Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Eine Träne


 "Manchmal vergehen Jahre, in denen wir überhaupt nicht leben, und plötzlich dreht sich unser Leben um einen einzigen Moment!" (Oscar Wilde) 
 

 

 

Eine Träne der Trauer an Deinem Grab.

Eine Träne des Dankes, dass es Dich gab.

Eine Träne des Schmerzes, Du fehlst mir so sehr.

Eine Träne der Freude, für die vielen Jahre mit Dir.

Eine Träne der Gewissheit, Dein Platz, er bleibt leer.

Eine Träne der Hoffnung, dass es Dir dort oben gut geht.

Eine Träne der Verzweiflung, ich weiß nicht mehr weiter und brauch´ Deinen Rat.

Eine Träne der Angst, den falschen Weg zu gehen.

Eine Träne des Zweifels, die Hoffnung zu verliern.

Eine Träne des Wutes, den Kampf gegen diese Familie nicht zu bestehn.

Eine Träne des Trostes, dass wir uns irgendwann wiedersehen.

Eine Träne der Liebe, aus meinem Herzen wirst Du nie gehn.

Ich liebe Dich!

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Ich bin für ein paar Tage wieder zu Hause. Die letzten Tage waren ereignisreich, ernüchternd, verwirrend, traurig und auch schmerzhaft.

Familiär war es teilweise auch wieder etwas wild, eigentlich somit alles wie immer. ;-)

Seit gestern habe ich einen Psychotherapeuten mit im Boot, die grundlegende Frage, wer hinterher eine Therapie brauchen wird, wird sich noch letztendlich klären müssen. ;-)

Ich fange für mich langsam an zu begreifen. Wenn das nicht tatsächlich Einige im Laufe dieser Woche in Heidelberg live miterlebt hätten, wie meine Mutter so drauf ist, es würde mir einfach keiner glauben. Aus diesem Grund wurde mir wohl dieser Psychotherapeut aufs Auge gedrückt. Gut, ich hatte schon mal das eine oder andere Gespräch hier an meinem Wohnort, aber die waren nie sehr erfolgreich. Was teilweise auch etwas an meiner Sturheit gelegen haben könnte. ;-)

Es war mir nie so bewusst, wie jetzt in diesem Moment, wie schwer doch das Wort "Nein" sein kann. Aber es ist so und ich glaube, dass gibt eine richtig schwierige Angelegenheit für mich.

Die ganze Sache kam wohl ins rollen, als ich im Laufe der Woche, nach meiner Operation, einige Male in mein Handy brüllte und ziemlich wütend das Gespräch mit meiner Mutter beendet. Just in diesem Moment, da kam dann wieder der Zufall ins Spiel, kam die Visite in mein Zimmer. Vielleicht war das einfach gut. Mal sehen.

Abschließend für heute möchte ich noch eine kleine Situation von gestern aufgreifen, bzw. den Anruf meiner Mutter in Heidelberg. Der Bezeichnung „fremdschämen“ verleiht meine Mutter eine ganz neue Dimension. Dazu muss ich gestehen, ich hatte ihr nicht erzählt, dass ich wieder in die Klinik musste. Aus gutem Grund! 1. hatte ich den Kontakt vorerst eingefroren, jedenfalls war ich der Annahme das dies so sei und 2. war mir klar, dass sie mich nicht in Ruhe gelassen hätte. 

Ok, Punkt 2 relativiert sich, sie hat mich auch so nicht in Ruhe gelassen. Und der verdammte idiotische Grund war immer noch der morgige Volkstrauertag! Ich möchte natürlich diesen Gedenktag nicht unter den Scheffel stellen, aber zur Zeit geht mir dieser Tag wirklich meilenweit am ..... vorbei! ;-) Sorry, aber er setzt mich seit ein paar Wochen ziemlich unter Druck und Stress.

Manchmal frage ich mich, warum sie mir nie zuhört oder einfach mal meine Meinung bzw. meine Entscheidungen akzeptiert. Nach den entgleisenden Telefonaten unter der Woche, hatte ich ihre folgenden Anrufe ignoriert. Ihre Vermutung, dass ich wieder im "Urlaub" bin und mir überhaupt keine Gedanken um die Familie mache, habe ich nicht wirklich dementiert.

Natürlich war es für sie nicht wirklich schwierig herauszufinden, wo ich letztendlich war und somit ließ sie sich gestern dann auf die Station verbinden. Eine recht entnervte Schwester kam dann in mein Zimmer und berichtete mir, dass meine Mutter schon einige Male angerufen hätte und nicht akzeptieren wolle, dass ich nicht mit ihr reden wollte.

Alleine diese Dreistigkeit entsetzt mich über alle Maßen hinaus. Und dann noch zu Fragen, ob das auch klappen würde, dass ich am Samstag entlassen werde, da ich am Sonntag einen wichtigen Termin hätte, war für mich nicht zu fassen. Auch das Pflegepersonal war komplett irritiert.

Meine Gefühle spielten in diesem Moment komplett Achterbahn, nachdem mir die diensthabende Schwester, diesen Gesprächsverlauf berichtete. 

Im ersten Moment war ich masslos erschrocken und entsetzt, dann habe ich geheult und zum Schluß einfach nur noch gelacht. In dieses emotionale Chaos, platzte dann mein neuernannter Psychotherapeut ins Zimmer, mit der Aussage: "Hier gibt es wohl viel Arbeit!"

1:0 für ihn! ;-)

Über die Ergebnisse der Lymphknoten und meinen weiteren Weg möchte ich heute noch nicht berichten. Das braucht noch etwas!

Somit habe ich es doch tatsächlich rechtzeitig nach Hause geschafft, um morgen früh den Volkstrauertag angemessen begleiten zu können. Ist das nicht erwartungsgemäß vorbildlich??

"Spaß"...natürlich sieht mich da morgen kein Mensch! Ja, ich habe "nein" gesagt und meine das auch weiterhin so. Auch wenn es mich ein enormes Durchhaltevermögen und viel Zähne knirschen kostet!

18.11.17 17:01

Letzte Einträge: Menschen......Seele, Mäuse-Luftwaffe und so ;-), Frühling vs. Herbst und der verwunschene Prinz ;-), Im Auge des Hurricans

bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Anja Herbig / Website (18.11.17 17:30)
Hallo Liebe Marie,
GUT SO nur weiter so! Du wirst dass SCHAFFEN mit deiner allwehrten Mutter (-;!
Herzliche Grüße
ANJA
PS: Ich bin auch wieder da, nach dem ich mich die letzten TAGE selbst zerstören wollte (-;!


Helga / Website (18.11.17 17:37)
Liebe Marie,
- das hast Du klasse gemacht! Nab nuss dieser Frau mal richtige Grenzen beibringen. Vielleicht hilft dieser "Neue" seelisch etwas - ich bin in dieser Sache auch sehr misstrauisch. Halte bitte durch! LG Helga


Indianwinter (18.11.17 18:25)
Hallo Marie,
drücke dir auch weiterhin die Daumen,
es ist schwer, sich gegen eine solch dominate Mutter durchzusetzen.
Bleibe stark und fest in deiner Überzeugung!
LG, :D


Twity-Autor / Website (18.11.17 22:04)
Liebe Marie,

dass du mit der Mutter bisher nicht verrückt geworden bist,grenzt schon an ein Wunder. Das beste was dir im Moment passieren kann ist eine psychische Stärkung durch einen Psychotherapeuten. Damit du genugend Kraft hast sie zum Teufel zu schicken, oder ihr die Grenzen aufzuzeigen. Statt dich aufzubauen, hilfreich an deiner Seite zu stehen, schadet sie dir nur. Und dann ihr peinlicher Auftritt am Telefon. Spätestens nach der Nummer sollte man Klartext mit ihr reden und wenn es dass letzte Gespräch für sie ist... Diese Frau hat selber dringend einen Psychologen nötig. Solche Leute stoppt man nicht mit Worten, sondern mit Taten! Hausverbot, Tür zu, Schranken setzen zum eigenen Selbstschutz, Ruhe ist...
Solange sie dir nicht mit Liebe, Respekt und Achtung entgegentreten kann, hat sie dich auch nicht verdient. Diese Frau ist wie ein Geschwür, sie muss entfernt werden. Damit es dir wenigstens von der Psyche her wieder besser geht. Liebe Marie, es stehen garantiert viele Menschen hinter dir, (auch Menschen, die du persönlich nicht kennst, die hier von dir und deinem Schicksal lesen) lass dich nicht unterkriegen, du hast bisher schon sehr viel Stärke bewiesen. Und darauf kannst du wirklich sehr, sehr Stolz sein! :-) :-)


Faradei (18.11.17 23:07)
Liebe Marie, wo nimmst du in deiner Situation nur die kraftvolle Inspiration für ein solch Liebesgedicht an deinen Hannes her. Ich verneige mich.
Ich denke, du solltest deine Muttersippe nicht mehr parieren, sondern mit ironischem Humor versenken, ich bin sicher, du hast den Intellekt dazu.


pagina (19.11.17 12:36)
Nur ein lieber Gruß - von einer, die schon öfter bei myblog war, ihren Blog immer wieder geschreddert und wieder aufgebaut hat ...
Ich sehe, wie Du immer noch ringst und kämpfst und sende Dir Kraft, Mut und Durchhaltevermögen.


Frank (19.11.17 14:52)
Anstatt dich in solche peinlichen Situationen zu bringen, sollte sie eigentlich zur Zeit an deiner Seite sein. Dich unterstützen, dir mal was einkaufen, Wäsche machen, wenn du es gerade nicht kannst. Aber immer nur zu fordern und zu erwarten, ganz egal wie es dir gerade geht, verursacht mir ein starkes Würgefühl und Abscheu. Aber ich kenne sie auch schon sehr lange und habe einige Erfahrungen mit ihr gesammelt.
Die Sache mit dem Psychoheini finde ich richtig gut. Ich weiß, dass du das nicht unbedingt magst, aber ich glaube das es dir helfen könnte, besser mit der ganzen Sache umzugehen. Ich kenne dich schon zu lange und bin sicher dass du das nicht auf Dauer durchstehst.
Hat sie sich einmal um dich gekümmert, in deinen schlechtesten Phasen während der Chemos? Nein! Stattdessen nörgelt sie noch an dir rum, du bist zu blass, du musst wieder mal was für dich tun, deine Haar liegen nicht richtig und etwas mehr Fitness wäre auch nicht schlecht. merkt diese Frau eigentlich überhaupt noch was?

Marie, so verhält sich keine Mutter und es ist gut, dass du es mittlerweile verstehst. Egal was sie macht und dreht, dass du sie trotzdem immer wieder verteidigst ist falsch. Es geht hier um dich, es ist dein Leben, nicht das von ihr oder irgendeinem anderen Clown aus dieser Sippe. Deins! Verdammt!
Du bist toll, hast das Herz wo es hingehört, mach da weiter, wo du jetzt bist. Ich bitte dich darum. die nächsten Wochen werden wieder hart, du brauchst alle Energie dafür. Schick sie iin die Wüste, da kann sie kommandieren wie sie will, juckt keinen.
Marc und ich sind immer für dich da. Denk da dran!
Dein Franky
P.S. deine Worte für Hannes sind einfach schön.


mausfreddy (19.11.17 22:07)
Hallo Marie!
Dein Gedicht für deinen Bruder ist einfach wunderschön.
Ich kann Frank nur beipflichten. Er hat vollkommen recht.
Ich persönlich kenne keine Mutter die so handelt.
Sie müsste an deiner Seite sein. Fuer deine nächsten Wochen drücke ich die Daumen und denke an dich. LG mausfreddy


pagina (20.11.17 11:31)
Ich melde mich noch einmal zu Wort, liebe Marie - weil hier viel gewertet wurde, wie eine Mutter sein sollte, zu sein hat ...
Auch unter (unseren) Müttern finden wir Narzistinnen, Abhängige, Luder, Gewalttätige, Grausame, Dumme ... und Kinder dieser Mütter, die Probleme damit haben, sich von solchen Müttern zu dissoziieren. Es sind und bleiben ihre Mütter. Das "Böse" in der eigenen Mutter abzulehnen hieße, einen Teil von sich selbst abzuspalten. Kinder, die unter dem Verhalten ihrer Mütter leiden, sind angehalten, sich auseinanderzusetzen. Also erstmal scheinbar das Gegenteil von Abgrenzung, Trennung und Loslassen ... doch man kann nur loslassen, was man versteht. Was man hasst, verfolgt einen, was man "loswerden" will, klammert sich fest. Erst einmal gilt es, unheilvolle psychische "Verklettungen" zu lösen und genau zu sortieren: Was ist meins, was gehört zu dir? Und was Sache des Anderen ist, auch strikt bei ihm zu belassen.
Das ist für Kinder ein mühsamer, schwieriger Prozess, wenn sie in dysfunktionalen Familien aufgewachsen sind, die nach außen hin immer so "funktional" und "heil" erschienen oder sich darstellten. Diese Kinder müssen "Familiengeheimnisse" durchbrechen, Lügen entlarven, es aushalten, das sie einstigen Vertrauten keinen Glauben mehr schenken dürfen oder dass sie durch das Aussprechen ihrer Wahrheit plötzlich ausgegrenzt und für "ver-rückt" erklärt werden - von jenen, die schon so lange verrückt sind. Solche Kinder drohen manchmal seelisch zu zerreißen - so etwas kann sie krank machen.
Sagt eine, die Kind einer psychisch kranken Mutter war.
Dir, liebe Marie rate ich, den "Psychoonkel" als Chance zu nutzen, Deinen Prozess zu begleiten.
Sagt eine, die selbst mal "Psychotante" war.

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