The trouble is, you think you have time!

Do you remember?

„How long is forever? Sometimes, just one second!“

Heute war wieder einer dieser Tage, wo es für sie einfach nötig war, ihrer Friedhofsmauer und den Eseln einen Besuch abzustatten. Obwohl es ordentlich windig war, schien die Sonne doch recht warm. Trotzdem dick eingemummelt, ging sie ihren gewohnten Weg hoch zum Waldrand, vorbei an den kräftig blühenden Rapsfeldern. Jeder Grashalm und jede Blüte sind ihr hier vertraut und geben ihr ein Stück Unendlichkeit. Die Unendlichkeit und der Frieden des eigenen Seins. Schon als kleines Mädchen war sie oft dort unterwegs und niemand, außer ihr Bruder, konnte verstehen, wo die Faszination für sie daran lag.

Dieser Weg, ist ihr Weg, wenn sie alleine sein möchte oder muss, wenn es ihr nicht gut geht oder wenn sie einfach nur nachdenken oder träumen möchte. Am kleinen alten Friedhof angekommen, atmete sie erstmal tief durch, schloss die Augen und hörte schon das Getrappel der Esel. Dieses Mal hatten die Beiden gleich bemerkt, dass sie da war und natürlich wieder Möhren dabei hatte. Es gab schon einige Esel-Generationen die hier den Sommer über grasten. Esel sind ganz besondere Tiere und ihre nachgesagte Dickköpfigkeit passte wahrscheinlich schon immer ziemlich gut zu ihr selbst. 😉

Es war schön warm, als sie sich auf ihre marode kleine Mauer setzte und jeden einzelnen Sonnenstrahl genoss. Der kleine Friedhof, ein längst vergessener Ort, kaum einer kommt hier her, was unweigerlich deutlich zu erkennen ist. Früher stand dort ein riesiger Kastanienbaum und nur dort gab es die dicksten und schönsten Kastanien, warum sie dort besonders gut gediehen, ließe sich jetzt nur vermuten.

Als Kind empfand sie diesen Ort immer als etwas unheimlich und geheimnisvoll. Sie hatte schon einen gewissen Respekt davor. Selbst heute, wenn die Sonne auf- oder untergeht und es etwas neblig wird, wäre dort sicher eine gute Kulisse für verschrobene Geschichten. 😉 Ein mystischer Ort, aus längst vergangenen Zeiten. Trotzdem gibt ihr genau dieser Ort ein friedliches Gefühl, ein Gefühl der inneren Ruhe.

Wie oft ist sie schon als Kind dorthin geflüchtet, wenn es Ärger gab oder auch wenn sie mal so eine winzige Kleinigkeit 😉 ausgefressen hatte. Das ging aber nur so lange gut, bis man diesen für sie gewählten Ort ausfindig machte und sie wieder nach Hause holte. Eigentlich hätte sie sich auch dort ein Zelt aufschlagen können, denn sie war schon sehr oft dort oben.

Ihr Bruder wusste, wie gerne sie dort war und auch in den ganzen letzten Jahren, wusste er immer, wo er sie finden konnte, wenn es ihr nicht gut ging, sie traurig oder einfach nur erschöpft war. Oft kam er dann dazu, setzte sich schweigend neben sie und nahm sie einfach nur in den Arm. Es bedurfte manchmal keiner oder nicht vieler Worte zwischen den Beiden, alleine die Anwesenheit des Anderen war Trost und Hilfe genug. Diese Erinnerungen sind sehr schmerzhaft und nehmen ihr gerade in diesen Tagen einmal mehr die Luft zum atmen. Nächste Woche steht ihr Geburtstag an. Das erste Mal alleine, ohne ihren Bruder. Wie dieser Tag werden wird, kann sie sich heute noch nicht vorstellen, es wird ein anderer Tag werden aber daran muss sie sich gewöhnen.

Drei Monate sind seit dem Unfall nun vergangen. Drei Monate in denen viel geschehen ist, sich vieles verändert hat, sie sich verändert hat. Ihr ganzes Leben ist anders, sie ist anders. Eine gewisse Selbstverständlichkeit die immer zwischen den Beiden lag, ist weg. Von einen auf den anderen Moment. Der mit schlimmste Moment in ihrem bisherigen Leben. Wenn sie zurückdenkt, hätte sie ihm noch so vieles zu sagen, würde sie ihn gerne noch einmal in den Arm nehmen. Wenn sie das an diesem Nachmittag gewusst hätte, dass sie ihn das letzte Mal sieht…….verdammt!...wenn!

Wie lange sie heute dort in der Sonne gesessen hat, weiß sie nicht. Die Zeit läuft manchmal einfach so weg, wenn sie dort sitzt und in ihren Gedanken versunken ist. Es war so nötig heute dorthin zu gehen, die alltäglichen Dinge hinter sich zu lassen. Die Gedanken an ihren Geburtstag, der Kampf mit ihrer Familie, der heute wieder einen besonderen Höhepunkt hatte.

Eigentlich hat sich ihr eigentlicher Gegner seit sie denken kann in einer Person manifestiert. Ihre Mutter ist in einigen Bereichen mittlerweile etwas zurückhaltender geworden, ob das jetzt gut oder schlecht ist, lässt sich abschließend noch nicht bewerten. Doch da wäre halt noch ihr Onkel, die gestaltgewordene Personifizierung des Bösen! Sie konnten sich noch nie leiden und seit sie denken kann, gab es immer nur Ärger mit ihm. Schon als kleines Mädchen waren sie sich nie ganz grün und es gab eigentlich immer ziemlichen Stress. Irgendwas war immer. Ihm etwas recht zu machen, ging nicht. Das war unmöglich. Auch wenn sie mittlerweile erwachsen ist und ihn eigentlich selten sieht, ist diese Abneigung gegen ihn immer deutlich spürbar. Als Kind war sie ihm zu laut, zu hektisch, zu zappelig, zu vorlaut, zu zu zu zu zu……..;-) Dem Herrn Baron etwas recht zu machen, ging nicht und geht heute noch nicht. Ihr Bruder kam seltsamer Weise sogar einigermaßen mit ihm aus, wie auch immer das funktionierte? Aber sie selbst, da gab es einfach keinen Weg.

Auch früher war sie nie frech oder unverschämt ihm gegenüber, aber sie hatte so ihre eigenen Wege, ihm ihren Unmut zu zeigen. Auch wenn er oft nie ganz sicher war bzw. beweisen konnte, dass sie hinter den „Anschlägen“ steckte. 😉

So 5-6 Ameisen konnten schon echt fies werden, wenn die kleinen Wesen ganz heimlich und zufällig hinten in den Hemdkragen fielen. Er hatte es ja erst nicht bemerkt, da er am Tisch saß und in ein Gespräch vertieft war. Aber der Effekt war oscarreif! STRIKE! Die armen Ameisen. 😉 Oder eben genau wie die Blindschleiche, die sie ganz heimlich am Hosenbein ihres Onkels aussetzte und diese sich an dessen Bein versuchte hochzuhangeln. Dabei war das ein ganz schön schwieriges Unterfangen, heimlich mit der Blindschleiche unter den Tisch zu kommen. Aber es funktionierte und der Effekt war meisterhaft. 😉 Es gab noch so einige Zufälligkeiten, manche Menschen ziehen eben solche „komischen“ Zufälle einfach an.

Und dann die Sache mit dem Porsche, einfach unerklärlich, dabei sah der doch komplett in Klopapier eingewickelt viel besser aus! Die Gesichtsfarbe ihres Onkels dann nicht mehr so ganz. 😉 Das Taschengeld musste dann zwar herhalten, um die Klopapiervorräte des Hauses wieder aufzufüllen, aber das war ihr jeder einzelne Pfennig wert.

Leider, leider sind solche Methoden heute nicht mehr so ganz angebracht, obwohl es sicherlich auch einen witzigen Effekt darstellen würde. Und der Reiz ist sicherlich in so manchen Momenten sehr groß!

Aber sie ist ja mittlerweile ein kleines Stück mehr erwachsen geworden, jedenfalls meistens. Doch schade ist es schon, so ein paar Ameisen, Blindschleichen oder Grashüpfer, hätte er auch heute noch verdient und das wären noch ihre harmlosesten Gedanken!

Er kann sie einfach nicht in Ruhe lassen, nicht akzeptieren, dass sie eine ganz klare Meinung hat und einen ganz klaren Entschluss getroffen hat und vor allem ihre Ruhe haben möchte. Vorhin stand er wieder vor ihrer Tür. Völlig unangemeldet und fordernd. So wie immer.

Irgendwie hatte er Wind davon bekommen, dass ihr Haus zum Verkauf steht. Wie auch immer. Gut, das spricht sich rum. Sie kann es nicht leiden, wenn er einfach ungefragt bei ihr vor der Tür steht. Da kann sie sagen was sie will, dass interessiert ihn einfach nicht. Sie mag es nicht, wenn Menschen keine Distanz wahren, ihr zu nah kommen, ohne dass sie das möchte. Es gibt gewisse Regeln und eine gewisse Distanz ist eben unabdingbar! Aber es gibt Menschen, die kleben an einem wie eine Klette und tatschen einen dann auch noch ständig an. Und so einer ist der „Baron“ auch. Schon immer! Das konnte sie als Kind schon nicht leiden und jetzt noch ein ganzes Stück weniger. Er ist einer der Personen, die ihr Gänsehaut im negativem Sinne verursachen.

Das Gespräch war schnell beendet, indem sie ihm nochmals erklärte, dass er sie in Ruhe lassen soll und das sie ihre Entscheidungen getroffen hat und daran auch nichts mehr zu ändern ist.

Beleidigungen ist keine ihrer Optionen, auch nicht in schwierigen Situationen. Sie kann sich ziemlich gut und treffend artikulieren, ohne beleidigend zu werden, er im Gegenzug nicht! Pech für ihn! Über solche Situationen, die sicherlich noch nicht die letzte gewesen sein wird, steht sie mittlerweile drüber. Manche Menschen merken es einfach nicht, wie Scheiße sie sind. Und obwohl das nicht ihre Wortwahl ist, fällt ihr in diesem Moment, als er aus dem Hof fährt nur eins ein „f… d….!!“ 😉 Manchmal wäre der Einsatz eines Mittelfingers doch nicht so unangebracht!

Egal, selbst über solch´ eine Situation steht sie mittlerweile drüber. Es berührt sie nicht mal mehr, stattdessen macht sich nur eine noch höhere Form der Abneigung und Verachtung breit.

So langsam wird es kühl, als sie wieder realisiert, dass die Sonne langsam hinter dem Wald verschwindet und es besser ist nach Hause zu gehen. Die Esel laufen noch ein Stück an der Koppel mit ihr, bevor sie dann abbiegt und durch den Wald wieder runter zu den Feldern läuft.

So lange es irgendwie geht, wird sie dorthin immer wieder zurückkehren für einen Moment ihrer ganz eigenen Unendlichkeit. Und danach ist wenigstens für einen gewissen Moment alles ein wenig besser und erträglicher.

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Königsdisziplin

„Ein Wunder entsteht, wenn ich das Unmögliche versuche und es wahr wird!“

Was bedeutet in der momentanen Situation eigentlich kämpfen für mich? Das ist eine gute Frage, die ich mir wahrscheinlich schon hätte länger vor Augen halten sollen. Es sagt sich immer sehr leicht, „ich kämpfe mich da durch“ oder „ ich schaffe das“.

Aber wenn ich mir das so ganz intensiv überlege, ist es mir bis heute nicht wirklich klar. Ja, kämpfen heißt für mich, dass irgendwie alles durchzustehen und eben auch alle Dinge, die damit im Zusammenhang stehen, hinzunehmen und irgendwie auszuhalten. Aber trotzdem bin ich noch „Mensch“, „Frau“, „Mutter“, „Tochter“, „beste Freundin“ und eben nicht zu unterschätzen „ich“ – „Marie“.

Und so lange ich denken kann, weiß ich, dass es Sinn macht für eine Sache zu kämpfen, von der ich selbst überzeugt bin. Es ging „meistens“ gut. Um das eigene Leben zu kämpfen, ist eine enorme Hausnummer und ich tue das auch nicht lapidar ab, aber dennoch gibt es da eben nur meinen ganz eigenen Weg dafür.

Ich mache es mir oft selbst sehr schwer in manchen Dingen, stehe mir gewaltig manchmal selbst im Weg. Das weiß ich alles und ich merke das auch „meistens“. ;-)

Aber dann kommt eben die „Marie“ mir dazwischen und meint, „ach, was soll´s, so ein bisschen arbeiten und ein bisschen wieder mehr „Mensch“ sein, hat ja noch keinen umgebracht.“ Also, das sehe ich schon auch so, nicht nur die Marie. ;-)

Und dann merken wir Beide eben, „wow“, so etwas mehr Forderung tut ja schon der Seele wieder unheimlich gut. Dem „gesund werden“, dann halt nicht immer.

Ich weiß, dass ich einer der schlechtesten Patienten der Welt bin, dass ich absolut keine Geduld habe, jedenfalls in Dingen, die mich betreffen. Ich weiß das alles und mir ist das alles klar.

Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, das eben die nötige Ruhe und eben mal alle fünfe gerade sein lassen, evtl. der bessere Weg wäre. Vielleicht!

Aber vielleicht auch nicht! Viellicht ist es eben auch besser, einen einigermaßen normalen Tagesablauf zu haben, zu arbeiten, seinen Gewohnheiten nachzugehen, eine Struktur zu haben und joaaa, halt auch mal feiern gehen! Warum sollte das so sehr falsch sein? Weil es nicht im Standard des „Gesund-werd`-Kataloges“ gelistet ist? Nur darum? Weil es eben anders ist? Ein anderer Weg?

Ich mache ja nichts, was absolut schlimm wäre. Nichts was absolut schaden würde. Ich bin kein Mensch, der sich 24 h auf die Couch haut und zwangläufig vor der Klotze verblöden würde. Das funktioniert bei mir nicht. Ich muss raus, egal wie schlecht es mir geht und ja, ich mache Dinge, die vielleicht nicht immer altersgerecht und krankheitsgerecht sind. Aber was genau ist denn „altersgerecht“ und „krankheitsgerecht“? Ich glaube da gibt es keinen Maßstab. Die Meisten sind auch in „dem Alter“ ;-) *hust, verheiratet oder schon zweimal geschieden und haben einen Stall voll Kinder. Ist ja auch schön, für den, der darin aufgeht. Aber ist das dann auch zwangsläufig der Standard für alle? Sicherlich nicht! ;-) Und mein Standard ist es eben nicht!

Und genauso ist es doch auch mit dem „Krank sein“ oder „Gesund werden“, je nachdem aus welcher Perspektive ich es betrachte. Natürlich gibt es auch da Standards und klar lauten die ärztlichen Empfehlungen ganz sicher nicht „werden sie 1:1 mit einer Fledermaus“ ;-) oder „klettern Sie auf Bäume“ ;-), aber das sind eben nur Empfehlungen und Ratschläge. Ob ich das dann so umsetze oder umsetzen kann, dass sind nochmal zwei ganz andere Schuhe.

Ich mache meistens das, was ich für mich verantworten kann, geht auch nicht immer gut! Jetzt für den Moment, weiß ich es manchmal nicht genau, was ist gut oder was ist nicht gut. Das merke ich dann ganz oft erst hinterher. Weil ich mich durch diese Erkrankung wahnsinnig verändert habe.

Verändert teilweise in meinen ganzen Emotionen, die ich mir selbst schuldig bleibe, so manches mal. Aber ich erlebe auch gerade Emotionen, die für mich ziemlich fremd sind, mit denen ich gerade lernen muss umzugehen, weil ich so etwas noch nie erlebt habe, jedenfalls nicht so. Und es ist neu, aber auch wunderschön und ich stelle mich auch schon mal „sehr“ dumm an, um es mal im Klartext zu sagen. Auch komme ich mir an manchen Tagen vor, wie der letzte Trottel. Aber ändern tut es auch nichts. ;-) Und im dumm anstellen, bin ich manchmal schon ein Superheld!

Und ich glaube, jeder macht so manches Mal Dinge, die nicht immer gut für einen selbst und geschweige denn für andere sind. Ganz oft gibt es doch unüberlegte Dinge, die jeder mal aus der eigenen Spontanität fabriziert. Natürlich gibt es da die ganz Spontanen und die nicht ganz so Spontanen. ;-) Und ich zähle mich selbst zu den ziemlich extrem spontanen Exemplaren. Über viele Dinge, die mich selbst betreffen, denke ich wenig bis gar nicht nach, obwohl ich mir um andere Dinge wiederum sehr viele Gedanken mache. Das ist so ein Widerspruch in sich.

Ich glaube es einfach nicht, dass etwas arbeiten und evtl. ein wieder etwas höherer Stresslevel so enorm dazu beitragen, dass ich evtl. langsamer, schneller oder gar nicht gesund werde. Das es mir jetzt gerade mal wieder nicht so gut geht, ist sicher nicht schön und ich denke schon, dass ich mir das wohl auch selbst eingebrockt habe, mit meinem Drang vielen Dingen auf den Grund gehen zu müssen. ;-) Wenn ich nichts zu tun habe, bin ich total unausgeglichen und kann mich früher oder später selbst nicht mehr leiden. Das kann auch nicht gut fürs „gesund werden“ sein.

Das ich was ändern musste, habe ich ja mittlerweile begriffen. War auch kein Prozess, der über Nacht gestartet ist. Und ich glaube ich habe in den letzten Monaten ziemlich viel verändert. Wenn ich was anfange, dann mit allen Konsequenzen. Ganz oder eben gar nicht. Was dazwischen gibt es bei mir nicht. So ein bisschen von allem, dass geht nicht. Es gibt auch nicht ein bisschen schwanger. ;-) Entweder ich stehe komplett hinter einer Sache oder gar nicht. Und so ein umswitchen, wie es grad passend ist, dass gibt es bei mir auch nicht.

Ich stehe hinter meinem Handeln und auch hinter meinen Fehlern. Natürlich ist es mir im vollen Umfang bewusst, dass eine evtl. andere Handlungsweise vielleicht der richtigere Weg gewesen wäre. Aber ich brauche manchmal Umwege um an gewisse Ziele zu kommen, was nicht heißt, dass ich sie nicht erreiche. Im Großen und Ganzen habe ich bisher meine Ziele immer erreicht, auch wenn es für andere evtl. nicht plausibel war oder ist, wie ich den Weg dorthin bestritten habe. Und genauso wird es auch jetzt sein, mit dieser Königsdisziplin der Krankheiten. Ich habe mir das Ziel gesetzt dieser Krankheit das Genick zu brechen und genau das wird auch geschehen! Mit welchen Mitteln und wie lange und mühevoll dieser Weg sein wird, weiß ich heute noch nicht in jeder Einzelheit, auch wenn ich eine gewisse Ahnung habe. ;-) Aber ich darf mich dabei nicht komplett verlieren, denn ein bisschen „Marie“ gehört für meinen Weg immer mit dazu.

Der Standard ist auch, nicht krank zu werden und/oder früh zu sterben. Das steht nicht auf dem Bauplan des Menschen. Aber es passiert halt doch immer mal. Leider! Selbst wenn die Metastasen irgendwann mal weg sein werden und alles andere hoffentlich weiterhin die Bälle flach hält ;-) heißt das noch lange nicht, ich bin für alle Zeiten gesund. Die Zeit und die Jahre danach, werden nicht minder hart werden, wie die momentanen Phasen zwischen absoluter Euphorie und absoluter Verzweiflung. Jede Nachuntersuchung wird zu einem Spießroutenlauf werden und davor ist mir heute fast schon mehr Angst, wie die Untersuchungen in der momentanen Situation. Jeder komische Husten, jedes Zwicken oder was auch immer, wird für lange Zeit ein komisches Gefühl in mir verursachen. Da kann ich mir doch noch so sehr selbst einreden, "alles wird oder ist gut". Dagegen werde ich machtlos sein, dass wird mir und den Menschen, die mir mit am nahsten stehen, noch einige Nerven rauben.

Es gibt viele Standards wie oder was ich tun könnte, aber letztendlich kann nur ich selbst wissen, was mir gut tut und was evtl. nicht. Das ich manchmal oder auch öfters mich selbst überschätze und gerne auch mal gewisse Alarmglocken ignoriere, ist sicherlich nicht unbedingt hilfreich, aber ich glaube, es ist auch nicht vernichtend.

Wenn der Krebs mich in die Knie zwingen sollte, dann wird er das tun. Egal ob ich mich an alle möglichen Standards halte oder nicht. Aber Krebs und Marie, dass passt nicht, es kann nur einen geben! Und das wird Marie sein! ;-) Und kein Krebs und keine Nebenwirkungen der Welt oder keine sonst irgendwas, werden mich in die Knie zwingen! Manchmal evtl. ansatzweise, aber um dann eben wieder etwas stärker aus der Situation rauszugehen. PUNKT!!

Das meine eine Niere, die ich jetzt noch habe, mit Samthandschuhen zu behandeln ist, weiß ich und da bin ich auch wirklich sehr vorsichtig! Denn wenn die auch noch hops geht, wird es richtig blöd. Das aber genau diese Niere immer mein „Schwachpunkt“ sein wird, egal in welcher Situation oder Verfassung ich bin oder sein werde, ist mir auch klar. Ich glaube nicht, dass diese Niere auch noch etwas hat. Weil einfach nicht sein kann, was nicht sein darf! Ganz so viel Pech, gibt es bestimmt nicht auf einem Haufen. Ja, ich weiß, manchmal halt schon! Und wer wüsste das nicht besser wie ich selbst! ;-) Aber so manchmal muss ich mir dann auch wieder selbst gut zu reden! Auch wenn es nicht wirklich was hilft!

Es gibt Tage da läuft alles gut und dann gibt es eben wieder einige von diesen Tagen, wo alles über mir zusammenstürzt, dass eine zum anderen kommt und ich hadere und alles anzweifle. Aber hat das nicht jeder irgendwo und irgendwann immer mal wieder? Egal ob gesund oder krank?

Und so manches Mal brauche ich auch den gewissen Tritt in den Hintern, wie jeder andere eben auch!  Und dann ist es gut, dass es Menschen gibt, die das auch machen, ohne Rücksicht auf Verluste! Und es wirkt Wunder!

Diesen Kampf werde ich gewinnen, da bin ich mir sicher. „Game over“ steht bei mir einfach nicht auf der Agenda!

Die Königsdisziplin bin ganz alleine ich und nicht dieser, mhm, wie heißt er noch?? Krebs??

Danke!  ;-)

6 Kommentare 8.5.17 19:05, kommentieren