Startseite
    Krankheitsverlauf
    Beruf
    Ich - Marie
    Schicksal
    Katastrophen
    Gedanken
    Besonders wertvoll
    Erinnerungen
    Familie und Freunde
    Hoffnung
    Zukunft
    Dies und das
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Fulda Mosocho Projekt - "gegen Genitalverstümmelung"
   Welthungerhilfe Zimbabwe
   Aktion gegen Hunger Zimbabwe
   DKMS
   Impfaktion in Afrika
   Deutsche Kinderkrebsstiftung
   Ärzte ohne Grenzen
   Elisabeth-Die Legende einer Heiligen
   
Letztes Feedback
   19.08.17 18:09
    Liebe Marie, meine Frau
   19.08.17 18:11
    ja das ist ein problem.
   20.08.17 12:20
    Hallo Marie, ich drücke
   22.08.17 08:19
    ja die unvernunft.......
   22.08.17 08:25
    Moin Marie, Hauptsache
   22.08.17 13:54
    ...Lungenentzündung ist

http://myblog.de/marie-adel-verpflichtet

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Gedanken

Ein bisschen Glück

"There´s only one God and his name is death. And there is only one thing we say to death: „Not today!“

Update

Seit Ende letzter Woche trabe ich brav jeden Morgen in die Klinik und erhalte dort meine Antibiotika-Infusionen. Die beginnende Lungenentzündung, hatte sich in eine leichte Lungenentzündung entwickelt. Aber das Fieber ist nun weg und es geht mir schon deutlich besser. Somit habe ich auch mal ein bisschen Glück gehabt. Kann ja auch nicht immer im Schlimmsten enden.

Noch 10 Tage, dann startet Chemo 4/6. Puh ja, ehrlich gesagt, die bräuchte ich nicht unbedingt. Aber auch die werde ich überstehen.

Die letzten Tage habe ich meinen Blog ein wenig aufgemöbelt, es war mal Zeit für einen Tapetenwechsel. Mal schauen ob ich mich damit länger anfreunden kann. ;-)

Meine Haare machen mir weiterhin Sorgen, mal sehen was meine Frisörin des Vertrauens morgen Nachmittag dazu sagt. Ich weiß, ich weiß, es gibt schlimmeres und Hauptsache ich werde wieder gesund, aber das ist für mich wirklich ein sehr großes Problem.


 

 

15.8.17 18:28


Drachen, das Universum und ich ^^

„Manchmal ist es wichtig sich auf eine Reise zu machen, loszulassen und mutig zu sein. Unser Herz kennt den Weg…..“


Auszüge aus meinen Notizen:

20. Mai 2017

Der Krebs ist noch immer da und treibt nun auch in der anderen Niere sein übles Spiel. Die Operation habe ich gut überstanden und nein, ich bin immer noch nicht soweit aufzugeben. Vielleicht war es nun ein gutes Omen, dass dies ausgerechnet an meinem Geburtstag passierte. Vielleicht war das nun wirklich der Startschuss in mein neues 2. Leben. Vielleicht…………Ich wollte keine Angst mehr haben, aber in manchen Momenten schleicht sie sich doch ein. Ich möchte noch nicht aufgeben. Noch nicht!!

06. Juni 2017

Heute hatte ich Besuch von unserem Pfarrer. Genau wie ich, gibt auch er nicht auf, mich wieder zum „Glauben“ zu bekehren. Die Überlegung, ihn nicht ins Haus zu bitten, lag mir Nahe. Aber dazu war ich dann doch zu höflich. Es war mir im Vorfeld klar, dass dieses Gespräch anstrengend werden und dass es meinen Zorn wieder auf den Plan rufen würde.

„Marie, ich sehe Ihnen an, dass Sie immer noch sauer sind“, sagte er.

„Da haben Sie recht, aber was möchten Sie mit Ihrem Besuch bewirken? Schauen ob ich noch lebe?“

„Sie sollten nicht mit sich hadern und schon gar nicht mit Gott. Ihnen wurde dieses Leben gegeben, weil Sie stark genug sind, um es zu leben.“

„Ich bin mir nicht sicher, ob diese Erklärung für dieses ganze Drama, doch etwas zu einfach und naiv ist“, ich schüttelte mit dem Kopf. „Wieso sollte irgendein Mensch stark genug dafür sein, so etwas auszuhalten. Wo liegt da der Sinn? Tut mir leid, dazu fehlt mir wirklich das Verständnis.“

„Die Fesseln des Todes sind nichts im Vergleich zu den Flügeln der Liebe. Wer liebt, der lebt! Und Gott liebt Sie, Marie!“

„Wow, also dann hat er aber eine ziemlich komische Art mir das zu zeigen und mitzuteilen. Ich glaube das ist mir etwas zu viel des Guten. Ich habe sicherlich seit Kindheit an in irgendeiner Weise „geglaubt“. Es wurde mir so in die Wiege gelegt und mein Weg führte mich immer Hand in Hand im christlichen Glauben. Aber ich kann das im Moment und vielleicht sogar nie wieder in dieser Art und Weise für mich annehmen. Wo bitte ist das denn Barmherzigkeit oder gar die Liebe, von der immer jeder erzählt und von der gerade Sie immer und immer wieder predigen? Nein, tut mir leid, ich kann das nicht mehr. Vielleicht ändert es sich wieder, wenn ich das wirklich alles überstehen sollte.“

„Das sind harte Worte gegen Gott und die Kirche. Aber Gott wird Ihnen für Ihr Zweifeln vergeben.“

„Mhm, aber was ist, wenn ich ihm nicht vergebe?“

„Ich sehe, Sie wollen zur Zeit nicht verstehen, dass Gott Sie liebt.“

„Nein, weil es genau da nichts zu verstehen gibt! Es tut mir leid, aber ich möchte dieses Gespräch nun gerne beenden.“

„Da soll mir noch mal einer sagen, dass Veränderungen gut sind, dass hier kann man ja wohl kaum positiv nennen, oder vielleicht doch?“


Oft denke ich an solche Momente, dabei spielt es keine Rolle, ob es richtig oder falsch ist. Schon Wilhelm Busch hat ja gesagt, dass Ausdauer sich früher oder später auszahlt. Meistens später, hat er hinzugefügt, und da kann ich ihm nur aus vollem Herzen zustimmen.

Meine Mutter kommt in meinen Schilderungen meistens etwas kurz. Unser Verhältnis war leider nie das, was von der Allgemeinheit so erwartet wird. Ihre Erwartungen konnte ich wohl seit meiner Kindheit nicht wirklich erfüllen. Ich war nie das kleine Mädchen, welches sie im Rüschenkleid irgendwo in eine Ecke setzen konnte und sie hat lange nicht aufgegeben, genau das durchsetzen zu wollen.

Selbst heute überkommen sie immer mal wieder solche Dränge, mir irgendetwas einreden oder mit Gewalt zumuten zu wollen.

Auch wenn es bekanntermaßen andere Gründe waren, ging es mir im letzten Herbst schon nicht sonderlich gut. Ich war schnell erschöpft, mein Kreislauf machte immer mal wieder einfach schlapp und überhaupt war ich allgemein auf keinem guten Fitnesslevel. Ende Oktober nahte der 60. Geburtstag meiner Mutter. Natürlich ein ziemlich großes Ereignis. Es gab da für mich auch keinerlei Zweifel, dass ich diesen Tag irgendwie überstehen musste. Allerdings sah Ende September meine Mutter wohl auch, dass ich gerade immer mal wieder etwas schlapp machte und entschied: „Du kommst mit zum Yoga!“  

Aber manchmal bin ich auch ganz nett und immer möchte ich meiner Mutter auch nicht vor den Kopf stoßen. Ich weiß ja irgendwo und irgendwie meint sie es gut. Es ist nur ganz oft schwierig für mich. Also fasste ich meine letzten Energien zusammen und ließ mich von ihr an einem schönen Herbstabend, nach einem sehr anstrengenden Wochenenddienst, mitschleppen.

Ihre „Yoga-Frauengruppe“ nahm mich mit Kusshand auf. Ich denke sie hatten sich eher auf längere Gesprächsrunden eingestellt, denn so eine Gynäkologin hautnah dabei, kann ja über so einige Wehwehchen in den unvermeidlichen Wechseljahren dieser Altersgruppe hinweg helfen.

Allerdings scheiterte dieses ganze Unterfangen….äh….Yoga….hieß es, schon im Ansatz. Bei der Meditationseinführungsrunde schlief ich auf meiner Yoga-Matte fest ein. Da sag´ doch nochmal einer, ich könnte mich nicht richtig entspannen. ;-) Meiner Mutter war dies allerdings ziemlich peinlich, da sie doch einen Moment an mir rumzwirbeln musste, bis ich wieder einigermaßen wusste, in welchem Zeitalter und in welchem Universum wir uns gerade befanden. Somit war das dann der Erste und auch gleichzeitig der Letzte Yoga-Abend für mich.

Der Geburtstag selbst war sehr anstrengend, aber er verlief doch ziemlich gut. Ein paar Tage vorher kam ich mit meiner Tochter aus Island zurück. Dieser Urlaub war unser letzter gemeinsamer Urlaub, nach unserer Rückkehr überschlugen sich die Ereignisse regelrecht.

Wenn die Erde für Sekunden still steht

Der Besprechungstermin der Befunde verlief im Mai nicht ganz optimal. Ich hatte mir Frank dazu geholt, da ich mich nicht alleine der Sache stellen wollte. An die Tage vorher konnte ich mich nicht mehr so genau erinnern, aber ich erinnere mich noch genau an den Blick des Arztes, als er seinen Blick von seinem Bildschirm löste und uns die schlechten Nachrichten überbrachte. Da war selbst mir klar, nicht der rechte Zeitpunkt für Galgenhumor.

Auf die bisherige Behandlung hatte ich nicht so gut angesprochen, obwohl die Metastasen sogar ein klein wenig geschrumpft waren, aber trotzdem war wieder ein neuer Tumor entstanden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Medikamente irgendeine Wirkung zeigen würden, war dieselbe, als würde man eine Münze werfen und auf Kopf hoffen: fifty-fifty. Natürlich hatten wir alle gehofft, dass mir die Behandlung helfen würde und es damit bald überstanden wäre. Aber leider war das dann doch nicht der richtige so erhoffte Weg.

Es wäre doch nur gerecht gewesen, wenn das Schicksal oder eben „dieser Gott“ in meinem speziellen Fall mildernde Umstände geltend und eine Ausnahme gemacht hätte. Aber das hat das Schicksal oder Gott nicht gemacht. Wiedermal! Wer auch immer sich da auf meine Kosten amüsiert, hat genau das Gegenteil getan. Aber vielleicht nehme ich das alles viel zu persönlich.

Deshalb wurde die Therapie auch umgestellt. Die Nebenwirkungen machen es mir nicht leichter, meine Lunge rebelliert und ich merke, dass ich trotz allem, immer mehr an Kraft verliere.

Und die Haare, die verliere ich zur Zeit auch immer etwas mehr. Obwohl sie mir sagten, dass eine Erhaltung, aufgrund der Chemotherapiesubstanzen, von 80% zu erwarten wäre. Ich hoffe noch. Ich weiß, es gibt schlimmeres wie die Haare zu verlieren. Aber für mich ist das gerade einfach irgendwie undenkbar.

 


„Vielleicht sollte ich einfach öfters darüber nachdenken, ob Drachen traurig sind, dass sie keine Geburtstagskerzen auspusten können?“ ;-))))

9.8.17 20:33


 [eine Seite weiter]




Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung