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Fighting a ghost - im Auge der Götter

„Du hast Flügel, also öffne sie und lerne wie man fliegt“


Jeden neuen Tag immer wieder aufzustehen und immer wieder gegen die Geister des Unfassbaren zu kämpfen, kostet an manchen Tagen extrem viel Kraft, so wurde sie am letzten Freitag Nachmittag wieder von ihrer Unruhe gepackt, so dass sie einfach ihre Jacke nahm und los lief. Und ja, immer wenn es ihr nicht so gut ging in den letzten Wochen, da fand sie automatisch den Weg in den Wald, zu dem kleinen Friedhof, am Rande der Eselkoppel. Die Sonne schien in diesem geschützten Bereich des Waldes sehr warm und ruhig und sie merkte deutlich die Kraft des bereits begonnenen Frühlings. Die Wärme tat ihr gut, überhaupt hatte sie die Wärme so viel lieber und die Frühlings- und Sommerzeit war schon immer „ihre“ Zeit. Mit der Kälte und den daraus resultierenden Unannehmlichkeiten konnte sie schon immer schlecht umgehen. Aber der letzte Winter liegt nun hinter ihr, mit allen damit verbundenen Katastrophen, neuen Plänen und ja vielleicht der Ursprung für ein künftiges etwas anderes, neues Leben. Irgendwie hat es bereits begonnen, in kleinen Schritten, aber es gedeiht, Schrittchen für Schrittchen. In ihren Gedanken gedeiht noch so vieles mehr und an manchen Tagen, muss sie sich selbst ermahnen nicht alles sofort stehen und liegen zu lassen, sondern den Ablauf des Unabänderlichen, Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Schwierig für sie und sie befürchtet an manchen Tagen selbst, dass sie sich da selbst nicht standhalten kann. Sie war schon immer eher die „Spontane“. Langfristige Planungen gab es nur ganz selten. Und so eine Spontanität ist nicht immer ganz vorteilhaft. Manchmal ist es ideal, aber ganz oft auch einfach kontraproduktiv. Ja, und im Moment ist es einfach wie es ist, chaotisch. Sie kommt oft nicht klar, mit dem heute und jetzt und ihr „Chaos“ bekommt sie an manchen Tagen einfach nicht sortiert. Aber Träume kosten kein Geld und tun auch anderen nicht weh. Und so lange sie noch Träume hat, ist noch nichts verloren.

Am kleinen alten Friedhof angekommen, setzte sie sich wieder auf ihren Platz auf der maroden Friedhofsmauer und beobachtete die Vögel und auch die beiden schon in die Jahre gekommenen Esel. Die Beiden grasten auf der Koppel und hatten sie noch nicht entdeckt. Das konnte noch etwas warten. Wie immer hatte sie natürlich ein paar Möhren dabei. Die Sonne schien sehr schön warm, so dass sie die Jacke auszog, sich auf die Mauer legte und ihren Gedanken eine ganze Weile nachhing.

Wie gerne würde sie einfach wieder mal länger verreisen. Einfach Sachen packen und los. Los für unbestimmte Zeit, einfach das heute und jetzt genießen. Dinge hinnehmen wie sie gerade kommen, kleine Abenteuer und vieles Unvorhergesehenes erleben. Genau das, was sie vor vielen Jahren, immer mal wieder getan hatte. Eine Zeit und Erlebnisse, die sie vermisste, eine Zeit, in der sie noch gerne leben würde, alleine um dann so einiges anders zu machen. Wenn sie vorher gewusst hätte, was so alles in diesen letzten Jahren auf sie zu kommen würde, hätte sie wohl, mit der Erkenntnis von heute, so einiges anders gemacht. Einige andere Wege genommen. Auch wäre sie dann sicher ein etwas anderer Mensch wie heute, etwas entspannter, etwas freier, vielleicht auch etwas gesünder. Ja, vielleicht……wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre…..

Genau aber in dem Moment, kommt ihr wieder eine Erinnerung in den Sinn. Eine Erinnerung, die sie irgendwie lange Jahre vergessen hatte, aber jetzt schiebt sie sich wie ein Lichtblitz wieder aus ihrem Unterbewusstsein hervor.

Da gab es vor vielen Jahren eine Situation, die seltsam und unnatürlich war und im ersten Moment dachte sie auch eher an einen Scharlatan, aber jetzt nach so vielen Jahren, jetzt nachdem so vieles geschehen ist, betrachtet sie dieses Ereignis mit etwas anderen Augen. Lange hatte sie es vergessen, einfach bei Seite geschoben, da es nicht wichtig war, aber nun bekommt es wieder eine ganz andere Wichtigkeit.

Die Wahrsagerin, welche ihr vor über zwanzig Jahren ihre Zukunft aus der Hand las in einem Hinterhofstübchen auf einem Bazar in Assuan. Es war ein Gag und eigentlich wollte sie das auch gar nicht und sie war sich auch nicht sicher, ob sie das damals so alles richtig verstanden hatte. Aber die Deutungen und Gesten, kombiniert mit ein paar Brocken Englisch und Arabisch, waren damals schon so einigermaßen für sie zu verstehen. Für sie und ihre Freundin, die sie auf ihrer ungewöhnlichen Reise ohne richtiges heute und morgen, begleitete. Es war überraschend, als sie durch den großen Bazar in Assuan schlenderten, sie war beeindruckt über diese andere Mentalität, über andere Hygieneansichten und es ist ihr bis heute rätselhaft, dass man von „Hackfleisch“, welches der prallen Sonne von knapp 50° im Schatten und mit unzähligen schwarzen dicken Fliegen übersät, ausgesetzt war, bei den Menschen, die dies kauften und wohl auch verzehrten, nicht unweigerlich zum sofortigen Tod führte. Alleine die Erinnerung daran, lässt sie heute noch erschaudern. Auch diese lustigen paradoxen Momente auf so einem Bazar, wo die Einheimischen durch die Touristen ein paar wenige deutsche Worte aufgeschnappt hatten und an einem Stand ihre Ware als „Sommerschlussverkauf“ anpriesen, lustigerweise wurde dann ein paar Stände weiter die Ware als „Winterschlussverkauf“ angeboten. Und dann, ja, da war diese Frau, sehr orientalisch gekleidet, etwas verrucht, aber mit dem gewissen „Etwas“. Sie kam gleich auf die Beiden zu, nahm ihre Hände und deutete darauf und zog die Beiden mit in den Hinterhof in ein kleines Räumchen. Genau so stellte sie sich immer den Ort vor, wo eine Wahrsagerin lebte. Alles mit Tüchern, Ketten, Pailletten, Steinen und Glaskugeln dekoriert und typisch ägyptisch, der Skarabäus. Eigentlich ist es ein ziemlich einfacher Mistkäfer. Aber in Ägypten ein absolutes Glücksymbol. „Der heilige Pillendreher“, es gibt in Ägypten viele Bedeutungen und der Glaube, dass ein Skarabäus für den Sonnenauf- und -untergang zuständig ist, ist mit der Schönste. Morgens rollt ein Skarabäus die Sonne aus einem Loch nach oben an den Himmel und schiebt sie über den Tag immer ein Stückchen weiter, um dann am Abend die große goldene Kugel wieder in einem Loch verschwinden zu lassen. „Nice“! Mit diesem Glückssymbol wurden sie bei ihrer Reise durch das Land der Pharaonen überall konfrontiert. Überall ist dieser Käfer allgegenwärtig, in den unterschiedlichsten Varianten. Und natürlich die Touristenattraktion schlechthin. 😉

Im Stübchen der Wahrsagerin, durften die Beiden sich dann hinsetzen und bekamen wie fast überall in Ägypten heißen Tee zum trinken.  Karkadeh, ein sehr beliebter Tee aus Hibiskusblättern, der auch dazu noch sehr gut schmeckt. Er wird dort sehr gerne und viel getrunken und ist kalt wie auch heiß sehr gut zu trinken. Allerdings trinkt man bei den hohen Temperaturen, die dort im Hochsommer herrschen, am besten eher was Heißes. Auch das mussten die Beiden erst lernen, denn eigentlich geht die Tendenz ja eher dazu, etwas Kühles zu sich zu nehmen. Aber genau das ist ja falsch. Warme oder auch heiße Getränke bei den hohen Temperaturen, sind viel entlastender. Bei kalten Getränken, hat der Körper viel mehr zu kämpfen, da er aus Eigenschutz heraus versucht, diese „innere“ Abkühlung wieder zu kompensieren und reagiert dann mit einer erhöhten Schweißausstoßung und erhöhtem Herzschlag. Was dann natürlich eine zusätzliche Belastung darstellt. Aber der Tee ist sehr lecker und da mit Getränken, Wasser u. Co sowieso vorsichtig umzugehen ist, da die Hygienevorgaben dort völlig anders sind und den Organismus eines Mitteleuropäers wohl ziemlich durcheinanderbringen können, sind heiße Getränke weitgehenst unbedenklich.

Und dann legte die Wahrsagerin los. Erst war ihre Freundin dran, denn eigentlich wollte sie selbst da nicht unbedingt mitmachen, auch wenn sie früher gerne mal heimlich Geister zusammen beschworen hatten und jede heimlich ein „Hexenbrett“ hatte, war ihr das in dieser Situation doch ein wenig unangenehm. Aberglaube war ihr eigentlich relativ fremd, aber so irgendwo hatte sie doch ein mulmiges Gefühl. Bei ihrer Freundin kam so das übliche, heiraten, drei Kinder und irgendwas mit weit weg. Und jetzt so im Nachhinein, stimmt das ziemlich, obwohl es natürlich auch relativ normale plausible Dinge sind, die so auf fast jeden zutreffen können. Heiraten, drei Kinder und Australien, sind ja schon mal zutreffend.

Ja, und dann war sie an der Reihe, nachdem sie schon von ihrem Stuhl aufgesprungen war und weitergehen wollte, dann aber wieder von der Wahrsagerin zurückgezogen wurde. Sie schaute sich genau ihre Hände an und schaute ihr danach lange in die Augen. Sie sagte zu ihr, dass ihr ein turbulentes Leben bevorsteht. Zwei Kinder, eine Hochzeit könnte sie nicht genau deuten *ach komm` wer hätte das gedacht 😉, aber viele Schatten würden ihren Weg begleiten, dann sah sie ihr noch mal lange in die Augen und der ganze Spuk war ziemlich abrupt zu Ende. Ihre Freundin erlaubte sich noch kurz den Kommentar, „selbst der Orient hat Respekt vor Dir“, dann ging es auch schon weiter in die Hitze des Tages. Sie redeten noch hin und wieder mal davon und machten so ihre Witzchen darüber, aber letztendlich geriet dieses Erlebnis sehr schnell in Vergessenheit.

In Vergessenheit bis zum letzten Freitag, als diese Erinnerung wieder so ganz plötzlich da war. Sie sah sich lange ihre Hände an, Hände hatten in der letzten Woche schon mal eine gewisse Bedeutung für sie gehabt, vielleicht kam diese Erinnerung dadurch langsam wieder hoch. Ihre Hände, klein und nicht wirklich schön, eben praktisch, nützlich für eine Ärztin. Und irgendwie, auch wenn die Deutungen der Wahrsagerin vor vielen Jahren „alles oder nichts“ sagen konnte, kann sie sich doch ihre ganz eigene Version daraus zurecht bauen. Aber genau diese Allgemeinheiten sind doch schon sehr passend. Ja ja, die Ironie des Schicksals. Aber sie ist eben wie sie ist, immer auf der Suche nach sich selbst und ihr Lebensziel ist groß und sicher bisher auch schicksalshaft.

Diese ungewöhnliche Reise in das Land am Nil, war eigentlich ihre erste so richtige Reise, die sie mit ihrer Schulfreundin zusammen machte. Eine Reise, die von ihren Eltern, besonders ihrer Mutter sehr kritisch beurteilt wurde. Denn es gab eigentlich keinen richtigen Plan. Flug nach Kairo und dann eben mal schauen was die Tage so bringen, wohin sie der Weg führen wird. Sie wollten dieses Land entdecken und erleben, die Mentalität der Ägypter kennenlernen und natürlich die Geschichte dieses Landes, welches sehr beeindruckend und überwältigend ist, aus ihrer eigenen Perspektive sehen und fühlen. Eine durchorganisierte Nilkreuzfahrt wäre da wohl nicht das Richtige gewesen. Natürlich war das alles, Anfang der 90er Jahre für zwei noch recht junge Mädels nicht so ganz komplikationslos und ungefährlich. Daher gab es von Seiten der Eltern, jedenfalls von ihren Eltern, kaum Unterstützung. Aber egal, darauf kam es ja im Endeffekt auch nicht an.

Das sie in den Jahren darauf noch so einige Male in dieses Land zurückkehren sollte, wusste sie zu dieser Zeit noch nicht. Ein Land und eine Kultur, wie auch seine beeindruckende Geschichte, lernt keiner kennen, in dem sich der Homo sapiens am Strand im Sand paniert. 😉 Auch wenn gewisse Ausläufer dieser Gattung sich gerne damit brüsten.

Aber Sommer, Sonne, Strand und Meer als Lebenserfüllung für einen Urlaub, war ihr schon immer viel zu laaaaaangweilig! Ihr war immer vieles sehr schnell langweilig und ganz oft schon in der Schule mit sehr vielen Dingen, die man von ihr verlangte, unterfordert. Die kleine Abenteuerreise nach Ägypten sollte so einiges an Erfahrungen liefern. Die knapp drei Wochen gingen auch ziemlich flott rum. Eine sehr aufregende Reise, in einer damals noch viel mehr aufregenden Zeit. Anfang der 90 er Jahre hatte Ägypten noch lange nicht den Standard, der heute dort zu finden ist. Kairo ist die größte Stadt in der arabischen Welt und einfach ein Phänomen. Wer Kairo im Herzen trägt, wird immer wieder dorthin zurückkehren.

Aber das soll ja hier jetzt alles andere wie ein Reisebericht aus vergangener Zeit werden, dass überlassen wir mal demjenigen, der davon auch wirklich etwas versteht. 😉

Nein, es soll eher eine Einleitung zu ihrem ganz persönlichen, besonderen Bezug zum Land der Pharaonen sein.

Der Start in diesen besonderen Urlaub gestaltete sich schon etwas chaotisch. Erst verpassten die Beiden irgendwie den Check in, zumindest waren die Beiden die letzten, die eincheckten und das wohl noch in allerletzter Minute, nachdem ein „Last call“ und die Namen nochmal durchgesagt wurden. 😉Leider gab es für diesen Flug eine anonyme Bombendrohung. Das gibt es in diese Länder immer mal wieder. So wurde der Abflug etwas nach hinten geschoben. Das Gepäck für diesen Flug wurde neben dem Flugzeug aufgereiht und jeder musste persönlich runtergehen und sein Gepäckstück identifizieren. Ob letztendlich etwas übrigblieb, war dann nicht mehr auszumachen. Mit einiger Verspätung und doch einem etwas komischen Gefühl, startete der Flieger dann Richtung Afrika und kam auch wohlbehalten dort an.

Durch die Vielfältigkeit dieses Landes und der Tatsache und der Erkenntnis, dass das medizinische Wissen dieser Welt ganz sicher dort seinen Ursprung nahm und unter dem Dach Ägyptens zu finden ist, zog dieses Land sie seit ihrer ersten Reise dorthin, immer wieder in ihren Bann. Im August dieses Land in der Sahara zu bereisen ist eine Erfahrung, es ist heiß, sehr heiß, aber durch das Wüstenklima, lässt sich diese Hitze sehr gut aushalten. Schlimmer wäre eine tropische Hitze. Die Beiden wussten eigentlich nicht wirklich, was sie erwartete, es gab immer mal einige kritische Situationen, aber letztendlich gab es eigentlich nur sehr positive Erfahrungen. Und nur genau so konnten sie dieses Land und die Menschen mit allen Facetten kennenlernen.

Die schlimmste Unterkunft fanden sie in Luxor, ein „Hostel“ wo sie nachts das Bett mitten in den Raum schieben mussten, damit die Kakerlaken, welche gerne im Dunkeln die Wände hoch krabbelten, nicht auf sie gefallen sind. Diese Erfahrung mussten sie halt erst machen. Und erst mal lernen, dass diese etwas unförmigen, dort sehr großen „Käfer“, eben Kakerlaken waren. Seit dem erkennen sie zumindest eine Kakerlake, auch wenn sich diese noch einige Meter entfernt fortbewegt.

Die anderen Unterkünfte waren sicher auch nicht 5-Sterne-like, aber doch deutlich etwas komfortabler. Aber es sollte ja auch nicht so viel kosten, denn zu dieser Zeit mussten die Beiden schon schauen, dass alles so günstig wie möglich verlief, denn das Budget war begrenzt.

Im ziemlich südlichsten Teil des Landes, unterhalb von Assuan, fanden sie eine Unterkunft, die einer kleinen Geisterstadt glich. Eine Hotelanlage aus Sandstein, die sich mitten in der Sahara befand. Dort marschierten immer mal, als wäre es das normalste auf der Welt und das ist es da halt auch, ein paar Vogelspinnen über die Fusswege. Die machen ja nichts und selbst wenn so eine Spinne mal zuzwicken sollte, ist es nicht schlimmer wie ein Wespenstich. Diese Vorurteile gegen diese Gesellen, sind eigentlich völlig unbegründet. Diese Tatsache nahm sie ziemlich gelassen hin und findet diese Geschöpfe bis heute eigentlich eher interessant und beeindruckend. Ja, sie ist halt etwas anders. Ihre Freundin, stellte sich da schon ein ganzes Stück mädchenhafter an. Was sich ihre Freundin bei ihrer Frage eigentlich gedacht hatte, als diese einen Hotelangestellten fragte, was das für ein Tier wäre, welches da gerade tot am Wegesrand lag, ist ihr bis heute nicht ganz klar. Dieser schaute nicht schlecht und antwortete super ernst und völlig entspannt. „That´s a fish, lady!“ Ihre Freundin staunte nicht schlecht und sie selbst hätte es beinahe vor Lachen umgehauen. Super Antwort, ein Fisch, mitten in der Sahara, mit acht behaarten Beinen und Augen, absolut plausible! 😉 Jedenfalls konnte sie so ihre Freundin immer etwas damit aufziehen, wenn mal wieder so ein Tierchen ihren Weg kreuzte. „Keine Panik, ist doch nur ein Fisch, lady!“ 😉

 


 

So manche Tage waren wirklich anstrengend. Es war von Anfang an klar, dass dies kein Luxusurlaub werden würde und das eben mit solchen „Kameraden“ wie Kakerlaken, Geckos, Schlangen und Vogelspinnen zu rechnen war. Aber die Theorie und die Praxis sind ja immer gaaaaanz verschiedene Dinge. Die Geckos, die auf der Dachterrasse in Kairo beim Abendessen mitten über den Tisch flitzten waren wirklich niedlich, auch wenn ihre Freundin sich dann weigerte weiter zu essen. Dabei wollten die doch nur die Abendsonne genießen. Ja, die Sonne geht dort übrigens sehr plötzlich unter. Das hatten sie sonst noch nirgends so extrem schnell gesehen. So eine richtige Dämmerung gibt es da gar nicht. Zack und dunkel ist es. Aber ist ja schließlich logisch, wenn so ein Skarabäus die Sonne abends plötzlich in ein Loch schubst, ist halt dann dunkel. Licht aus! 😜

Beim Besuch des Mausoleums Aga Khans (geistiger Oberguru der Ismailiten, eine islamische Sekte), kamen sie wieder zu einem kleinen Bazar, wo unter anderem auch Baby-Nilkrokodile verkauft wurden. Ob sich die Ägypter teilweise Krokodile als Haustiere halten, keine Ahnung, der Sache ist sie leider nicht weiter auf den Grund gegangen. Europäische Frauen sind in den arabischen Ländern zu dieser Zeit, etwas besonderes gewesen, gerade wenn so zwei Mädels alleine unterwegs waren. Und so Minikrokodile, die kaum größer wie ein Unterarm waren, sind schon echt niedlich. Und natürlich wussten die Araber um die Gunst der Stunde und so wurden ihr zwei dieser wirklich sehr hübschen Exemplare in den Arm gedrückt und geschenkt. Aber keine Sorge, sie hat sie natürlich nicht mitgenommen. Ist ja auch nicht erlaubt. 😉 So gab es, nach der Rückkehr also keine zwei Schnappis in den hauseigenen Seen. Die Schwäne hätte es sicherlich etwas unterhalten und amüsiert. 😉

 

Die Tage in Kairo waren mit die Schönsten. Kairo liebte sie gleich von der ersten Stunde an. Kairo ist einfach etwas ganz Besonderes, eine ganz besondere Lebensart, aber die arabische Welt mit all´ ihren Facetten, ist sowieso etwas ganz Besonderes. Es gibt da nur zwei Varianten, entweder es wird geliebt oder eben nicht. Irgendetwas dazwischen ist schwierig. Mit Kairo assoziierte sie auch selbst meistens Pyramiden und die Sphinx. Der ganz klare Klassiker. Auch war sie immer der Meinung, die Pyramiden stehen irgendwo weit in der Wüste, allerdings befinden sich diese ziemlich nah am westlichen Stadtrand Kairos. Die Busfahrt führte sie durch viele verschiedene Stadtteile mit allen möglichen Bevölkerungsschichten und auf einmal standen sie vor den Pyramiden. Der Wahrscheinlichkeit nach, werden diese beachtlichen Bauwerke irgendwann mal völlig von Kairo eingenommen sein. Kairo selbst unterscheidet sich in das alte arabische Kairo und das moderne Kairo der Neuzeit. Das konnten sie auch deutlich beobachten. Nicht jede Ägypterin trägt heute noch das Hijab (Kopftuch), gerade die moderneren Frauen tragen mittlerweile normale Kleidung. Oft sind das aber die Frauen, welche in höheren Berufsrängen arbeiten, studiert haben, bzw. überhaupt arbeiten. Der Großteil der Frauen arbeitet nicht und ist eben, wie es der Koran vorgibt zu Hause für die Kinder und den Haushalt zuständig.

Das Armenviertel in Kairo ist sehr ernüchternd. Auf einem eigentlichen Friedhof in einem Randbezirk Kairos, bauen die Angehörigen auf den Gräbern ihre Häuser. Obwohl die Bezeichnung Häuser, nicht ganz treffend ist. Es sind Bretterverschläge, die eigentlich nur dazu dienen, etwas geschützt zu sein. Und dann, Minuten später, im modernen Kairo, sieht die Welt völlig anders aus. Konsum steht auch da an erster Stelle. Aber das gibt es in so vielen Gebieten überall auf der Welt. Arm und reich und dazwischen ist nicht mehr sehr viel.


Im ägyptischen Museum in Kairo fanden sie gleich Zugang zu einem Angestellten. Sei es, weil eben zwei Europäerinnen für ihn einen gewissen Reiz darstellten oder weil er einfach nur nett sein wollte. Die Ausstellung der Mumien und er medizinischen Abteilung war wegen irgendwelcher Modernisierungsmaßnahmen vorrübergehend geschlossen. Aber der Angestellte ließ sich ziemlich schnell überzeugen, die Beiden durch die geschlossene Ausstellung zu begleiten. Dort stießen sie auf einen weiteren Mitarbeiter des Museums, der auch einiges erzählte und erklärte und sich dann als Prof. …… outete. 😉 Und das war der Ursprung ihrer künftigen Doktorarbeit, was sie aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste.

Die ganze Reise war ein Erlebnis, sei es auf allen vieren in eine Grabkammer der Pyramiden zu krabbeln, wo es sehr ungünstig gewesen wäre, auf einmal von einer gewissen Platzangst überfallen zu werden oder sei es die Panikattacken ihrer Freundin, die Angst hatte an einer der Wände herzustreifen, da ihnen erzählt wurde, dass da vor zig Jahren, Bakterien nachgewiesen wurden, die „natürlich“ ziemlich schnell zum Tod führten. Genau und aus diesem Grund, durften da auch Touristen rumkrabbeln wie sie wollten. Irgendwie musste man ja die steigende Erdbevölkerung reduzieren. 😉 Ihr Argument, dass sie dann gleich in der Grabkammer bleiben könnte und schließlich nicht jeder ein so großes Grab hätte, wurde auch nicht als so sehr lustig eingestuft. Aber sie schaffte es dann doch immer wieder, ihre Freundin wieder zu beruhigen. Jedenfalls etwas. Und so eine Panikattacke mitten in den verworrenen Gängen der Chefrenpyramide ist wirklich alles andere als lustig! Gut, sie wusste vor ihrer Reise, wie ihre Freundin manchmal tickte, aber genau das machte diese besondere Reise auch noch etwas aufregender und unterhaltsamer.

Eigentlich lag das Chaotenpotenzial ja immer in ihren Schuhen, aber das „mädchenhafte Anstellen“ war dann doch eher die Eigenschaft ihrer Freundin. Aber sie ergänzten sich immer sehr gut, an manchen Tagen war es anstrengend und ja, sie war auch so manches mal wirklich genervt.

Eine weitere lustige Erfahrung auf dieser Reise war die Sahara-Safari, zu der sich die Beiden ziemlich spontan entschlossen. Das dies ausgerechnet an einem Freitag war, war etwas blöd gewählt für alle. So wurde der Bus mitten in der Wüste abgestellt, es gab lediglich einen kleinen Bretterverschlag. Der Busfahrer schnappte sich seinen kleinen Gebetsteppich und war erstmal eine Weile, es waren zwei Stunden, verschwunden. 😉 Bei guten 50° im Schatten, nicht wirklich ganz so lustig. Ihre Freundin war sich ein weiteres Mal ihres Todes sicher und verhielt sich dann auch dementsprechend, wodurch die anderen Teilnehmer dieser „Safari“ auch dezent in Mitleidenschaft gezogen wurden. Als sich die Sache dann zunehmend zuspitzte, erschien der Busfahrer völlig entspannt und mit einer Seelenruhe um die kleine Gruppe zu ihrem Tagesziel, eine wunderschöne Oase zu bringen.

Dort konnten sich dann alle etwas von der etwas längeren Wüstentour erholen. Abends tauchten sie dann in die Welt des Bauchtanzes ein. Übrigens wirklich wunderschön. Am Tag darauf wurde dann natürlich der Bauchtanz auch selbst in die Tat umgesetzt und es musste festgestellt werden, dass das Becken einer europäischen Frau, nicht dem etwas breiteren Becken einer arabischen Frau entspricht. Somit mussten die Bauchtanzkostüme mit vielen Sicherheitsnadeln und was auch immer festgesteckt werden, damit es nicht zu einem Disaster kam. 😉 Aber es war eine lustige Erfahrung und machte unheimlichen Spaß. Die Überlegung Bauchtanz auch zu Hause weiterhin auszuüben, lag´ in der näheren Überlegung, alleine das Gesicht ihrer Mutter dazu, hätte sie gerne gesehen. Das wäre sicherlich ein Fest für sich gewesen, denn Bauchtanz ging ja so gar nicht. Als Kind sollte sie unbedingt Ballettunterricht nehmen, dagegen hatte sie sich aber erfolgreich zur Wehr gesetzt. Es gibt eben Dinge die passen nicht und scheitern normalerweise schon bei der ersten Überlegung. Aber ihre Mutter versuchte ja auch schon immer so einiges mit allen Mitteln bei ihr durchzusetzen, doch wie so oft, ohne Erfolg. 😉

Es gibt noch so einige kleine Geschichten, die sich auf dieser abenteuerlichen Reise zu getragen haben. Eine Reise, die besonders war, besonders für die Zeit, besonders für ihre Umsetzung, besonders für zwei noch sehr junge Frauen. Aber auch eine Erfahrung und die klare Einsicht, dass sie noch mehr wissen und sehen wollten, von einer ganz besonderen Welt, die noch ganz viele Besonderheiten und Erlebnisse bereithält.

Zu Hause angekommen, geriet ihre Mutter erstmal unter Stress, als sie wie eine Hyäne beim Auspacken der Reiseutensilien aufpassen musste, dass sich keine Kakerlake ausversehen irgendwo eingeschlichen hatte. Aber alles war gut, es wurden keine ungebetenen blinden Passagiere ausgemacht. 😉

In den Jahren darauf reiste sie immer mal wieder nach Ägypten. Da dann aber auch ziemlich oft alleine. Es entwickelte sich mit dem Museumsmitarbeiter aus Kairo eine Freundschaft. Mittlerweile studierte er Jura in Deutschland und fand dann auch den Kontakt wieder zu ihr. Etwas unverhofft, aber dann doch ganz schön. Dadurch waren einige Reisen in das Land der Pharaonen und der Kontakt zum ägyptischen Museum und der Cairo University fast eine jährliche Selbstverständlichkeit. Es war eine ganz normale Freundschaft, nicht mehr und nicht weniger, nur um das gleich mal festzuhalten. 😉Eine Freundschaft, die bis heute noch etwas sporadisch, Bestand hat.  

Im Zuge ihrer Doktorarbeit, welche auch etwas „anders“ war, wer hätte das wohl gedacht 😉, war der Bezug zu Ägypten sehr wichtig. So machte es die Ausarbeitung erforderlich immer mal vor Ort zu sein um einige Sachverhalte mit einbeziehen zu können. Im Land der Pharaonen mit den vielen Dynastien der herrschenden Könige des Nils, liegt ganz sicher ein Großteil des Wissens dieser Welt.

Viele Momente dieser Zeit sind fest verankert und halten immer an ihr fest, obwohl diese Zeit lange zu Ende ist. Dennoch wird sie sich in gewissen Situationen immer wieder gerne daran erinnern. Meere und Berge dorthin, haben sie nicht aufgehalten und werden sie auch künftig nicht aufhalten.

Es ist an der Zeit, das ihr ganz eigenes Wunder nun Wirklichkeit wird und die Sehnsucht danach wächst mit jedem Tag und jeder einzelnen Nacht.

Wenn sie eines gelernt hat in den ganzen letzten Monaten, dann sicher, dass es schwer ist, für jeden Regen der über einen hereinbrechen kann, den richtigen Schirm zu haben.  Da nützt auch keine Wahrsagerin oder auch die Hoffnung das etwas gut werden wird, nein, da nützt nur der eigene Wille und die Geduld und an sich selbst zu glauben und die Hoffnung, dass es Menschen gibt, die auch an sie glauben.

Nach einer halben Ewigkeit, in der sie auf ihrer kleinen Friedhofsmauer ihren Gedanken nachgehangen hat, geht sie zu den beiden Eseln, die schon sehnsüchtig auf ihre Möhren warten. Danach geht sie etwas nachdenklich durch den Wald, der ihr als Kind, bis auf wenige Momente, so viel Sicherheit und Freiheit gab, nach Hause.

Die Gewissheit ist klar, dass sie endlich ihre Flügel öffnen muss, damit sie das Fliegen nicht mehr verlernt, vor allem um sich den bösen Geistern, die seit einigen Monaten von ihr Besitz genommen haben, widersetzen zu können. Die Götter müssen wohl in der Tat verrückt sein, ihr solch´ eine Aufgabe zugetragen zu haben. Eine Aufgabe, die an manchen Tagen unlösbar und hoffnungslos erscheint.

Geduldig sein, ob sie das schaffen wird?

1.5.17 18:00


Time for change - Time for other ways

„Das Leben ist wie eine Ballonfahrt, manchmal muss man erst Ballast abwerfen, um wieder steigen, fliegen, träumen und lachen zu können!

Es gibt ein Bleiben im Gehen, ein Gewinnen im Verlieren, im Ende einen Neuanfang!“

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“ – oder sollte sie das ausschließlich nur auf sich selbst projizieren? Weil viele genau das eben nicht tun, lenkbar und beeinflussbar sind? Ja, ganz sicher. Sehr viele Menschen hat sie schon kennengelernt, die einfach irgendwelchen Leitbildern hinterherdackeln. Dabei ist es gar nicht so schwer, eine eigene Individualität, eine ganz eigene Identität zu entwickeln. Es bedarf so manches, mal etwas Durchhaltevermögen und so eine gewisse Ignoranz, aber sie selbst genießt es, nicht so zu sein wie so viele. Und genau das sind ihre Eigenschaften, an denen sie immer und immer wieder festgehalten hat und eben ganz oft gegen den Strom geschwommen ist, aber im heute und vielleicht auch weiterhin im morgen, ist das genau der richtige Weg für sie. Und ja, es ist schön, manchmal ist es auch etwas seltsam für sie selbst und so ganz oft sicher auch anstrengend für Andere, aber ja, es ist schön, war schön und wird immer schön bleiben. Das ist eben sie, „Marie“.

In manchen Situationen um gefühlte 25 Ecken zu denken, um aber dann doch relativ gradlinig an ein Ziel zu kommen, passiert ihr nicht so selten. Auch das sie manchmal so kleine Katastrophen regelrecht anzieht, passiert doch schon des Öftern. 😉 Das ist ganz sicher für das nahe und auch manchmal etwas weitere 😉 Umfeld schon auch anstrengend, dessen ist sie sich bewusst. In gewissen Situationen versucht sie das unter Kontrolle zu bekommen, aber dann passieren eben immer wieder solche Sachen, unvorbereitet und ohne Willkür. Und ihre Klappe kann sie meistens auch nur ganz schlecht halten.

Die letzten Tage waren mal wieder so typische „Kampftage“, viel zu viel zum einen, aber auch sehr wertvoll und sehr positiv zum anderen.

Das der 1. Mai ziemlich plötzlich kam und dann auch noch ein Feiertag war, kam mal wieder sehr überraschend. Auf solche Dinge hatte sie in den letzten Jahren kaum geachtet. Durch ihren Schichtdienst war es egal, ob Mittwoch oder Sonntag war, irgendwie war jeder Tag gleich und Feiertage gab es nur sehr selten. Ob Weihnachten, Ostern oder sonstige Feiertage, auch das waren immer Tage, wie jeder andere eben auch. Darauf nun etwas mehr zu achten und damit zu leben, ist erstmal neu und ungewohnt.

Diese Schnelllebigkeit, die sie in den letzten Jahren zur Angewohnheit hatte, baut sich in nur sehr kleinen Teilchen nach und nach etwas ab. Zeit war immer ein sehr wertvolles Gut für sie und damit musste sie sehr gewissenhaft und überlegt umgehen. Aber irgendwie funktionierte es, dachte sie jedenfalls bis vor Kurzem. Jetzt, doch eine ganze Ecke mehr Zeit zu haben, ist neu, ungewohnt, aber es fühlt sich gut an. Und sie könnte sich daran gewöhnen, einen geregelten strukturierteren Tagesablauf zu haben.

Gewisse Dinge, die ihr immer mal einfach so passieren, weil sie zum Teil schon etwas unaufmerksam ist und mit ihren Gedanken einfach nicht immer wirklich da ist, wo sie sein sollte, ist manchmal für sie selbst schwierig und bringt sie auch ganz oft in so gewisse „Situationen.“

So wie letzten Samstag, als sie nur noch schnell tanken wollte, an der Tankstelle, wo sie eigentlich fast immer tankte und mit Schwung vor die Tanksäule fuhr, den Tankdeckel entriegelte, ausstieg, sich den Zapfhahn schnappte und in den Tank steckte. Aber leider kam eben kein Benzin aus diesem Zapfhahn, auch nach mehrfachen klopfen, schütteln und schimpfen nicht. 😉 Als sie dann zum Shop gehen wollte, um zu fragen was los war, bemerkte sie dann, dass alles dunkel war und die Tankstelle geschlossen war. Der Insasse eines anderen Autos beobachtete die ganze Aktion ziemlich blöd grinsend und machte dann noch die Bemerkung „mit offenen Augen wäre das nicht passiert und wer lesen kann ist klar im Vorteil.“ Das Ganze wäre ja auch kein wirkliches Drama gewesen, hätte dieser sehr aufmerksame Mensch, sie nicht noch mit seinen blöden Kommentaren belästigen müssen.

Der Feiertag selbst gestaltete sich eher etwas trist, aber das war nicht weiter schlimm, da sie für den Folgetag noch so einiges vorbereiten musste. Am Dienstag ging das Arbeitsleben so langsam wieder los. Eine neue Herausforderung, ein neues Lebensgefühl. Die Fahrt dorthin gestaltete sich schon etwas nervenaufreibend. Autobahn früh morgens und dann noch mit starkem Regen, nicht ganz so lustig. Und ja, da war es von Vorteil, mit den Gedanken bei der Sache zu sein.

An der Uni selbst war erstmal vieles neu und ungewohnt, sie wird dort erst noch ihren Platz finden müssen, aber alles war herzlich und jeder hilfsbereit. Und dann ging es auch schon los mit ihren ersten Studenten. Die Zeit verging schnell und alles verlief relativ gut. Normalerweise hatte sie an der Schwesternschule angehende Krankenschwestern und Pfleger vor sich, wenn sie medizinische Fachkunde unterrichtete, nun an der Uni, angehende Mediziner. Zwei völlig andere Situationen. Mal sehen, wie es in der nächsten Zeit weitergehen wird. In Absprache mit der Uni, konnten die Vorlesungen und praktischen Teile von den Terminen so gelegt werden, dass dies mit der Immuntherapie kompatibel ist. Vorausgesetzt es kommt nicht zu außergewöhnlichen Komplikationen. Ihr neuer Arbeitgeber ist da sehr tolerant und hat ihr da auch von Anfang an den nötigen Mut zugesprochen. Das ist sicher nicht die Regel, aber es gibt ihr auch wiederum einen gewissen stärkeren Rückhalt.

Nachmittags zu Hause hatte sich das Wetter wieder etwas gefangen und gerade nach der langen Autofahrt musste sie einfach nochmal raus. Laufen, durchatmen, bewegen. Es war gestern etwas anders, sie lief nicht ihren gewohnten Weg, sondern bog etwas früher ab und kam unten an den alten Grenzmauern zum Flüsschen, welches auch von vielen Bäumen und Sträuchern umgeben ist. Ständig schwirrte da etwas umher. Das war ungewohnt, bis sie dann sah was es war. An der Mauer entdeckte sie eine Fledermaus, die sich am Gemäuer festkrallte. Für diese Tageszeit eher ungewöhnlich. Auf allen vieren 😉 versuchte sie dann von diesem sehr hübschen Exemplar ein paar Bilder zu machen und das Tierchen ein wenig zu filmen. Jedenfalls so lange, bis eine weitere Spaziergängerin, eigentlich läuft da kaum jemand rum, zu ihr kam und fragte, ob ihr etwas passiert wäre, da sie da halb auf der Mauer lag. 😉Das dies eigentlich nur eine ganz spontane Aktion von ihr war, wollte die selbsterkorene Ersthelferin erst nicht glauben und zerrte dann noch etwas unwirsch an ihr rum, bis sie wieder auf den Füssen war. Das Resultat war dann, dass ihr Handy noch um ein Haar ins Wasser gefallen wäre. Ok, die Geste und der Wille zählte! Aber alles gut und alles gewollt. Aufgrund des Regens, der am Morgen herrschte, sah sie dann natürlich nach der unüberlegten Bodenkunde aus wie die Sau 😉 Aber das war es ihr wert. Auch wenn die ganze Aktion etwas abrupt von der Spaziergängerin beendet wurde.

And now, „Marie“ proudly presents…….“batman“

 


 

 Ja, das sind eben ihre spontanen Handlungen, die immer mal, ohne lange zu überlegen, über sie kommen. Schon immer war das so und zum größten Teil nahm ja fast alles auch immer ein gutes Ende.

Auch wenn es schwer zu glauben ist, so war doch immer sie diejenige, die bei gemeinsamen Unternehmungen mit ihrer Freundin, eher sie die Bodenständigere und „Sachlichere“ war. Nicht weniger chaotisch, aber eben nicht naiv. Die gemeinsamen Urlaube, die manchmal recht spontan entschieden wurden, hatten immer ein wenig den Flair einer rotierenden Zeitbombe. Gerade der Spontantrip in die dominikanische Republik vor gefühlten Jahrhunderten, scheiterte schon fast am Hinflug. Jedenfalls konnten sie damals den Flug erst mit zwei Tagen Verspätung antreten.

Ihre Freundin war schon immer eine super Genaue und super Vorsichtige, aber eben mit einer doch zu dieser Zeit nicht unbeachtlichen Naivität ausgestattet. 😉 Beim Durchleuchten des Reisegepäcks, wurden im Koffer ihrer Freundin kleine Mini-Päckchen, die mit Alufolie eingewickelt waren, sichergestellt. Bei ihr selbst zwar nicht, aber wie das so war, mitgehangen, mitgefangen. Da sie selbst keine Ahnung hatte, was ihr Freundin da geheimnisvolles transportieren wollte, war sie ebenfalls über diese kleinen Päckchen sehr erstaunt.

Die Beiden wurden wie zwei Schwerverbrecher erst mal abgeführt. In einem separaten Raum, unter hochprofessioneller Aufsicht der Bundespolizei, wurden dann die Päckchen ausgewickelt. Darin befanden sich Tabletten. Einzelne noch in Klarsichtfolie eingewickelte Tabletten. Das ergab dann natürlich erst mal so ein richtiges Problem, da sich die Herren und die Dame der Bundespolizei natürlich nur den einen Reim darauf machten, dass da natürlich irgendwelche illegalen Dinge geschmuggelt werden sollten. 😉 Ganz klare Schlussfolgerung! Es war dann auf jeden Fall der erste Drogentest, den die Beiden durchlaufen mussten.

Die Erklärung ihrer Freundin zu den Päckchen, dass sie wegen der zu erwartenden Hitze im Urlaub, ihre Reiseapotheke, wie z. B. Schmerzmittel etc. aus den Blistern gedrückt und diese eben einzeln verpackt hatte, glaubte kein Mensch und schon gar nicht ein gut geschulter Bundespolizist! Und gerade die beiden Herren, die bei den Leibesvisitationen ihrer Sache ziemlich sicher waren, da zwei ganz gewiefte Dealerinnen enttarnt und so gut wie überführt zu haben, ließen sich mit so einer lächerlichen „Ausrede“ natürlich nicht beeindrucken. So wurden die beschlagnahmten „Drogen“ erst mal zur weiteren Identifizierung weggebracht und die Beiden durften eine Nacht unter Aufsicht, am Flughafen bei der Bundespolizei übernachten. Auf eine Benachrichtigung der Familie, haben die beiden aus gewissen, wohlüberlegten Gründen verzichtet. Was hätten sie denen auch erzählen sollen? „Wir sind gerade wegen Drogenschmuggels verhaftet worden?“ Das weitere wäre sich dann selbst dazu auszudenken. 😉

Im Laufe des anderen Tages gab es dann Entwarnung und die Beiden konnten dann, mit etwas Hick Hack, um noch einen passenden Hinflug zu bekommen, ihre Reise mit deutlicher Verspätung antreten. Es gab noch „einige“ gemeinsame Urlaube, die immer ein wenig in Kombination der Beiden, „besonders“ waren.

Heute Nachmittag war dann ein Makler da, damit ihr Haus in naher Zukunft verkauft werden kann. Zum einen wohl eine gute Entscheidung, da das Haus für sie einfach viel zu groß ist. Das alles in der momentanen gesundheitlichen Lage in Ordnung zu halten und sich um alles zu kümmern, ist ein schwieriges Unterfangen. Eigentlich hätte sie das Haus vor 10 Jahren erst gar nicht übernehmen sollen, dass wäre vielleicht der einfachere Weg gewesen, aber irgendwie ist sie da den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und wenn es irgendwie dann läuft, dann läuft es eben erstmal. Mal sehen, was die nächsten Wochen für sie bringen. So ein großes Haus ist ja in der momentanen Lage auch nicht über Nacht verkauft. Es eilt nicht, aber es wäre der noch fehlende finale Schlussstrich.

Manchmal ist es einfach Zeit ein altes Buch zu schließen. Es bringt nichts, die Kapitel wieder und wieder zu lesen. Sie ändern sich nicht, sie bleiben wie sie einst geschrieben wurden. Manchmal ist es besser ein neues Buch zu öffnen, eine neue Geschichte zu schreiben, mit neuen Zeilen, neuer Perspektive, neuen Menschen und neuer Hoffnung! Ihr versteht? 😉

Noch nie war mehr Anfang wie jetzt!!

3.5.17 23:13


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