Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Point of no return

„Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln!“ (William Shakespeare)

 


 

Nie war sie da, wenn wir sie gebraucht hätten. Es gab so viele Momente und Situationen in unserer Kindheit, aber nie war sie wirklich für uns da. Ich hätte jetzt gerne gute Sachen und Momente für mich reflektiert, aber umso länger ich nachdenke, desto weniger fallen mir wirklich viele gute Momente ein.

Und dennoch hatten wir eine schöne Kindheit und der Gutshof und die alten Burgmauern bei unseren Großeltern stellten dazu den perfektesten Abenteuerspielplatz da.

Ich weiß schon länger, dass meine Mutter der Grund für einige meiner „Probleme“ ist, auch wenn ich meistens für mich selbst, gut damit umgehen konnte. Seit meiner Kindheit musste ich mich stets beweisen und das ist nicht nur für ein Kind ein harter Kampf. Umso älter ich wurde, desto schwieriger wurde es. Meistens stand ich darüber, aber manchmal eben auch nicht. Es gab so viele Situationen, in denen ich einfach nur eine Mutter gebraucht hätte, eine Mutter, die mich ohne zögern mal in den Arm genommen und mit mir die eine oder andere schwierige Phase zusammen überstanden hätte.

Ich verstehe es sehr gut, dass es nicht einfach war, mit 17 Jahren Zwillinge zu bekommen. Eine Herausforderung, welche sicherlich ein Wahnsinn war. Aber auch andere bekamen so etwas hin. Aufgewachsen sind wir zu einem sehr großen Teil bei unseren Großeltern, jedenfalls waren wir dort immer, wenn „sie“ keine Zeit hatte. Und das war oft, sehr oft. Im großen und ganzen nicht schlimm, dort gab es alles, was wir uns wünschen konnten und vielleicht war das sogar das besagte „Glück im Unglück.“ Zwillinge waren eben nicht immer nur schön anzuschauen, sondern natürlich auch nicht ganz einfach.

Ich glaube, dass es nie ein intensives Band zwischen uns gab. Es gab einfach keine Möglichkeit dazu. Nach unserer Geburt beendet „sie“ die Schule und studierte dann auf Lehramt. Jeder kann sich vorstellen, dass da für uns nicht viel an Zeit übrigblieb und wenn es mal gemeinsame Dinge, wie z. B. eine familiäre Hochzeit, Geburtstage oder andere Dinge gab, ging meistens etwas schief. Das Bild selbst war wohl ein Falsches, welches wir als Familie schon immer abgegeben hatten. Aber die äußere Fassade durfte natürlich nicht bröckeln. Nach außen hin war immer alles nahezu perfekt. Die Studienrätin, oh pardon, natürlich die „Oberstudienrätin“, mit den „fast“ perfekten Zwillingen. ;-) Denen natürlich so rein optisch an nichts fehlte, außer vielleicht „Liebe“! Aber das sah ja von außen niemand und dann der Ehemann dazu, unser Vater, welcher meistens berufsbedingt viel unterwegs war. Wir sahen ihn, wenn überhaupt nur am Wochenende. Mittlerweile weiß ich warum. Das konnte ja auch kein normaler Mensch aushalten, dass diese Ehe scheitern musste, war eigentlich im Ansatz schon klar und sicher irgendwo auch gut so.

Ich kann mich nicht erinnern, dass „sie“ mich oder uns einfach mal in den Arm genommen hätte. Egal in welcher Situation, so etwas gab es nicht. Unser Vater war da anders und ist es bis heute, wenn er mal da war.

Es gab so viele Momente in unserer Kindheit, wo wir sicher unsere Mutter als Mutter gebraucht hätten. Natürlich hatten wir oder speziell wohl ich ;-) , viele Dummheiten und viel Unsinn im Kopf. Es ging nicht immer alles gut, aber letztendlich hatten wir doch beide immer einen guten Schutzengel. Ob das unser zweitägiger Ausflug mit dem Esel oder unsere nächtlichen Stippvisiten auf dem kleinen Friedhof oder einprägende Hochzeitsfeiern waren, es gab so vieles und ich blicke gern darauf zurück.

„Da werden Weiber zu Hyänen und treiben mit Entsetzen Scherz.“ („das Lied der Glocke“ von Friedrich Schiller)

Wenn es mal nicht so mit uns funktionierte, folgte die Strafe auf dem Fuße. Dann gab es mal wieder einen Kinder-Knigge-Kurs in den Ferien oder einen dämlichen Sprachkurs. Es ist nicht so, dass mir diese sehr frühen Sprachkenntnisse unbedingt geschadet hätten, aber meine Güte, wir waren Kinder, kleine Kinder. Und natürlich hörte es sich wohl „trés chic“ an, wenn gesagt werden konnte, „meine Zwillinge“ (in dem Moment waren wir dann „ihre Zwillinge" machen einen „chinesisch-Ferienkurs“. Dieser Kurs war übrigens komplett für die Katz! Und ich kann leider bis heute mit chinesischen Schriftzeichen nicht wirklich viel anfangen.

Sie ist Oberstudienrätin, kurz vor der Pension mittlerweile, zur Zeit ist sie nur noch einige wenige Stunden an der Schule. Ich glaube im nächsten Sommer wird sie verabschiedet. Allerdings wird sie als Lehrerin (sorry, Lehrerin durften wir eigentlich nie sagen, „Studienrätin“, ahh, „Oberstudienrätin) sehr gemocht. Von Schülern wie auch vom Kollegium. Und für mich ist und bleibt sie trotzdem eine Lehrerin, basta! Sie ist wohl das Paradebeispiel der unterschiedlichsten Gesichter. Es ist ja oft so, dass viele Menschen, in verschiedenen Phasen, total unterschiedlich sind. Sie kann das gut.

So richtig übel wurde es erstmalig, als wir mit 10 Jahren auf getrennte Schulen gehen mussten. Das war dann der eiserne Entschluss nach unserer Esel-Abhau-Aktion. Hannes war auf einem normalen Gymnasium, während ich auf das katholische Domgymnasium musste. Übrigens eine reine Mädchenschule. Das war anfangs nicht wirklich lustig und für mich als Protestantin  auf einer katholischen Schule, mehr wie merkwürdig. Aber Geld regelt ja so einiges. ;-) Und die katholische Kirche mauschelt schon mal ganz gerne. Aber nein, ich möchte hier natürlich nicht von Korruption sprechen. ;-) Jedenfalls musste ich da einiges aushalten, die Ordensschwestern allerdings auch. ;-) Eine super Freundschaft entwickelte sich da ziemlich bald und diese hat noch bis heute Bestand. Auch wenn Isa mittlerweile in Australien lebt. Isa´s Eltern lebten anfangs bei uns in der Nähe, zogen aber dann berufsbedingt in die Eifel. Isa blieb aber weiterhin auf der Schule und wohnte bei ihren Großeltern.

Es ist ein Schauspiel, das Tränen in deine Augen lockt, wenn es dein Zwerchfell zum Gelächter kitzelt.“ („die Räuber“ von Friedrich Schiller)

Ich weiß gar nicht mehr sicher, wie alt wir waren, vielleicht so 12. Zu dieser Zeit fanden wir Erich Kästners „doppeltes Lottchen“ super cool. Nun war es so, dass Isa zu Weihnachten mit dem Zug zu ihren Eltern fahren und vom Hausmeister der Schule zum Zug gebracht werden sollte. Der Hausmeister kannte uns nicht so ganz gut und im Winter, dick und warm angezogen, konnte es natürlich passieren, dass mal ein Kind verwechselt wurde. ;-) Das war nicht unbedingt die Schuld des Hausmeisters, sondern ganz klar, unsere Absicht. So verbrachte ich dieses Weihnachtsfest mit Isa´s Eltern in der Eifel, während Isa selbst erst bei meinen Eltern war, es dort aber nicht aushielt und dann lieber bei ihren Großeltern blieb. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und der Hausmeister bekam ziemlich einen auf den Deckel, obwohl wir fairerweise zugaben, dass alles beabsichtigt zu haben. Nach den Feiertagen, wurde dann wieder zurückgetauscht. Das war zwar keine großartige Sache, aber irgendwie witzig war es schon.

Was die Jahre darauf folgte, lässt sich fast nicht mehr auf einen Nenner bringen. Meine endgültige Entscheidung, Medizin zu studieren, war dann wohl der allerletzte entscheidende Knackpunkt. Das gewünschte Jura-Studium konnte und wollte ich nicht erfüllen. Auch wenn ich sehr oft viele Dinge einfach hingenommen und einfach gemacht habe, nur damit Ruhe war. Ich wollte schon immer Medizinerin werden, dass wusste ich schon sehr sicher als kleines Mädchen und niemals hatte sich das geändert. Die Monate in Afrika waren auch recht schwierig durchzusetzen, da konnte ich volljährig sein wie ich wollte, irgendwelche Steine wurden mir immer wieder vor die Füße gelegt. Ich musste viele Dinge hinter ihrem Rücken arrangieren und planen und letztendlich habe ich es geschafft und darüber bin ich unsagbar froh.

Als ich dummerweise anfangs auf diesen Skorpion gelatscht bin, sollte ich eigentlich erstmal zurück nach Deutschland, damit das vernünftig behandelt werden konnte. Aber diese Blöße hätte ich mir niemals gegeben. Ich glaube eher hätte ich mir den Fuß abgehackt. Es ging ja auch alles gut und so ein Skorpionpiekser ist auch nicht so sehr wild. ;-)

Ich glaube von meiner Schwangerschaft und der geplatzten Hochzeit hatte ich schon ausführlich berichtet. Jeder kann sich wohl annähernd vorstellen, wie begeistert sie war, als sie von meiner Schwangerschaft erfuhr. Mit gutem Grund hat sie es auch erst relativ spät erfahren und ist dann zu Höchstleistungen aufgelaufen, da sie meinte ich müsste nun heiraten. Das war allerdings eine Fehlanzeige. ;-) Ein paar Jahre später ist sie ja nochmal in den Genuss gekommen, ansatzweise eine Hochzeit planen zu können, aber letztendlich ist das Ganze ja ziemlich dramatisch im Sand verlaufen. Wenn ich mir überlege, zu meiner Mutter, hätte ich nun noch eine nicht minder anstrengende Schwiegermutter am Hals, ich glaube da waren wohl höhere Mächte am Werk, denn irgendwann ist einfach eine Belastungsgrenze erreicht.

Meiner Tochter habe ich geschworen, immer für sie da zu sein und mir selbst, dass ich niemals so werde wie meine Mutter. Ich weiß, dass ich genau das geschafft habe. Es war nie wirklich sehr leicht, während des Studiums ein Baby großzuziehen. Auch wenn es nicht gern gesehen wurde, ich hatte sie immer mal während der Vorlesungen dabei. Es ging eben nicht anders. Ihr Vater war leider diesbzgl. nie sehr belastbar und viel zu oft mit sich selbst beschäftigt. Ja, irgendwie passt manchmal alles zusammen und solche Situationen, ob meine Mutter oder eben der Vater meines Kindes, zogen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Es sind Erfahrungen, Erfahrungen die nicht immer gut taten, aber letztendlich vielleicht sein mussten.

Der Grund, warum ich in den letzten Jahren in einer Klinik gearbeitet habe, die 100 km von hier weg ist, lag nicht nur daran, weil ich das toll fand, sondern eben auch, um aus gewissen Kreisen herauszukommen. 200 km Fahrtzeit jeden Tag zum Schichtdienst, war schon auch eine ordentliche Belastung. Anfangs hat sie ständig in der Klinik angerufen und das nur wegen Blödsinn. Ich musste mich dann wirklich davor schützen und so wurde sie grundsätzlich schon an der Zentrale abgewürgt. Sie hat eine Weile gebraucht um das zu kapieren, denn wer es gewöhnt ist, dass alles springt, wenn mit dem Finger geschnippt wird, hat an solchen Dingen und Maßregelungen gewaltig zu knabbern.

Ich betone es nochmal, sie ist meine leibliche Mutter. Jedenfalls ist mir nichts anderes bekannt. ;-) Eigentlich würde die Stiefmutterrolle viel besser harmonieren, so ist es aber nicht und garstige Stiefschwestern gab und gibt es auch nicht. Aber die Aschenputtelrolle wäre eigentlich in vielen Momenten für mich maßgeschneidert gewesen. Fehlte dann nur noch der gläserne Schuh und er Prinz. Naja, vielleicht hat der sich nur vergaloppiert und braucht ein bisschen länger.

Einmal habe ich vergessen meine Tochter vom Kindergarten abzuholen. Eigentlich war es nicht wirklich vergessen, sondern es kam einfach anders. Durch einen Notfall in der Klinik kam ich nicht rechtzeitig weg und kam auch nicht dazu anzurufen und da sich die Dinge überschlugen und alles sehr hektisch war, ist das leider passiert. Der Kindergarten erreichte mich nicht und somit musste meine Mutter doch wirklich ihre Enkelin abholen und frühzeitig ihren unanfechtbaren Bridge-Nachmittag verlassen. Ich weiß, unverzeihlich. ;-)

Unverzeihlich war allerdings das, was ich dann zu hören bekam. Als ich dann irgendwann spät abends nach Hause kam, natürlich nachdem ich mich vorher schon gemeldet hatte, drohte sie mir, wenn so etwas nochmal passieren würde, sie das Jugendamt einschalten würde, da ich ja wohl nicht in der Lage wäre, vernünftig für mein Kind zu sorgen.

Seitdem ist das Maß voll. Randvoll. Nie wieder musste sie seitdem auch nur in irgendeiner Weise etwas für meine Tochter tun. Ich habe das alles hinbekommen. Manchmal musste ich auf die Hilfe von Freunden zurückgreifen, dass bleibt leider mit einer Vollzeitbeschäftigung nicht aus. Aber es hat geklappt.

Alles was danach kam, waren die üblichen Dinge. Ihre Erwartungen, die ich meistens erfüllte, nur damit Ruhe war. Es kam die Zeit, da bin ich nur noch den geringsten Widerstand gegangen, einfach damit sie mich in Ruhe ließ.

Seit ich nun krank bin, sind mir sehr viele Dinge klar geworden. Das ist nicht erst vor ein paar Tagen passiert. Es war mir schon bewusst, dass ich mich von dieser Tyrannei befreien musste. Wie und wann, dass hat sich nun ergeben.

Es wird nicht zu Ende sein, da bin ich mir sicher. Die einzige Möglichkeit wird definitiv darin liegen, von hier wegzugehen. Aber das ist gerade nicht so einfach.

Die Sache mit dem Gutshaus ist zwar im Groben geklärt, allerdings muss das ja auch noch notariell beglaubigt werden. D. h. ich muss mit meinem Onkel zum Notar. Er ist zwar selbst Anwalt und Notar, darf sich aber nicht selbst beglaubigen. Macht Sinn! ;-)

Manchmal habe ich das Gefühl, ich komme nie aus dieser Sache raus und ich sollte wohl aufpassen, dass mir niemand einen vergifteten Apfel unterjubelt. Aber das wäre dann wohl die Story mit den sieben Zwergen, aber da gab´s auch eine Stiefmutter, oder?? ;-)


Heute als ich in Hannover auf meinen Zug wartete, sah ich eine Frau von hinten, blond, im grünen Lodentrachtenmantel und hohen Stiefeln, im ersten Moment dachte ich, NÖ! Aber sie war es natürlich nicht. Das wäre ja nun auch zu seltsam gewesen. Aber andererseits, wundern würde es mich auch nicht. Das war wohl eindeutig jemand aus dem Hause Hannover ;-), die wuseln da ja auch überall rum und irgendwie sind die auch um zwanzig Ecken mit meiner Familie verwandt. Alleine an der Kleidungsart, lässt sich schon unschwer erkennen, wo die alle hingehören.

In einem Kommentar habe ich gelesen, dass unser Pfarrer wohl ein Spielball der Familie wäre. Spielball wohl nicht, aber was wird wohl erwartet, wenn diese Familie ihre eigenen Logen in der Kirche hat?? Da wird mit viel Geld gefördert und unterstützt, da kratzt doch eine Krähe der anderen kein Auge aus! Ich glaube mehr muss ich dazu nicht erklären.

Allerdings habe ich das Krippenspiel schon öfters übernommen. Das hat mir auch Spaß gemacht. Es erfordert viel Geduld und es ist auch viel Arbeit, da ich mir immer eine etwas abgewandelte Geschichte dazu ausgedacht habe, die aber letztendlich die Weihnachtsgeschichte wiedergegeben hat. Nur eben halt nicht in der klassischen Form. Der Pfarrer nervt mich gerade schon und hier ist es absolut normal, dass er auch mal ins Haus kommt. Nur das es gerade so oft ist, dass ist nicht so ganz normal. Aber gut, ich hab es mir ja auch mit Jesus ;-) etwas verkackt. Aber das muss erstmal so stehen bleiben.

So, zum Abschluss noch eine kleine Krippenspielgeschichte aus eigener Kindheitserfahrung. ;-) Natürlich sollten Hannes und ich immer Josef und Maria spielen. Ich fand das total blöd. Bei der Generalprobe mit Kirchenvorstand und sämtlichen Eltern usw. war ich dermaßen bockig und habe durch die ganze Kirche gebrüllt: „da kann doch irgendwas nicht stimmen, wie soll denn die Maria ohne Sex mit dem Jesuskind schwanger geworden sein? Das ist so blöd, ich spiel lieber den König Herodes, der hat bestimmt gemerkt, dass da was faul war.“

TODESSTILLE (die berühmte Stecknadel und so..)

Meine Mutter zerrte mich am Oberarm aus der Kirche. Ich durfte nicht am Krippenspiel teilnehmen, wohl eher aus Sicherheitsgründen. ;-) Allerdings durfte ich in diesem Jahr auch am heiligen Abend nicht mit in die Kirche.

Den Sachverhalt konnte oder wollte mir natürlich keiner erklären, wie das denn nun möglich war….und wenn ich es mir gerade so überlege, weiß ich es eigentlich bis heute nicht! ;-)

5.11.17 22:46

Letzte Einträge: Menschen......Seele, Mäuse-Luftwaffe und so ;-), Frühling vs. Herbst und der verwunschene Prinz ;-)

bisher 15 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Anja Herbig / Website (5.11.17 23:37)
Liebe Marie,
- Bei Maria und Josef denke ich mh... die haben sicher etwas heimlich gemacht... hihi!
Die ersten Zeilen erinnern mich echt etwas an meine Eltern, meine Mutter umarmt bis heute keines Ihrer Kinder und Vater der rennt gleich immer auf einen zu als würde er es für beide absolvieren (-;!
Habe mir zu beiden sehr den Kontakt verkürzt (verschönert), den ehrlich bin ich froh weit weg zu sein und mein DING zu machen.
Da macht das Lachen viel mehr freude. Jeder lebt sein leben und geht sein WEG.
Selbst heute habe ich an Verwandte gedacht... und auch diese einfach Gedanklich los gelassen (hatte eine Adresse gefunden, liegt jetzt im Müll)!
Da ist es Herzlich ehrlich viel FREIER und erinnern kann man sich täglich gerne an schöne Kindheitssachen; um so mehr um so intensiver und SCHÖNER!
So ist es zu mindest bei mir... über alle anderen Sachen, auch über das jetzt was bei mir ist LACHE ich. Den ehrlich weiß ich man kann nur SICH verändern, so wie die Umgebung (zu Hause... oder in der Natur). Gestern erst bin ich mal wieder einfach so mit dem Hund einen anderen WEG gegangen (eine Drohne hat mich irgendwie ein stück verfolgt...) und es kamen so schöne Tiere und Insekten zum vorschein. Einfach wundervoll. - Gut eines kann ich jetzt schon sagen, Trauer über wen oder was kommt immer mal, ich lasse SIE nun immer in Liebe los. Danach geht es weiter heiter...
Herzliche Grüße
ANJA
PS: DANKESCHÖN!!!!!!!!


padernosder (6.11.17 01:19)
Hallo Marie,

ich bin ja froh, daß Du die Karten am Ende doch noch offen auf den Tisch legtest... Ein Kind, welches in der Kirche herumbrüllt, noch dazu dieses teuflische Wort "Sex", und dadurch jedem Anwesenden den Schreck tief in alle Glieder fahren läßt, das kann nur von Grund auf böse und schlecht sein!

Blasphemie! Als Dein Vater hätte ich Dich sofort für alle Zeiten in ein Kloster gesteckt, bei Wasser und Brot und der Pflicht zur Selbstgeißelung! Was wird denn der Kirchenvorstand gedacht haben? Und die Schande für Deine Eltern! Das ist ja nie wieder gut zu machen!

In dem Alter bezweifelte ich noch, daß meine Eltern jemals Sex hatten. Aber Du weißt natürlich als Kind schon alles über die Fortpflanzung. Ach, diese naseweisen, altklugen Kinder. Allein das wäre ein weiterer, für sich alleine ausreichender Grund, um Dich wegzusperren. Doch Dir hat Deine tolerante Mutter wohl jede "Eselei" durchgehen lassen! ;-)

In einer anständigen, kleinbürgerlichen Familie lernt man als Kind von Anfang an, das Maul zu halten. Artig, flink und rein, sollen Kinder sein! War denn für Dich als Kind noch nicht einmal der "liebe Gott" eine Autorität? Mein Konfirmations-Spruch lautet: "Herr, ich habe lieb die Stätte Deines Hauses, und den Ort, da Deine Ehre wohnt"!!!

Es wundert mich wirklich, daß man Dich heute wieder bittet, das Krippenspiel zu übernehmen. Gottes Wege sind unergründlich. ;-)


Marie (6.11.17 06:28)
@ padernosder: ;-)
Mhm, Wissen oder Nichtwissen, da bin ich mir nicht ganz sicher, aber ausschlaggebend war wohl die Unterrichtseinheit in Sachkunde der 3. Klasse. Meine Mutter hätte dieses Thema niemals angesprochen. Wir haben zwei Bücher bekommen. "Wo komme ich eigentlich her" und das andere "Was ist blos mit mir los". Ich sehe diese beiden Bücher noch vor mir. Dazu gab es den Kommentar: "Wenn ihr Fragen habt, dann können wir ja mal darüber reden." Aufklärung beendet.

Und beim Krippenspiel mit 9 Jahren und einer Rolle, die ich nicht wollte, ganz klar, selbst schuld!

Die Kirche, übt sich doch schon seit Jahrhunderten darin, Dinge ungeschehen zu machen oder zu vergessen. Und ich bin mir sicher, so fremd ist das Wort "Sex" für einen Pfarrer nicht. ;- ) Außerdem war es nur die Generalprobe. Mein Vater amüsiert sich übrigens heute noch, damals war aber die Kacke schon gewaltig am dampfen.

Und letztendlich war doch das erreicht was ich wollte ;-) Ich musste keine Maria spielen.
Die Gefahr, dass ich das Krippenspiel heute zu sehr modernisiere ;-) auch im Sprachgebrauch, besteht natürlich nicht. Das klappte dann ganz gut und in über 30 Jahren wird viel vergessen.
Ob ich meinen Wortlaut heute noch 1:1 weitergebe, weiß ich nicht sicher, aber die Botschaft war damals schon ziemlich unmissverständlich.

Tut mir leid, dass ich Dich um diese nächtliche Uhrzeit, scheinbar etwas in Aufruhr gebracht habe. ;- )


Helga / Website (6.11.17 08:19)
Moin Marie,
bei so einer "Mutter" wundert mich gar nix mehr - der reinste Standesdünkel, leider gibt es das heute auch noch. Vorfahren von mir waren auch adelig, das war in Hinterpommern. Aber Du hast Dich schon früh gewehrt, dss finde ich klasse. Schade ist es mit Deinem Bruder, stelle mir vor, das er irgendwo auf einer Wolke sitzt und Dir im Stillen Beistand leistet.
GLG Helga


padernosder (6.11.17 11:01)
Hallo Marie,

hat mir richtig Spaß gemacht, diesen Kommentar zu schreiben. :-) Wer sich durch ein sooo langen Text liest, der darf auch mal zeigen, daß er alles verstanden hat!




Marie (6.11.17 13:26)


Ich hab´ mir das schon so gedacht ;-)


Frank (6.11.17 21:48)
Na da kommt Königinmutter aber teilweise noch ganz gut weg. Wenn mich einer fragen würde, dann sähe das noch deutlich anders aus. Ich habe wirklich Sorge, das du sie doch wieder in Schutz nimmst, ich habe dir schon so lange gesagt das du einen Cut machen musst.
Und mensch, entschuldige dich nicht immer für alles, das solltest du dir abgewöhnen, du musst dich für nichts entschuldigen und keinem was beweisen.

Versprich mir, das du nicht wieder einknickst und dann doch wieder nach deren Nase tanzt. deine Gutmütigkeit wird doch einfach schamlos ausgenutzt und sie wissen genau, dass sie es mit dir machen können. denk jetzt bitte nur an dich und wer dich mag und wem du wichtig bist, wird in irgendeiner Weise an deiner Seite sein und dir beistehen. das weisst du.

Ich höre gerade eindeutig zu wenig von Heidelberg, das gefällt mir nicht, ich glaube da ist mal wieder ein ordentlicher Schubser nötig ;-) Die Zeit läuft Marie.

Wunder geschehn und du wirst dabei sein!
So, nun ruft der Nachdienst! Schlaf gut ..


Faradei (7.11.17 01:27)
Liebe Marie, könntest du dir vorstellen, dass die ungute familiäre Disposition Ursache deiner bösartigen Gewebeneubildungen sein könnte?
Ergo, müsstest du den primären Widerherstellungsakt deiner Zellen an dieser Stelle beginnen.
Du kennst sicher einen guten Psychoanalysten. Ich denke, es täte dir echt helfen.
Denk drüber nach, feins Mädel.


Faradei (7.11.17 01:28)
p.s.
Diskutier mal mit den Heidelbergern drüber.


Marc Westermann (7.11.17 16:57)
Liebe Marie,ich möchte Dir heute auch mal ein paar Dinge sagen und ich glaube, dass das auch hier der richtige Ort ist.
Wir beide kennen uns noch nicht so lange, wie Frank und Du. Aber ich bin nicht weniger froh darüber, Dich zu kennen und Dich als meine oder unsere Freundin zu wissen. Ich kenne Deine Familienverhältnisse nicht so intensiv wie Frank, aber das was ich bis heute kennenlernen durfte, ist wirklich erschreckend, abstoßend und vieles andere mehr.
Ich ziehe in aller Form den Hut vor Dir, dass Du das so lange, eigentlich Dein bisheriges ganzes Leben, auf Dich genommen hast und trotzdem ein doch fröhlicher, lebensbejahrender Mensch bist. Eine Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben und in der Realität steht. Und nicht nur das, eine sehr attraktive und sehr liebevolle herzliche Frau. Ich weiß, dass viele gemeinsame Freunde Dich genauso sehen.
Ich habe den allergrößten Respekt vor Dir, dass Du endlich diesen Familiengeiern die Stirn bietest.
Dein besonderes Verhältnis zu Sophia ist einfach nur rührend und es bewegt mich ganz besonders, gerade wo ich jetzt noch mehr von Deiner eigenen Kindheit weiß.
Das diese Krankheit Dich treffen musste ist einfach nicht zu begreifen.
Aber Marie, ich habe in den letzten Wochen deutlich gemerkt, dass Du gerade dieses Thema sehr meidest und das Du gerade mehr unterwegs bist, wie es wahrscheinlich für Dich gut ist, zeigt mir, dass Du Dich gerade ganz schlecht damit auseinandersetzt. Frank ist wirklich sehr besorgt und ich auch.
Auch wenn ich als nur "Lehrer" ;-) von Euren medizinischen Gesprächen immer nichts oder nicht viel verstehe, weiß ich doch, dass es kurz vor zwölf ist. Also kleine ;-) Marie, nun Butter bei die Fische, leg los und tue bitte alles was nötig sein wird. Sonst flippt mir Frank hier noch komplett aus.
Auf Prinzessin, dass wird! Ganz liebe Grüße, Marc


Marie (8.11.17 07:53)


Jetzt fehlt mir scheinbar nur noch der Heiligenschein. ;-)

Danke!


(8.11.17 08:05)
merry-n
Liebe Marie,
ich finde es sehr mutig von dir, dass du dich deiner Geschichte so offen stellst, was bestimmt oft sehr schmerzlich für dich sein muss. Aber dass du es tust, zeigt doch, dass du eine Tür aufgeschlossen hast und im Hindurchgehen den alten Ballast loslässt. Vor dir liegt die Zukunft!
Liebe Grüße


Mirco / Website (9.11.17 05:18)
Hallo Marie,

sehr schwer für mich vorstellbar, wie es Menschen ergeht, welche in einem solchen Umfeld aufwachsen und leben. Dank dir, bekommt man dazu mal einen kleinen Einblick und es betätigt meine Vermutung: Die Haben andere Probleme als ich!

Lass dich nicht unterkriegen und konzentriere dich auf das Wesentliche. In deinem Fall ist ja sonnenklar, was es ist...

Gruß aus Ningbo

Mirco


Twity-Autor / Website (9.11.17 11:50)
Hallöchen, liebe Marie,

vorab - du hast eine wundervolle Schreibe und du solltest diese Inhalte in ein Buch packen. :-)
Und ich wünsche dir von Herzen ganz viel Liebe! :-)

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

(Erich Fried)


Pascale (12.11.17 16:20)
Kindheitserinnerung. Etwas wundervolles und intensives.
Schöne Grüße

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