The trouble is, you think you have time!

Gesunder Egoismus und ich stehe dazu!

"Das Leben bedeutet nicht immer zu gewinnen, sondern durchzuhalten, an sich zu glauben und niemals aufzugeben"

In den letzten Tagen wurde mir sehr oft  „Egoismus“ vorgeworfen bzw. unterstellt. Darüber habe ich doch sehr oft nachdenken müssen. Generell stelle ich mein eigenes Agieren nicht in Frage und werde das auch künftig nicht tun. Seit meine Tochter auf der Welt ist, bleiben natürlich gewisse Dinge erst mal auf der Strecke, aber das gibt sich mit dem Älter werden des Kindes ja so nach und nach wieder. Selbstverständlich stand und steht meine Tochter an erster Stelle, vor mir selbst, vor allem. Mein fester Grundsatz war immer, es besser und anders zu machen, wie meine eigene Mutter. Und ich glaube, wenn ich eins von mir behaupten kann, ist das ganz gut gelungen. Und das Resultat zeigt mir deutlich, so ziemlich viel richtig gemacht.

Von Seiten meiner Familie bekomme ich gerade in dieser Woche vorgeworfen, dass ich ein absolut egoistischer Mensch wäre und mich „Andere“ nicht interessieren würden. Das sind natürlich so Vorwürfe, wo man schon etwas ins Grübeln kommt. Egoismus? Ja, ich glaube ich bin schon auf eine gewisse Art egoistisch, denke auch, dass es sicher nicht verkehrt ist. Was nützt es mir bitte, wenn ich für Andere immer alles richtig mache und nach deren Nase tanze und mich dabei aber selbst verliere? Im Endeffekt sicher nicht erstrebenswert. Mir Tag für Tag sagen zu lassen, ich würde die „Familie“ im Stich lassen und meinen Bruder nicht schätzen, ist so ziemlich das Mieseste was mir je untergekommen ist. Das muss ich mir echt nicht geben! Und andere Menschen interessieren mich sehr wohl, nur eben nicht Diejenigen, die es nicht mehr verdient haben, einen Platz in meinem Leben einzunehmen.

Ich frage mich einmal wieder mehr, denken die eigentlich auch mal an mich? Unterstützen mich in irgendeiner Form oder geben mir Kraft oder etwas mehr Mut gegen meinen Kampf gegen diesen scheiß Krebs? Nein, ist ja alles nicht so schlimm. Klar, wird ja auch völlig überbewertet. Manchmal frage ich mich wirklich, wie man nur in so eine Familie hineingeraten kann. Wie Menschen, die einem doch relativ nahe stehen sollten, es fertig bringen, so zu denken und so zu handeln. Ich möchte ganz sicher kein Mitleid, gar nicht mein Ding, aber einfach an manchen Tagen, etwas mehr Unterstützung und gerade dann, wenn es mir wirklich schlecht geht und ich hadere, den nötigen Schubs, um mich daraus zu holen. Aber eigentlich sind diese Gedanken, verschenkte Zeit, die ich lieber sinnvoller nutzen sollte. Es bringt nichts. Ich habe jetzt für mich selbst, den Kontakt abgebrochen. Mit meiner Mutter habe ich nochmal versucht zu reden, ich kann es nicht nachvollziehen, dass sie so kalt über den Tod ihres Sohnes hinweg gehen kann, nur damit alles vorbildlich läuft. Ich habe es versucht, es ist gescheitert. Vielleicht ihre Art, damit umzugehen, ich weiß es nicht. Unser Verhältnis war schon immer schwierig, anders. Früher schon. Was wohl viel an meiner eigenen Art lag/liegt, damit kann sie nicht umgehen. Der größte Schock war dann wohl die abgesagte Hochzeit, ich glaube das hat sie bis heute noch nicht verdaut. Seit dem wurde unser Verhältnis deutlich noch schwieriger. Auch das, sicher ein großer Punkt von meinem Egoismus ;-), jedenfalls kam dieses Thema diese Woche auch wieder öfter auf den Tisch, obwohl ich das Allen untersagt hatte, überhaupt nochmal davon anzufangen. Es geht einfach keinen was an, warum und weshalb das damals so gelaufen ist. Ich weiß, dass drückt die sehr, aber es geht sie eben einfach nichts an. Aber wenn man jemanden treffen möchte, dann findet man eben Wege und die sind ja nun leider greifbar.

Gestern bekam ich dann vom Familienanwalt (das ist mein Onkel) einen Vertrag zugestellt, in dem mir Geld (nicht wenig) angeboten wurde, damit ich die Praxis übernehme! Das ist natürlich auf dem Mist meines Onkels gewachsen. So, dass war es dann endgültig! Ich habe mich meistens ganz gut im Griff, aber gestern habe ich dann einfach die Unterlagen geschnappt, bin zu ihm und habe den „Vertrag“ vor seinen Augen und seinem Klienten zerrissen, habe es ihm auf den Schreibtisch geknallt und bin wortlos wieder weg. Damit wäre das jetzt hoffentlich endgültig geklärt. Als würde ich mich für irgendetwas bezahlen lassen! Wie kann man überhaupt auf so eine Idee kommen? Ich bin doch nicht käuflich. Die haben überhaupt nichts, rein gar nichts verstanden. Als würde Geld! irgendetwas an meiner Entscheidung ändern können. Es wird immer schlimmer, immer unglaublicher. Ich hätte einiges erwartet, aber dass solche Mittel eingesetzt werden, einfach nicht zu fassen. Ich habe ständig das Gefühl ich muss mich übergeben! Diese Familie existiert für mich seit gestern nicht mehr. Und ich Kamel, habe mir sogar überlegt, eine gewisse Zeit einzuspringen, bis ein Nachfolger da ist, der die Praxis übernimmt, um zu helfen und zu unterstützen, bis alles vernünftig läuft. Diese Option habe ich nun ganz schnell wieder verworfen, nachdem Debakel von gestern. Ach ja, "Andere" interessieren mich ja nicht. Jetzt interessieren mich auf jeden Fall genau diese "Anderen" nicht mehr. Das ist jetzt nun mal Tatsache.

Meine Mutter bleibt weiterhin meine Mutter, auch wenn ich den Kontakt im Moment meide, da es im Moment leider zu nichts führt. Die Einsicht muss von ihr kommen, dass hier was falsch läuft, alles andere hat einfach keinen Sinn.

Mein Vater steht mir zur Seite, hat aber leider wenig handhabe. Aber er unterstützt mich in meinem Handeln und gibt mir da die nötige Kraft um diesen „Menschen“ (kann man das noch Menschen nennen?) entgegen treten zu können. Ich bekomme das hin, irgendwie.

 

9 Kommentare 24.2.17 18:09, kommentieren

Die Pläne der "Anderen" ^^

 „Denke nicht so viel darüber nach, was andere Menschen zu Deiner Entscheidung sagen. Lebe Dein Leben immer so, wie Du es für richtig hälst. Denn nur Du allein musst mit Deinen Entscheidungen leben“

Über den Beerdigungstag selbst, möchte ich heute noch nicht schreiben. Ich möchte da noch nicht genauer drüber nachdenken, sondern es einfach erst mal so in meiner Erinnerung belassen. Die letzten drei Tage waren ziemlich schlimm, es ist viel passiert, mit mir ist viel passiert, mir sind Dinge endgültig klar geworden. Heute habe ich etwas Luft und lasse auch keinen  an mich ran. Ich brauche heute mal Zeit für mich selbst und nur dafür, was ich für mich vertreten und zu lassen kann. Angefangen hat es schon mal damit, dass ich seit Tagen mal wieder gut geschlafen habe und das für meine Verhältnisse, auch wirklich lange. Irgendwann holt sich der Körper einfach das, was er braucht, dass gewisse Eigenschutzsystem!

Sonntag morgen bin ich ein klein wenig verkatert aufgewacht. ^^ Aber keine Sorge, alles in einem relativ normalen Rahmen. Das hatte der Samstag Abend so mit sich gebracht. Da ich relativ wenig oder eher gar nichts trinke, ist so ein Zustand auch recht flott bei mir hergestellt. Aber da muss man dann halt durch. Den Sonntag selbst habe ich dann überwiegend auf der Couch verbracht, war aber noch eine längere Zeit draußen. Zeit für mich. Gegen Abend wurde ich dann von meiner Familie für Montag zu einem Gesprächstermin komplimentiert. „Nachtigall ick hör´ Dir trapsen“

Es war mir im Vorfeld schon sehr deutlich klar, dass dieser „Termin“ nicht gut enden wird und ich hatte so meine Vorahnung, was man von mir wollte! Das zum Thema „Ruhe“ und „durchschnaufen“. ;-) Aber diese Familie ist ja leider berechenbar. Montag Vormittag, habe ich mich dann also zu diesem „Gipfeltreffen“ aufgemacht. Nichts Gutes ahnend. Ziemlich alles, was Rang und Namen hatte war da, meine Mutter, meine Großeltern mütterlicherseits, meine Tante und meine beiden Onkel (Geschwister meiner Mutter) und noch so ein paar ganz "Wichtige". Mein Vater natürlich nicht. Gehört ja nicht mehr dazu. Zur Erklärung, unser Opa hat eine Hausarztpraxis und mein Bruder war dort schon seit drei Jahren mit dabei, um dann eben in ca 1-2 Jahren die Praxis komplett zu übernehmen. Er wollte immer, dass ich mit dazu komme und wir die Praxis gemeinsam führen, aber er wusste auch, dass ich das nicht wollte, mich darauf nicht einlassen wollte und konnte. Er hat das akzeptiert und es war ok. Ich bin immer mal eingesprungen, wenn Not am Mann war, mein Bruder krank war oder Urlaub hatte. Gar kein Thema. Aber mehr eben nicht. Ich glaube man kann sich sicher grad denken, was die lieben Verwandten von mir wollten. ;-)) Genau, natürlich wurde vorausgesetzt, dass ich das Erbe meines Bruders annehme und die Praxis fortan führe. Das war für die alle überhaupt keine Frage und genau das war es, was mich ziemlich entsetzt hat. Das kann man doch nicht einfach voraussetzen. Die wussten alle, dass ich das nie wollte und Hannes hat das für sich akzeptiert und er hätte nie gewollt, dass ich mich in etwas rein pressen lasse, was eben nicht „mein Leben“ ist. Das ist einfach nicht meine Welt. Das ist für mich zu endgültig, zu monoton. Ich möchte nicht das Leben führen, welches andere für mich bestimmen und vorgeben. Habe ich noch nie und werde ich auch nie. Auch jetzt nicht, wo Hannes nicht mehr da ist. Er hätte das niemals für mich gewollt. Weil er mich besser, wie kein anderer gekannt hat. Ich bin eben nicht die gefügige „Adelstochter“, sondern eben doch die vertauschte „Räubertochter“. PUNKT

Ich habe mich auch nicht weiter auf irgendwelche Endlosdiskussionen, die sowieso nichts gebracht hätten eingelassen. Das Ganze nur mit einem kurzen „Nein, dass mache ich ganz sicher nicht“, beendet. Die Gesichter, zum einen unbezahlbar (entschuldigt bitte, aber so muss ich das sehen, sonst werde ich verrückt), zum anderen haben sie mir schon etwas leid getan (aber nur etwas). Auch noch mein ganz kurzes knappes Gegenargument, dass ich ja auch nicht so ganz gesund bin zur Zeit, wurde mit den Worten, naja, dass wird sich ja wohl bald mal erledigt haben und wieder gut sein, ich könnte mich da ja wohl nicht ewig darauf ausruhen (hab´ich wirklich nie!!!), abgetan. Öhm ja, genau. Also, dass alles hoffentlich bald irgendwann mal wieder gut sein wird, hoffe ich auch, aber dass das alles ein Spaziergang wird in den nächsten Wochen, denke ich wohl eher nicht. Und da ist es ja so gar kein Problem, noch nebenbei eine Praxis zu übernehmen und zu leiten. Ganz easy, kann man ja machen! Eindeutig falscher Film! Ich soll nochmal darüber schlafen!!! Haha, ja dass habe ich letzte Nacht sogar ausgiebig. Resultat: Unverändert! Sondern eher noch eindeutiger davon überzeugt! Ständig piepst mein Handy, klingelt das Telefon, ich werde mit unzähligen Emails bombadiert von meinem einen Onkel, der mich eh nie leiden konnte und jetzt Dinge von mir erwartet, die mich schon sehr entsetzen. Ich habe ihn erst mal gesperrt! Das muss ich mir grad eigentlich nicht antun. Ich muss mich weder beleidigen, noch muss ich mein Leben von Menschen in Frage stellen lassen, mit denen ich eigentlich nie großartig was zu tun hatte. Irgendwo hört es einfach auf. Ich bin relativ tolerant, aber es gibt da einen gewissen Punkt, da sehe ich dann auch mal dunkelrot!

Wer bitte braucht so eine Familie? Ich bin von meiner Mutter schon sehr enttäuscht. Gerade von meiner Mutter. Verdammt, sie ist meine Mutter, kann sie nicht einmal zu mir halten? So wie es sich als Mutter gehört, mich einfach mal in den Arm nehmen, weil sie merkt, wie Scheiße es mir geht? Nein, kann sie nicht, macht sie nicht. Dann soll sie es einfach lassen.

Ich möchte mich nicht mehr mit Menschen abgeben, die mir nicht gut tun. Die mich noch mehr runter ziehen, weil sie meinen, mein Leben lenken zu können und zu wollen. Die Einzige die Verständnis hat, ist meine Oma, die dann auch meinte, wenn ich das nicht wollte, wäre das zu akzeptieren, zumal es verständlich ist. Oma ist schon eine Liebe! Es ist nicht so, dass ich diese Erwartungen nicht irgendwo verstehen könnte, aber man kann es einfach nicht als beschlossen voraussetzen. Das ist absolut falsch!

Ich möchte im Moment einfach nur ein bißchen Ruhe, ich brauche etwas Zeit, um die letzten Tage überhaupt richtig begreifen zu können, um mir über die nächsten Wochen Gedanken zu machen, um genügend Kraft aufzubauen, damit ich die Immuntherapie packe. Ich bin einfach fertig, total ausgepowert, ich funktioniere nur noch und das ist einfach nicht gut. Am liebsten würde ich meine Koffer packen und auf unbestimmte Zeit irgendwo hin fahren. Einfach weg, und am besten dahin, wo ich wirklich meine Ruhe habe. Vorallem möchte ich im Moment selbst entscheiden, mit wem ich Kontakt habe und mit wem nicht. Es gibt da leider gerade ziemliche viele, die in die Kategorie "nicht" fallen. Vielleicht sollte ich das wirklich machen.

Ich weiß sehr genau, was ich mir für meine Zukunft vorstelle. Natürlich ist da erst mal noch meine Tochter, nur ist es ja so, dass sie so langsam flüge wird und eben ihren eigenen Weg geht. Seit Montag ist sie erst mal für vier Wochen in Hamburg, macht dort ein Praktikum und wohnt bei ihrem Vater. Sie fehlt mir, aber andererseits ist es auch gut, dass sie dass hier alles nicht so hautnah mitbekommt. Sie wird wohl dann auch ganz nach Hamburg gehen und dort studieren. Meine geplante Oberarztstelle zum 01.04. habe ich vor einigen Wochen schon abgesagt. Generell werde ich wohl nicht mehr in den Klinikalltag zurückkehren. Ich hatte mich vor einiger Zeit um eine Dozentenstelle an der Uni beworben und muss nächste Woche zum Gespräch erscheinen. Das ist sicher auch nicht die Lebenserfüllung, aber wäre erst mal übergangsweise vertretbar. Ausserdem unterrichte ich ja noch an der Schwesternschule und bin bei der Ärztekammer im Ausbildungsbereich tätig und dann sind da ja auch noch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten. Das ist zwar nicht meine Philosophie vom „Arzt“ sein, aber man kann damit eine gewisse Zeit ganz gut überbrücken. Was dann kommt, mal sehen, ich habe da meine Vorstellungen und Ziele. Jedenfalls ist es mir wichtig, dass es genau das ist, was ich möchte, was ich verkörpere, was ich genießen und leben kann. Und nur darauf kommt es an! Ganz alleine nur darauf und auf nichts anderes!

So ein bißchen komme ich mir grad vor wie das Aschenputtel. Zwar nicht 1:1, aber es kommt annähernd an die Sache dran. Fehlt nur noch der Prinz. Obwohl, wer will schon einen aalglatten Prinzen?? (das würde ja am Ende der Familie wieder gefallen ^^) Ich ganz sicher nicht! Ich würde wohl eher den Hofnarren mit 3-Tage-Bart nehmen. ;-))))

„Der eine Tag, der alles im Leben verändern kann, beginnt jeden Morgen neu.“

 

10 Kommentare 22.2.17 14:10, kommentieren