wenig Vernunft herrscht. Aber gut, ich wurde eines Besseren belehrt. Jedenfalls gab es permanent Streit, meistens zwischen den beiden Geschwistern, wovon dann meine Tochter tierisch genervt war. Das ging dann soweit, dass sich die zwei Mädels dermaßen in die Wolle bekommen haben, dass ich einschreiten musste. Zu guter Letzt hat sich dann noch der „Kleine“ mit supertollen Kommentaren reingehängt, so dass ich die drei dann erstmal an die Luft gesetzt habe. Nach einer Weile ging es dann wieder und die drei kamen dann ziemlich kleinlaut wieder an.

Es erstaunt mich schon enorm, wie sehr sich die Beiden in den wenigen Wochen, seit sie von hier weggezogen sind, verändert haben. Und das nicht zum Positiven. Eigentlich ist es sehr traurig und was für mich sehr schlimm ist, nicht im Sinne meines Bruders. Samstag habe ich mir dann die Beiden einzeln vorgenommen und mal so einiges versucht klar zu stellen. Das Ergebnis war fast das Gleiche, eigentlich sind die zwei nur auf sich alleine gestellt, keiner da wenn sie aus der Schule kommen und auch sonst ist da wohl nicht viel. Das belastet mich schon sehr und tut mir auch unheimlich leid und irgendwie habe ich es fast auch so erwartet. Aber ich kann halt im Moment nicht wirklich was dran ändern. Es schlägt sich halt sehr auf die Verhaltensweisen nieder und ich mag mir grad nicht ausdenken, wie das alles evtl. enden könnte.

Spontan habe ich mir dann am Samstag noch überlegt, die Familie incl. meiner Großeltern nochmal zum Osteressen am Sonntag zu uns einzuladen. Ehrlich gesagt, war da auch etwas Eigennutzen dabei. Wir sollten ja eigentlich alle zu meinen Großeltern kommen, aber da wären halt auch die Brüder meiner Mutter dabei gewesen und genau die brauche ich halt eben nicht und schon gar nicht an Tagen wie Ostern und dann noch gemeinsam an einem Tisch. So wurde das auf Ostermontag vertagt und am Ostersonntag waren dann alle nochmal bei uns zu Hause. Es war viel Arbeit, aber es hat auch mal wieder Spaß gemacht, so richtig zu kochen. Auch wenn meine Mutter sich über die von mir vergessenen Lorbeerblätter im Rotkohl etwas pikiert hat 😉, perfekt gibt es bei ihr ja nicht, aber ansonsten war es so ganz gut gelungen. Alle waren weitgehenst zufrieden denke ich mal. Für Ostermontag habe ich mich dann mal von den Feierlichkeiten vorsorglich abgemeldet. 😉 Nachdem ich heute morgen die beiden Streithähne bei meiner Mutter abgeliefert hatte, die ja dann mittags von ihrer Mutter wieder geholt werden sollten, haben meine Tochter und ich die Ruhe noch etwas gemeinsam genossen, aber dann ging es auch schon wieder Richtung Hamburg.

Die Zeit war viel zu kurz, viel zu stressig. Aber gut, was erwartet man an solchen Tagen? Es hat schon so seinen Grund, warum mir diese Feiertage immer nicht so ganz liegen. Und umso mehr Trubel, umso weniger gefällt mir das. Jetzt so im nach hinein weiß ich gar nicht mehr, warum ich das alles auf mich genommen habe. Aber dafür ist es ja jetzt eh zu spät.

Mein Vater steht ja schon ziemlich konsequent auf meiner Seite, alleine wohl schon, um meiner Mutter immer mal noch so nachträglich eins auszuwischen, denke ich. Ich glaube, er ist sich sicher, dass ich das nicht merke, aber es ist schon teilweise, jedenfalls für mich, sehr offensichtlich. 😉 Allerdings muss ich natürlich auch manchmal mit seinen kleinen „Spitzen“ leben, wenn er z. B. dann eher hinter meiner Tochter steht und ich dann eine mitbekomme. Meine Tochter macht gerade den Führerschein. So hat sie gerade gestern beim Essen erzählt, dass sie völlig entnervt ist und das Gefühl hat, sie würde das nicht schaffen. Fängt mein Vater an zu lachen und meint, dass er da überhaupt kein Problem sieht und sagt zu ihr: „wenn deine Mutter den Führerschein geschafft hat, dann schaffst Du das mit links. Die war nämlich nach der 8. Fahrstunde der Meinung, dass sie da nicht mehr hingeht und überhaupt keinen Führerschein braucht, weil alles so doof und gemein ist und hatte sich schon beim Fahrlehrer abgemeldet.“ ….. Na super aufbauend und ernüchternd für meine Tochter. Mein Vater hat sich damit quasi selbst gefeiert und ich habe wohl doch etwas blöd aus der Wäsche geguckt. Hatte ich jetzt auch nicht so damit gerechnet. Naja, zum Schluss haben wir dann alle gelacht. Solche Dinge kommen von ihm immer mal unverhofft. Dicht gefolgt dann von meiner Mutter, die dann mal wieder kurz in den Raum werfen musste, dass ich ja schon mit 18 nie heiraten wollte und ich da bis heute meinen Kopf durchgesetzt hätte. Die Logik dahinter, ist mir allerdings etwas entgangen. Hat auch keiner wirklich drüber gelacht. Mein Vater hat die Augen verdreht und ich hatte kurzerhand die Befürchtung, gleich eskaliert es. Aber nachdem ich dann schnell zu ihr sagte, besser keinmal wie zweimal 😉und mein Stiefvater noch einwarf, dass wäre ein stichfestes Argument, war sie ganz schnell ruhig. Mir haben dann irgendwie nur noch zwei Gläser Rotwein geholfen. Augen zu und durch!

Heute morgen, als ich dann aus dem Hof gefahren bin, habe ich dann zu allem Übel noch eine der Hoflampen umgefahren. 😉 Da ist auch nichts mehr zu retten dran. Der Blick meiner Tochter, unbezahlbar, aber sie hat sich nicht getraut einen Kommentar abzugeben. Besser war es wohl.

Ja, und da wäre dann noch meine Schwägerin, die ja dann heute kam um ihre Kinder wieder abzuholen. Eigentlich dachte ich ja, dass ich diese Konfrontation umgehe, indem ich die zwei schon bei meiner Mutter abliefere, die sie dann mit zu meinen Großeltern (ich hatte mich ja abgemeldet) nehmen sollte und wohl auch wollte. Eigentlich eine ganz gut durchdachte Milchmädchenrechnung. Aber denkste, meine Schwägerin mit ihrem permanenten Überlegenheitsgefühl, musste ihr „Siehste-Gen“ natürlich wieder unter Beweis stellen. Ich weiß manchmal nicht, wie das mein Bruder und ihr direktes Umfeld ausgehalten haben. Und sie sagt ja von sich selbst schon immer, dass sie die besten Ideen hat und überhaupt immer alles weitgehenst richtig macht. So schätzt sie sich wohl selbst ziemlich überzeugt ein. Ich würde sagen, alles falsch! Sie ist extrem chefig, und sie hat, weiß Gott, nicht immer die besten Ideen! Sie denkt die besseren zu haben … aber das ist doch ein erheblicher Unterschied. Zweifel sind ihr absolut fremd, überhaupt jegliche Form von Selbstzweifel. Ob es sich so besser lebt?

Und da denkste grad nichts schlimmes und willst dir gerade zum Erholen ein Bad einlassen, da klingelt es Sturm. Neuerdings klingelt es bei mir ja öfters Sturm, sei es mitten in der Nacht oder eben am frühen Mittag des Ostermontags. 😉Und ja, hätte ich mal die Sprechanlage benutzt, so wie mir von der Kripo und meinem Nachbarn rechterhand dringend nahegelegt wurde, so hätte ich mir wohl einige unnötige Aufregungen heute Mittag ersparen können, in dem ich den Grund des Ärgernisses gleich an der Sprechanlage im Keim erstickt hätte. Aber nö, so eine Sprechanlage hängt ja bei mir nur zur Dekoration rum. Also Tür auf, und Frau Siehste schon drin im Flur. Schnell ist sie, dass muss ich ihr lassen.

 

Eigentlich hatte ich gar keine Lust, überhaupt mit ihr zu reden. Das letzte Mal gesehen haben wir uns irgendwann Anfang des Jahres, kurz bevor sie mit Sack und Pack und vor allem ihren Klangschalen auf und davon ist. Sie kam weder nach dem ich sie über den Unfall informiert hatte, noch zur Beerdigung. Da gehört, egal wie es gerade ist, schon so einiges dazu. Zumal ja die Kinder hier waren und vielleicht so ganz irgendwie dann schon ihre Mutter gebraucht hätten. Mit dem Haus ist bis heute noch nichts geregelt. Und ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie das alles werden soll. Dieses Haus, ist ein älteres Haus, welches mein Bruder und ich zu gleichen Teilen von unserer Uroma vor einigen Jahren geerbt haben. Da ich ja selbst ein Haus habe, war es für mich selbstverständlich, dass mein Bruder dort mit seiner Familie wohnt. Aber ich bringe es ehrlich gesagt nicht über mich, dort irgendetwas zu regeln, auszuräumen oder sonst irgendetwas zu tun. Ich sehe das eigentlich in erster Linie als Aufgabe seiner Frau und Kinder an. Ich möchte das einfach nicht und ich kann das auch einfach nicht. Ich weiß nicht mal wie da nun die Erbfolge ist. Der Supergau wird wohl sein, wenn das Haus dann Frau Siehste und mir gemeinsam gehört. Da es kein Testament gibt, wird es wohl so enden. Na dann gute Nacht!

Ja, um darauf zurück zu kommen, was Frau Siehste denn so überrumpelnder Weise von mir wollte, erstmal natürlich mich zurecht weisen, dass ich absolut die falschen erzieherischen Maßnahmen an den Tag legen würde und wie schon immer 😉 alles falsch gemacht habe, was die Betreuung „ihrer“ Kinder in den letzten Tagen anging. Und ich wohl kein Recht hätte, „ihre“ Kinder in irgendeiner Form als „nur“ Tante zurecht zuweisen, geschweige denn ihnen einige Verhaltensregeln näher zu bringen. Und das sie es überhaupt nicht verstehen kann, wie das mit meiner Tochter alles so geklappt hätte. Gut, da muss ich zugeben, dass ist mir manchmal selbst nicht ganz klar. ;-)

Ok, habe ich mir angehört, aber ehrlich gesagt, hat mich nicht weiter interessiert! Was sie denkt und was sie meint, ist mir ziemlich piepe….und wenn zwei Möchte-gern-Erwachsene meinen, hier bei mir den Clown zu machen, dann gibt es eben Konsequenzen. Ich glaube ich bin eigentlich eine Tante, mit der man ziemlich viel Blödsinn 😉 machen kann und mit der man auch viel Spaß hat. Aber es gibt da so einen gewissen Punkt bei mir, da ist einfach Schluss mit lustig. Und ich lasse mir von zwei Teenagern nun mal nicht auf dem Kopf herum tanzen. Fertig. Und diskutieren mit den Zweien – NO GO! Bringt nichts, nützt nichts, sinnlos! So einfach ist das! Es gibt gewisse Regeln und ich glaube, da kann ich erwarten, dass es funktioniert. Nachdem dann Frau Siehste dreimal nach Luft geschnappt hat und dann zum nächsten Punkt kam, „das Haus“, war mir auch schon klar, auch das endet jetzt nicht gut. Ich habe das Thema dann relativ schnell beendet und habe sie zur Tür rausgeschoben, mit der Bitte mich doch aus diesen Dingen rauszuhalten und zu verschonen. Puhhhh, die schafft mich! Im Bezug auf die Kinder wundert mich weiterhin nichts mehr.

Ja, so ging dann dieser letzte Ostertag auch zu Ende. Alles so Sachen, die einem nicht wirklich gut tun. Ich weiß, ich bin manchmal auch nicht fair in jeder Situation, aber irgendwo hört es dann auch mal auf. Ziemlich kraftraubend das Ganze. Unnötig und sinnlos und es zieht mich gewaltig runter. Ich bin ganz schön erledigt. Gäbe es da nicht gerade noch den einen 😉 oder anderen Lichtblick am Ende des Tunnels, könnte man doch wohl schon eher mal den Kopf in den Sand stecken.

Morgen muss ich dann schon wieder zur Kontrolle der Blutwerte und am Mittwoch geht es dann ja schon wieder weiter……………..so ist das. Vielleicht sollte einfach einer mal kurz die Welt anhalten und alle Irren aussteigen lassen. Könnte schon etwas helfen, kommt sicher ein ganzer Schwung zusammen. 😉
18.4.17 00:06


Es war die Nachtigall und nicht die Lerche

„Mein Hintergrund und meine Umstände haben ohne Zweifel maßgeblich beeinflusst, wer ich heute bin. Doch nun bin ich verantwortlich dafür, zu wem ich in Zukunft noch werde!“

Prolog: 

Es war die Nachtigall und nicht die Lerche...

...Die Interpretationen von diesem Zitat aus Romeo und Julia gehen wohl ein wenig auseinander. Die meisten verstehen darin wohl den Sinn einer Täuschung bzw. selbst etwas falsch verstanden oder getan zu haben, meine Interpretation liegt nach wie vor in der Bedeutung, dass Julia, Romeo hin halten wollte, in dem sie ihm sagte, dass in diesem Moment noch die Nachtigall singt, bevor mit dem Gesang der Lerche schon der nächste Morgen anbricht…….Ein Versuch von Julia, Romeo zu erklären, dass die Nacht noch andauert, obwohl sie wusste, dass die Lerche schon sang und somit der Morgen graute…… Romeo und Julia, viele sehen dieses Shakespeare Stück, als das Ultimative der ganz großen Liebe…..wow….na also ich weiß nicht......Das Ganze geht ziemlich übel aus und es kommt keiner lebend davon…….nicht mein Verständnis von der ganz großen Liebe.

So, nun aber zum eigentlichen……..

.......Die letzte Woche habe ich mich etwas vom „Schreiben“ distanziert. Irgendwie fehlte mir die gewisse Ruhe dazu, es war einfach zu viel los……..

Nach meinem letzten Krankenhausaufenthalt habe ich mich dieses Mal etwas zügiger erholt. Es ist nicht alles perfekt, aber ich glaube, so allgemein geht es mir doch etwas besser. Vielleicht liegt es am Frühling, der Sonne oder eben an anderen Dingen. Und ich wäre wohl nicht ich, wenn ich natürlich nicht gleich wieder einige Dinge übertreiben würde, um dann natürlich wieder einen Tag später auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden.

Am Freitag war ich dann zur feierlichen Verabschiedung meinerseits in die Klinik eingeladen, vorgeladen?, wie sagt man das?? 😉 Das ganze hatte etwas komisches bis seltsames an sich. Ich kam mir vor, wie auf meiner eigenen Beerdigung. Wirklich sehr seltsam. Ich muss aber auch dazu sagen, dass unser Chefarzt nicht gerade talentiert ist, sich gewählt und etwas einfühlsam auszudrücken, dass ganze hatte eher so den Stil „Holzaxt“. Aber gut, ich kenne ihn ja schon ein paar Jährchen, wir haben schon einige Kämpfe ausgefochten 😉 und von daher, ich weiß wie er es meinte. Zum anderen weiß ich auch, dass er mich und meine Arbeit immer sehr geschätzt hatte und das wohl auch noch tut. Lustig fand ich dann „meine“ Statistik, die er extra gemacht hatte. Darin enthalten waren alle Operationen,  Nacht- und Notdienste (wen auch immer sowas interessiert?), aber vor allem wie viele Menschlein ich ins Leben geholfen habe. Das waren in den ganzen Jahren 2267 Babys …… diese Zahl werde ich wohl so schnell nicht mehr vergessen. Schon ein Wahnsinn und doch eine Menge. Naja, wenn ich mir meine Kiste ansehe, mit den vielen Karten und Bildern von „meinen“ Babys…..kommt das wohl hin. Eine Ära für mich, die nun erstmal vorüber ist. Etwas Wehmut hinkt da schon bei mir hinterher. Aber es war meine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Und wo etwas endet, folgt etwas Neues. Endgültig war es dann, als ich meinen Spint und meinen Schreibtisch ausgeräumt und dann der Klinik, dem Ort, der für viele Jahre fast mein zu Hause war, den Rücken gekehrt habe. Ein weiteres Lebenskapitel abgeschlossen. Mit schönen, herzlichen, emotionalen, aber auch vielen schlimmen, unfassbaren und schrecklichen Erinnerungen. Erinnerungen, die einem als Ärztin wohl nicht erspart bleiben und die immer mal wieder Bestandteil meines Lebens sein werden. Diese Jahre haben mich als „Ärztin“, aber auch als „Menschen“ geprägt, mich teilweise auf eine harte Probe gestellt. Unfassbares hinnehmen zu müssen, Schicksale zu akzeptieren, an Grenzen der Möglichkeiten zu geraten, um Leben zu kämpfen, zu gewinnen, aber auch leider manchmal verlieren zu müssen. Meine Grundsätze, Empfindungen und Leitbilder, sowie auch meine menschliche Überzeugung haben sich genau in diesen Jahren manifestiert. Und genau auch aus diesen Erfahrungswerten bin ich heute genau der Mensch, der ich eben bin. Es waren Jahre, in denen ich „gelernt“ habe, Dinge zu akzeptieren, die nicht zu ändern sind. Auch wenn ich Gesetze lernen musste zu akzeptieren und mich an deren Richt- und Leitlinien halten musste, heißt das für mich bis heute nicht, dass ich das auch ausnahmslos gut finde und akzeptiere. Aber zum Glück gab es ganz viele schöne Momente, die mir immer wieder zeigten, dass was Du da tust, ist richtig, passt zu Dir und tut Dir in gewisser Weise gut. Ein Neugeborenes den stolzen Eltern in die Arme zu legen, wird wohl immer einer der schönsten Momente in meiner Arbeitswelt bleiben. Aber das ist nun erstmal vorbei. In den nächsten Wochen werde ich dann meine neue Aufgabe an der Uni antreten und hoffe, dass ich diesem Pensum gerecht werden kann. Ich freue mich darauf, obwohl ich auch etwas mit gemischten Gefühlen an die Sache herangehe.

Mein Freundes- und Bekanntenkreis meint es gerade sehr gut mit mir. Vor Einladungen kann ich mich momentan kaum retten, muss aber leider auch manchmal Körbe verteilen, da es mir einfach etwas viel wird. Das Problem ist halt, wo sagt man ab und wo sagt man zu. Ich weiß es wirklich sehr zu schätzen, aber manchmal ist halt etwas weniger, dass etwas mehr! Und da muss ich schon sehr aufpassen gerade, dass ich keinem vor den Kopf stoße. Probleme, die ich eigentlich überhaupt nicht haben wollte und da ich generell mit offenen Karten spiele, erkläre ich mich dann auch entsprechend. Was hier und da etwas mühsam ist, aber ich denke , dass ist es wert. Sie akzeptieren es zum Glück und verstehen es auch. An diesem besagten Freitag war ich jedenfalls noch für ein paar Stunden auf einem Geburtstag, hier ein paar Straßen weiter, eingeladen. Das Gute daran, man kann zu Fuß laufen. Alkohol ist ja zur Zeit für mich absolut tabu. Das würde mir meine Blutgerinnung wohl ziemlich nachtragen und mit der ist ja so im Moment nicht zu spaßen. Von daher will ich sie auch nicht unnötig provozieren. 😉 Nein, man kann auch Spaß haben ohne Alkohol, ein Leitbild, dass ich auch schon vor der Bekanntschaft mit meinem Freund „dem Krebs“, gelebt habe. Es war jedenfalls ein schöner lustiger und auch doch sehr unbeschwerter Abend, der mir ganz gut getan hat, nachdem ich nach der Verabschiedung schon etwas Trübsal geblasen habe.

Ich glaube so gegen 1 Uhr lag ich dann endlich, ziemlich erschöpft, aber irgendwie ganz zufrieden, in meinen Federn. Jedenfalls so lange, bis dann so um ca. 3 Uhr bei mir Sturm geklingelt wurde. Sagen wir es so, wenn ich erstmal richtig eingeschlafen bin, dann schlafe ich auch. Und dann wach zu werden und noch zu wissen wo oben und unten ist, bzw. was eigentlich gerade los ist, ist dann nochmal bei mir eine ganz andere Geschichte. 😉

Naja, jedenfalls habe ich das irgendwann realisiert, dass es eben wohl schon eine Weile klingelte. Ich bin dann runter (die Sprechanlage zu betätigen wäre in dem Moment wohl auch zu plausibel und einfach gewesen) und habe dann natürlich auch die Tür gleich aufgemacht. Kriminalistisch natürlich wieder absolut wertvoll. Aber wie gesagt, die Logik hinkt so mitten in der Nacht doch manchmal gewaltig hinterher. Aber zum Glück standen da nur meine Nachbarn von Gegenüber vor der Tür und schoben sich ziemlich aufgeregt an mir vorbei in mein Haus. Die beiden sind schon ca. Mitte 70, aber soweit noch ziemlich fit. Naja, so wirklich viel ist mir in diesem Moment nicht eingefallen, aber sie rückten dann doch schnell mit der Sprache heraus, nachdem ich dann die Haustür geschlossen hatte. Jedenfalls sind die Beiden wach geworden und haben in ihrem Haus Geräusche gehört. Sie sind dann aufgestanden und haben wohl gehört, dass im Keller Geräusche und Stimmen waren. Durch die Terrassentür sind die zwei dann raus aus dem Haus und direkt zu mir rüber gelaufen. Ich muss ja jetzt erstmal sagen, RESPEKT!! Eigentlich alles genau richtig gemacht, auch wenn ich nicht gleich wach geworden bin. Ich bin ja wirklich nur froh, dass die zwei nicht auf heldenhaft machten und selbst versucht haben, irgendwelche Verbrecher zu stellen. Wer die Beiden kennt, weiß, dass wäre auch eine Option gewesen. 😉

Jedenfalls haben wir dann natürlich, nach dem wir die Polizei und den Enkel (die einzige Tochter ist leider vor vier Jahren mit Mitte vierzig an Krebs verstorben) informiert haben, dass Haus sehr genau beobachtet. Mein Nachbar wäre mir beinahe ausgeflippt, dazu muss ich sagen, er ist sehr penibel, was manchmal schon recht schräge Züge annimmt. Viel beobachten konnten wir nicht, da wohl die Einbrecher hinten durch den Garten in Richtung Feld geflüchtet sind. Wir wohnen etwas außerhalb. Also kochte ich dann noch Tee, bis dann die Polizei und der Enkel bei uns eintrafen. Im Haus der Nachbarn war keiner mehr aufzufinden, im Haus sah es entsprechend nicht so schön aus, aber ich denke, das ist alles zu verschmerzen, Hauptsache es ist keinem etwas passiert. Die Beiden wurden dann von ihrem Enkel erstmal mitgenommen und die Polizei nahm einen kurzen Bericht auf. In das Haus durfte erstmal keiner rein, bis am anderen Morgen dann die Kripo da war.

Jahhhhaaaa, nach so einer Aktion, schläfst Du nicht mehr!! Zumal es sowieso schon langsam hell wurde und ich am Samstag früh einen Termin beim Optiker hatte. Vormittags rief mich dann die Kripo an, dass sie am Mittag nochmal zu mir kommen wollten, damit ich eine Aussage mache. Leider gibt es hier in der Gegend immer mal wieder so Zeiten, wo vermehrt eingebrochen wird. Aber ehrlich gesagt, habe ich mir darüber bisher recht wenig Gedanken gemacht.

Die beiden Herren der Kripo trafen dann am Mittag ein, die Nachbarn kamen auch mit dazu. Sogar unser Pfarrer saß dann noch mit in meinem Wohnzimmer……wirklich eine nette Runde 😉 Das ganze hatte schon wieder etwas den Flair einer Beerdigung. (Gibt mir grad echt zu denken *lach) Nachdem ich dann meine Aussage gemacht hatte, ehrlich gesagt, viel konnte ich ja nicht sagen, außer, dass ich eben die Tür aufgemacht habe, meine Nachbarn zwei Stunden beherbergt und Tee gekocht habe. Also nicht wirklich die große Heldentat. Zu guter Letzt bekam ich dann noch einen gewaltigen Rüffel von der Kripo, dass ich mitten in der Nacht, als „Frau“ die alleine lebt, einfach die Tür aufgemacht hätte, ohne mich abzusichern, wer denn davor steht. Mein Gegenargument, dass Einbrecher wohl selten Sturm klingeln, erhielt keine Begeisterungsrufe! Hhm! Ok! 😉

Als sich die nette Runde, incl. Pfarrer wieder auflöste, kam dann noch ein guter Freund, der Besitzer einer bei uns ansässigen Gärtnerei ist und machte mir meinen Hof  vor dem Haus und auch etwas meinen Garten schön, pflanzte Blumen und schnitt einige Bäume zurecht. Zwischenzeitlich merkte ich dann, dass ich doch ziemlich erschöpft und müde war. Sehr, sehr müde…….., so dass ich früh nach oben ging und mich ins Bett legte, nachdem der Herr Gärtner dann endlich fertig war. Das war auch soweit gut, bis es dann am späten Abend wieder etwas stürmisch klingelte. „Déjà-vu“!! Aber ich hatte ja gerade gelernt, Sprechanlage benutzen!! Diesmal war es mein Nachbar von nebenan, der mir mitteilte, dass meine Terrassentür noch weit offen stehen würde und sich vergewissern wollte, dass nichts passiert ist und ob ich sie nur vergessen hätte zu schließen, da er kein Licht mehr gesehen hätte. Ich muss sagen, meine Terrassentür steht bei gutem Wetter eigentlich immer offen. Und ich denke mir da auch nicht wirklich was dabei. Wer mich klaut, bringt mich sicher am nächsten Tag wieder 😉 Nee, also ich bin da schon ziemlich gut gläubig. Aber meine Nachbarn anscheinend nicht und sie scheinen mich gut zu beobachten! Was ja nicht immer verkehrt ist, auch wenn es manchmal unangebracht ist. Also, bin ich wieder runter, habe den anderen Nachbarn beruhigt, dass alles im grünen Bereich ist und mein kleiner Spaß, dass so wenigstens dann keiner was kaputt macht, wenn die Tür eh schon auf ist, kam dann auch nur bedingt an. 😉 Naja, ich habe dann alles fachmännisch, unter den Argusaugen meines Nachbarn verrammelt und konnte dann endlich wieder ins Bett.

Das Actionpotenzial dieser beiden Tage war eigentlich wieder mehr, wie man so braucht. Ehrlich gesagt, man braucht es gar nicht. Weniger ist da in der Tat, wirklich mehr!

Der Sonntag war dann leider nicht der beste meiner letzten Tage. Da ging dann nämlich wieder so gar nichts. Somit habe ich mich lediglich vom Schlafzimmer bis zum Wohnzimmer bewegt, mit zwischenzeitlichen Aufenthalten im Badezimmer, weil mir wieder ziemlich oft übel war. Diese Übelkeit lässt mich einfach nicht dauerhaft los. Es gibt Tage, da geht´s und dann wieder, da geht das von einer auf die andere Minute los. Braucht man auch nicht! Der Montag war auch nicht so pralle, aber ich konnte wenigstens mal etwas raus, was mir schon sehr geholfen hat.

Dienstag, also heute, habe ich dann von morgens 7 Uhr bei meinem Opa in der Praxis die Quartalsabrechnung für das erste Quartal angefangen. Ich muss sagen, dass mache ich schon seit über zwanzig Jahren. Nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung als MFA (medizinische Fachangestellte) gemacht, bevor ich ins Medizinstudium gegangen bin. Dadurch habe ich ja die Praxisabläufe mit allem was dazu gehört, von der Pieke auf gelernt. Und somit war das dann sozusagen mein Job, die Abrechnung zu machen. Habe ich auch immer gerne gemacht. Nur stehe ich der Praxis von meinem Opa und meinem verstorbenen Bruder zur Zeit etwas kritisch gegenüber. Aber natürlich wurde vorausgesetzt, dass ich das trotz allem weitermache. Ja, gibt ja auch kein Grund, dass nicht zu tun. Außer vielleicht ein paar so ganz klitzekleine…😉

Seit dem Eklat mit meiner Familie bzgl. deren geplanter Praxisübernahme durch meine Person, habe ich die Praxis nicht mehr betreten. Wollte ich auch nicht mehr. Aber gut, mein Versprechen, was ich vor Jahren bzgl. der Abrechnungen gegeben habe, hat natürlich weiterhin Bestand. Jedenfalls für dieses Quartal, da es ja auch noch das Quartal meines Bruders war. Nachdem mein Opa mich gestern Abend anrief, ob ich heute dann käme um eben die Abrechnungen zu machen, bin ich heute morgen dann natürlich auch hingefahren. Anfänglich lief auch alles so ganz gut, aber ich glaube fast, ich bin in eine Art Hinterhalt geraten. Jedenfalls kam mir doch einiges etwas seltsam vor. Zwei der Angestellten meldeten sich ziemlich plötzlich krank, so dass nur noch eine MFA und die Azubi in der Praxis waren und eben ich im Büro mit dem ganzen Abrechnungskrempel und natürlich mein Opa. Gegen 10 Uhr kam dann von meinem Opa die Bitte, ob ich nicht mit ins Labor gehen könnte, da die Beiden das nicht schaffen würden und die Azubi ja noch kein Blut abnehmen könnte/dürfte etc. Sagt man in dem Moment nein? Nein! Also verbrachte ich die nächsten drei Stunden mit der Azubi im Labor und habe da wohl auch einen guten Job gemacht und auch leider festgestellt, dass die „Dame“ nicht wirklich viel Ahnung hat und in ein paar Wochen in die Prüfung gehen soll. Na dann gute Nacht! Es war ziemlich viel los. Die Abrechnung ist dadurch natürlich kein Stück weiter fertig geworden, aber um 13 Uhr war ich dann einfach nachdem Labormarathon platt und bin nach Hause. Vorhin kam ein Anruf von meinem Opa, wie das denn heute für mich in der Praxis gewesen wäre und er hätte den Eindruck, dass es mir Spaß gemacht hätte und ob ich nicht doch die Praxis übernehmen wollte………welche Interpretation passt nun hier?? Es war die Nachtigall und nicht die Lerche…..Vortäuschung falscher Tatsachen?

Wenn ich das Gefühl habe, man will mich hinter´s Licht führen, ist bei mir ganz schnell der Ofen aus. Zappen duster sozusagen! Aber es ist immerhin mein Opa und daher bringe ich da schon den nötigen Respekt auch mit. Trotzdem kann man so nicht mit mir umgehen. Sachlich habe ich ihm nochmals erklärt, dass ich die Praxis nicht übernehmen möchte, dass ich das nicht leisten kann und das das eben einfach nicht „mein Leben“ ist. Außerdem lässt es mein Gesundheitszustand im Moment einfach nicht zu, mich damit weiter so tiefgründig zu belasten. Ich helfe gerne, wenn es mein Gesundheitszustand zulässt weiterhin die Abrechnungen zu machen, kümmere mich auch gerne um die Azubis. Aber Ziel sollte es sein, die Praxis komplett zu verkaufen und eben somit auch alle Aufgaben die damit verbunden sind, mit abzugeben. Mehr kann ich nicht geben. Morgen früh werde ich dann Versuch „zwei“ starten und hoffentlich die Abrechnung morgen dann fertig bekommen. Auf mehr lasse ich mich auch nicht mehr ein. Ich möchte wissen, wer sich das wieder ausgedacht hat……ach, ich glaube ich möchte es lieber nicht wissen. Auch dieses Kapitel muss einfach jetzt dann endlich mal beendet sein. Warum kann man das nicht einfach akzeptieren. Ich muss das für mich einfach abschließen.

Ich fühle mich heute Abend wirklich nicht gut! Und genau das ist nicht gut!

 

Und nun noch das versprochene Hummelbild ;-) Letzten Freitag habe ich mittags bei mir im Garten drei dicke Hummeln gefunden, die in einem Schacht (da steckt im Sommer immer so eine LED-Kugel drin) überwintert haben. Mit einem Stöckchen habe ich den Schlafmützen dann heraus geholfen. ;-) Sehr niedlich irgendwie. Da sitzen sie noch ziemlich belämmert.

Sorry, ist leider nur ein schlechtes Handybild.


4.4.17 22:28


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