Marie (adel-verpflichtet) "Unser Himmel ist derselbe"
 
 

Und plötzlich war es Weihnachten ;-)

"Die Geburt Jesu ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, dass immer bleibt." (Martin Luther)


 Erzähler:

Wie an jedem Tag, versammelten sich die Engel, um in die Welt geschickt zu werden, und um dort als Schutzengel ihre Arbeit bei den neugeborenen Kindern aufzunehmen. Jedes Kind, das geboren wird, bekommt seinen eigenen Schutzengel. Jeder Engel, der sich auf den Weg machte, wusste wohin er musste. Petrus rief immer jeden einzelnen der Engel zu sich und erklärte ihm seine künftige Aufgabe. Natürlich waren die Aufgaben der Engel unterschiedlich, denn jedes Kind ist anders, manche sind laut, manche sind leise, manche sind stürmisch oder schüchtern, aber es gibt auch manchmal kranke Kinder. Die einen Engel haben alle Hände voll zu tun und wiederum andere langweilen sich ein bisschen. Und dann gab es noch Jonathan. Er war erst vor kurzer Zeit wieder zurückgekehrt ins Wolkenland, da sein Kind, welches er beschützte so sehr krank war, dass es starb. Darüber war er sehr traurig, aber er hoffte, dass er bald wieder einem Kind ein guter Begleiter sein konnte.

Nach und nach flogen die meisten Engel davon. Jonathan wartete noch immer, er galt immer als etwas stur und eigensinnig und meistens verschlief er, wenn es im Wolkenland etwas zu tun gab.

Aber dann hörte er das „Klingeling“, und genau bei diesem „Klingeling“ wusste er, nun ist Eile geboten und er musste schleunigst zum Himmelstor, da eine neue Aufgabe auf ihn wartete.

 

Im Zwiegespräch Jonathan und Petrus:

Petrus: „Jonathan, heute habe ich eine besondere Aufgabe für Dich. Es ist noch nicht ganz klar, wo das Kind geboren werden wird, für das Du ab sofort verantwortlich sein wirst.“

Jonathan: „Aber Petrus, wie soll ich dann rechtzeitig am richtigen Ort sein, wenn das Kind auf die Welt kommt?“

Petrus: „Keine Sorge, dort hinten siehst Du einen großen hellen Stern mit einem langen Schweif. Folge ihm. Er wird langsamer und langsamer werden und wenn der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort erreicht ist, wird er stehen bleiben.“

Jonathan: „Warum bekomme ich so eine schwierige Aufgabe?“

Petrus: „Weil ich mir sicher bin, dass Du es kannst und das genau Du der richtige kleine Engel für diese Aufgabe bist. Dort wird ein König geboren, der den Menschen Glaube, Hoffnung und Liebe schenken wird.“

Jonathan: „Ein König? Ich bin nur ein kleiner Engel, wie soll ich auf einen König aufpassen?“

Petrus: „Es ist ein kleiner König, genau richtig für einen kleinen Engel, Du wirst sehen, dass Du der Richtige dafür bist. Und nun mach Dich auf den Weg.“

 

Erzähler:

Der kleine Engel schritt durch das Himmeltor, kletterte ein Stückchen die Himmelsleiter hinunter und flog dem hellen Stern entgegen. Anfangs hatte dieser Stern ein ganz schönes Tempo drauf, aber dann wurde er etwas langsamer und siehe da, plötzlich blieb er stehen.

Jonathan war erst unsicher und wusste nicht so recht weiter. Aber dann fasste er sich seinen ganzen Mut zusammen und schwebte langsam auf die Erde hinunter.

 

Jonathan: (im Selbstgespräch)

„Na sowas“, dachte Jonathan laut. „Nirgends ein Schloss oder ein Palast. Es war doch von einem neuen König die Rede. Sowas blödes, jetzt habe ich mich doch wieder verflogen und bin am Ende dem falschen Stern gefolgt. Besondere Aufgabe, dass ich nicht lache.“

 

Erzähler:

Jonathan war traurig und auch ein bisschen wütend auf sich selbst. Nichts konnte er gut genug machen. Er setzte sich auf einen Felsen, verschränkte die Arme und schaute ratlos in den Sternenhimmel.

Auf einmal bemerkte er neben sich eine kleine Maus.

 

Im Zwiegespräch Jonathan und Fridolin (Maus):

Jonathan: „Wer bist Du denn?“

Maus: „Ich bin Fridolin und wer bist Du?“

Jonathan: „Ich bin der kleine Schutzengel Jonathan, Du bist eine Maus, warum machst Du keinen Winterschlaf?“

Fridolin: „Ach weißt Du, irgendwie konnte ich nicht in den Schlaf finden, meine Mäusefamilie liegt hier unter uns eingekuschelt zusammen und schläft und ich kann einfach nicht einschlafen. Da bin ich nach oben gekrabbelt, habe mich ein bisschen in der Gegend umgesehen und dann habe ich mir die Sterne betrachtet.“

Jonathan: „Du hast es gut, Du hast Deine Mäusefamilie und weißt wo Du hingehörst, aber ich, ich soll einen König finden und künftig an seiner Seite sein. Aber siehst Du hier irgendwo einen kleinen König, ein Schloss oder einen Palast?“

Fridolin: „Nein, dass sehe ich nicht. Hier gibt es nur einfache Häuser und Hütten, dort vorne ist eine kleine Gastwirtschaft und hinten im Hof ein paar ärmliche Ställe. Wo soll denn Dein König sein?“

Jonathan: „Ja da fragst Du mich was. Wahrscheinlich hat Petrus mir das gesagt, aber ich kann mir das immer so schlecht merken und weiß nur noch, dass ich dem großen hellen Stern folgen sollte und wenn er stehen bleibt, sollte dort mein König geboren werden.“

Fridolin: „Warte, dort vorne in den Ställen wird gerade ein Kind geboren. Aber ich glaube nicht, dass das Dein Königskind ist. Die Eltern sind arm und kamen auf einem Esel aus einem weitentfernten Dorf.“

Jonathan: „Das ist aber komisch, dann wird sicher hier noch ein kleiner Schutzengel unterwegs sein.“

Fridolin: „Ich konnte keinen sehen, weißt Du was, wenn Du Deinen König nicht findest, dann beschütze Du doch einfach dieses Kind. Es darf doch nicht sein, dass ein Kind ohne Schutzengel auf die Welt kommt.“

Jonathan: „Das ist gar keine so schlechte Idee, dann lass uns mal zum Stall laufen und falls doch ein anderer Engel eingeteilt wurde, kann ich ja immer noch verschwinden.“

 

Erzähler:

Die Beiden liefen zum Stall hinüber und schauten durch zwei große Astlöcher in den Stall. Dort sahen sie den Esel und einen Ochsen im Stroh liegen. Nicht weit davon, lag einer kleiner Junge in einer notdürftig zusammengezimmerten Krippe. Daneben saßen Josef und Maria.

Plötzlich wurde der große Stern noch heller und drei Könige aus dem Morgenland kamen in den Stall. Sie brachten dem kleinen Kind Gold, Myrrhe, Weihrauch und viele Früchte, verbeugten sich und küssten seine kleinen Händchen.

Jonathan und Fridolin staunten nicht schlecht. Rundherum auf den Feldern standen die Hirten mit ihren Schafen und schauten hinauf zu dem hellen großen Stern. Dann kamen auch sie zu dem Stall und brachten dem Kind all` ihre Sachen, die sie bei sich hatten, Wasser, Brot, Käse und Milch. Dann knieten auch sie nieder.

 

Im Zwiegespräch, Fridolin und Jonathan:

Jonathan: „Du Fridolin, ich glaube, ich bin doch nicht dem falschen Stern gefolgt. Ich glaube das hier ist mein kleiner König. Ein König, der den Menschen Glaube, Hoffnung und Liebe bringen soll, sie darin bestärken und auch belehren wird.“

Fridolin: „Jawohl, das ist Dein kleiner König und Du bist nun sein Schutzengel, ich bin so stolz auf Dich, Jonathan.“

Jonathan: „Ich ganz alleine darf ihn beschützen. Nie hätte ich gedacht, dass ich so eine aufregende große Aufgabe bekomme. Ich danke Dir Fridolin, für Deine Hilfe und wünsche Dir nun einen gesegneten Winterschlaf.“

 

Erzähler:

Jonathan flog langsam und behutsam in den Stall und wich ab sofort dem kleinen Königskind, welches den Namen Jesus bekam, nicht mehr von der Seite.

Fridolin war sichtlich berührt und tapste auf seinen kleinen Mausepfötchen zurück zu dem großen Felsen. Dann schlüpfte er durch das Mauseloch in den kleinen engen, etwas matschigen Gang und kroch weit unter der Erde, in das Mäusenest zu seinen Eltern und Geschwistern. Es dauerte nicht lange und er schlief tief und fest ein.

Im nächsten Frühjahr, als die Sonne langsam die Erde erwärmte, wurde er wieder wach. Er kroch nach oben, blinzelte in die Sonne und war sich gar nicht mehr so sicher, ob das alles nicht einfach nur ein wunderschöner Traum gewesen war.

Frohe Weihnachten!

 

©Marie Luise

 

 

Benötigte Kinder:

Erzähler, Jonathan (kleiner Engel), Fridolin (Maus), Petrus, Josef, Maria, Jesus (Puppe), 3 Könige, ca. 3-4 Hirten, evtl. Kamel, Esel, 3-4 Schafe.

Kleinere Geschwisterkinder könnten kleine Mäuse und Engel sein.

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Und ich habe es doch getan, zumindest erstmal für mich. Ob ich diese Geschichte wirklich weitergebe, weiß ich noch nicht.

Es ist immer schwierig, jedes Jahr zu Weihnachten für die Kinder, welche eine Alterspanne von 3-12 Jahren haben, eine interessante Geschichte zusammen zustellen.

Keiner braucht die Weihnachtsgeschichte neu erfinden und vieles ähnelt sich in gewisser Weise immer wieder. Der Ablauf ist ja nunmal seit zweitausend Jahren relativ klar.

Ich hoffe es ist trotzdem gelungen. Mir gefällt es! ;-)


15 Kommentare 26.11.17 18:02, kommentieren

Schnipp - Schnapp

25. November 2017

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Heute gab es in Heidelberg die langvermisste Thromobzyten-Transfusion. Es gibt Schöneres, keine Frage. ;-) 

Leider hat sich in meiner Lunge wieder Wasser gebildet. Das macht mir gerade das Leben etwas schwerer, aber es hält sich gerade noch innerhalb der Toleranzgrenze, somit durfte ich wieder nach Hause.

Wie die nächsten Tage verlaufen werden, wird sich zeigen.

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Nächste Woche fallen dann wohl meine letzten Haare. Puh, ein merkwürdiges Gefühl.

 

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7 Kommentare 25.11.17 19:01, kommentieren